Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Auf dem frisch reasphaltierten Kurzoval in Newton war das erste Training eng wie selten, während Chase Elliott die einzige echte Schrecksekunde des Tages lieferte.
Iowa Speedway hat sich für den Iowa Corn 350 eine neue Fahrbahndecke verpasst, und im ersten Training zeigte sich sofort, wie eng das Feld auf dem Dreiviertelmeilen-Oval beieinanderliegt. Erik Jones setzte im Legacy Motor Club Chevrolet die schnellste Runde des Tages, doch dahinter drängten sich gleich neun weitere Fahrer innerhalb von zweieinhalb Zehnteln. Die Session lieferte aber nicht nur Rundenzeiten, sondern auch die ersten Hinweise darauf, wie tückisch die neue Asphaltoberfläche sein kann.
Jones vorn, aber das Feld dicht dran
Mit 23,710 Sekunden markierte Erik Jones die Bestzeit im ersten Training und sicherte sich damit die schnellste Runde des Wochenendes bislang, ausgewiesen als Session-Bestwert. Ty Gibbs blieb im Joe Gibbs Racing Toyota nur 56 Tausendstel dahinter auf Platz zwei, gefolgt von Austin Cindric im Penske-Ford auf Rang drei.
Die Spitzengruppe zog sich bis weit ins Feld: Todd Gilliland und Ryan Blaney lagen praktisch gleichauf auf den Plätzen vier und fünf, danach folgten Denny Hamlin, Joey Logano, Ross Chastain, Christopher Bell und William Byron, alle innerhalb von 0,240 Sekunden zur Spitze. Auf einem Kurzoval mit frischem Asphalt ist das ein deutliches Signal, dass die Balance zwischen Grip und Handling bei fast jedem Team im engen Fenster liegt, was für den Iowa Corn 350 auf packendes Pack-Racing hoffen lässt.
Schreckmoment für Elliott, Bremsprobleme bei Gibbs Racing
Die grösste Schlagzeile des Trainings lieferte aber keine Rundenzeit. Chase Elliott verlor in Kurve eins die Kontrolle über seinen Hendrick-Chevrolet und schlug solo in die Aussenwand ein. Der Nummer-9-Wagen erlitt Schäden an der linken Front und am linken Heck, die Crew musste in der verbleibenden Zeit reparieren, was ging. Am Ende der Session stand Elliott mit 24,154 Sekunden auf Platz 30, ein Ergebnis, das angesichts der Reparaturarbeiten wenig über das eigentliche Tempo des Autos aussagt.
Elliott war nicht der Einzige, der mit dem neuen Belag zu kämpfen hatte. Carson Hocevar, Ty Gibbs und Ross Chastain meldeten allesamt Handling-Schrecksekunden auf dem abrasiven Untergrund, kamen aber ohne Kontakt davon. Bei Joe Gibbs Racing gab es zudem an zwei Fronten Ärger mit der Bremsanlage: Sowohl Denny Hamlin als auch Chase Briscoe berichteten von Bremsproblemen während der Session, ein Umstand, den das Team bis zum Rennen in den Griff bekommen muss.
Blick auf ein enges Wochenende
Iowa Speedway ist für sein Reifen-Falloff und seine strategischen Fuel-Runs bekannt, und mit dem frischen Asphalt dürfte sich diese Charakteristik in diesem Jahr noch verschärfen. Ryan Blaney gewann hier 2024, William Byron 2025 mit einem bis an die Grenze gestreckten Spritstand, beide reihten sich auch im ersten Training wieder vorne ein, Blaney auf Platz fünf, Byron auf Platz zehn. Das deutet darauf hin, dass die Erfahrung mit dem Kurzoval-Charakter von Iowa weiterhin ein Faktor sein wird.
Für Fahrer wie Austin Cindric, Ryan Preece oder Michael McDowell, die im Playoff-Bubble-Bereich um die letzten Startplätze für die Cup-Playoffs kämpfen, war das erste Training ein erster Fingerzeig, wie eng es auf dieser Strecke zugehen wird. Mit Elliotts Reparaturarbeiten im Hintergrund und einem Feld, das sich binnen weniger Zehntel staut, verspricht der Rest des Trainingstages und das anschliessende Qualifying eine spannende Ausgangslage für den Iowa Corn 350.




