Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Vor dem Cook Out 400 unter Flutlicht setzt Ryan Blaney die schnellste Runde, während zwei Teams schon vor dem Qualifying mit der Technik-Kontrolle zu kämpfen hatten.
Richmond Raceway, Samstagabend, und das Feld drängte sich für eine einzige schnelle Runde durch die Nacht. Am Ende stand Ryan Blaney mit 22.225 Sekunden ganz oben, knapp vor einem gestaffelten Führungsfeld aus Joe Gibbs Racing und Wood Brothers Racing. Aber die eigentliche Geschichte des Tages hatte schon am Freitag begonnen, in der Technik-Inspektion.
Blaney vorn, das Feld dicht dahinter
Ryan Blaney holte sich mit seiner Zeit von 22.225 Sekunden die Pole-Position für den Cook Out 400, knapp vor Chase Briscoe (22.275) und Josh Berry (22.281). Drei Fahrer innerhalb weniger Hundertstel, das ist die Art von Kompression, die man auf dem Dreiviertel-Meilen-Oval in Richmond erwartet, wo jede Zehntelsekunde am Ende über mehrere Positionen entscheidet.
Ty Gibbs komplettierte mit Platz vier die starke Vorstellung von Joe Gibbs Racing im vorderen Feld, während William Byron als bester Hendrick-Pilot auf Rang fünf landete. Ryan Preece und Bubba Wallace rundeten die Top-Sieben ab, ein Beleg dafür, wie eng das Setup-Fenster in Richmond momentan liegt. Wer hier vorne startet, hat beim ersten Restart die Aussenlinie oder die Innenlinie nach eigener Wahl, ein Vorteil, der auf diesem Kurzoval schwerer wiegt als anderswo.
Grosse Verschiebungen gegenüber dem Training
Wer nur ins Training geschaut hatte, wäre am Samstagabend überrascht gewesen. Daniel Suárez, der das erste Training mit 22.889 souverän angeführt hatte, fiel im Qualifying auf Platz 20 zurück. Auch Denny Hamlin, im Training noch auf Rang sechs, musste sich mit Startplatz 14 zufriedengeben. Solche Sprünge sind in Richmond keine Seltenheit, die Balance zwischen Longrun-Pace und der einen perfekten Runde im Qualifying-Trimm liegt hier oft weit auseinander.
Auf der anderen Seite legten Josh Berry und Chase Briscoe genau den Schalter um, den es für eine schnelle Runde braucht, und sicherten sich Frontreihen-Plätze, nachdem sie im Training noch weiter hinten unterwegs gewesen waren. Auch Christopher Bell schaffte es trotz eines unruhigen Freitags auf Startplatz acht, direkt hinter Bubba Wallace. Sein Team hatte tags zuvor mit der Technik-Inspektion zu kämpfen, sein Wagen fiel zweimal durch die Kontrolle, was NASCAR dazu bewog, den Car Chief für den Rest des Wochenendes zu suspendieren und dem Team zudem die Wahl des Pit-Stalls zu entziehen. Auf der Strecke selbst liess sich Bell davon offenbar nicht bremsen.
Cody Ware ohne Zeit, Blick auf die Startaufstellung
Das zweite Team, das am Freitag zweimal durch die Inspektion fiel, war die Nummer 51 von Rick Ware Racing. Auch hier wurde der Car Chief für den Rest des Wochenendes suspendiert, und auch dieses Team verlor die Pit-Stall-Wahl. Cody Ware blieb im Qualifying ohne gewertete Rundenzeit und wird das Feld von Startplatz 37 aus in Angriff nehmen müssen, ganz hinten, mit entsprechend viel Arbeit vor sich, sobald die grüne Flagge fällt.
Damit steht die Ausgangslage für den Cook Out 400 fest: Blaney und Briscoe in der ersten Reihe, ein dicht gestaffeltes Feld dahinter, und zwei Teams, die schon vor dem ersten Green Flag Lap mit einem Handicap ins Rennen gehen. In Richmond, wo Restarts und Pack-Racing-Dynamik über 400 Runden hinweg für ständige Führungswechsel sorgen, kann eine gute Startposition den Unterschied machen, aber sie garantiert nichts. Wer am Samstagabend vorne steht, muss das erst noch in der Nacht unter Flutlicht bestätigen.





