Toyota sichert sich in Barcelona mit Doppelsieg den Herstellertitel

The #8 Toyota GR010 Hybrid leads the sister car during the inaugural 6 Hours of Barcelona. Sébastien Buemi, Brendon Hartley, and Ryō Hirakawa drove the car to victory to secure the manufacturers' world championship for Toyota.
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4–6 Minuten

Henri Dubois · Endurance-Korrespondent

Die Nummer 8 gewinnt die ersten 6 Stunden von Barcelona vor dem Schwesterauto, Toyota steht damit vorzeitig als Hersteller-Weltmeister fest. In der LMGT3 holt der Manthey-Porsche mit der Nummer 92 den ersten Porsche-Klassensieg der Saison.

Sechs Stunden, nasse und trockene Phasen, zwei Safety-Car-Einsätze schon in der ersten Stunde: Die Premiere der WEC bei den 6 Stunden von Barcelona hatte vieles, was ein Langstreckenrennen unberechenbar macht. Am Ende fuhren die beiden Autos von Toyota Racing trotzdem in Formation über die Linie, die Nummer 8 mit Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa 0,583 Sekunden vor der Nummer 7 mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries. Mit diesem Doppelsieg ist Toyota ein Rennen vor Saisonende Hersteller-Weltmeister, zum achten Mal in 14 Saisons.

Genesis führt nur bis Kurve 5

Die Startaufstellung hatte etwas anderes versprochen. Genesis Magma Racing stand mit André Lotterer in der Nummer 17 auf der Pole Position, die Nummer 19 startete als Dritte, dazwischen die Nummer 8 von Toyota. Auf nasser Strecke ging Daniel Juncadella in der Nummer 19 in Kurve 1 an beiden vorbei. Noch in der ersten Runde rutschte er jedoch in Kurve 5 ins Kiesbett und fiel ans Ende des Hypercar-Feldes zurück. Buemi übernahm die Führung.

Für Genesis wurde aus dem starken Samstag ein schwieriger Sonntag. Mehrere Ausritte und Strafen warfen beide Autos zurück, die Nummer 19 kam als Elfte ins Ziel, die Nummer 17 als Sechzehnte.

Slicks, Strafen und ein kurzer Wechsel an der Spitze

Die ersten beiden Stunden bestimmte das Wetter. Auf zwei Safety-Car-Phasen in der ersten Stunde folgte in der zweiten Stunde der Gang an die Box für fast das gesamte Feld. Als die Strecke abtrocknete, zeigte sich, was Toyota an diesem Wochenende auszeichnete: Die Autos waren auf Regen- wie auf Trockenreifen schnell und hielten ihre Reifen über die Stints hinweg gut am Leben.

Ganz ohne Makel blieb der Sieg nicht. Wegen eines Verstosses beim Startprozedere musste die Nummer 8 eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen, das geschah in der zweiten Stoppserie. Einmal ging die Führung kurz an das Schwesterauto über: Nach einem Stopp der Nummer 8 lag die Nummer 7 vorn, bis Hartley auf Slicks wenige Runden später an Conway vorbeiging. Nach dem letzten Safety Car in der vierten Stunde, ausgelöst durch einen Dreher von Zacharie Robichon im Aston Martin von Heart of Racing ins Kiesbett von Kurve 7, behielt die Nummer 8 die Kontrolle bis zur Zielflagge.

Für das Trio war es der dritte Saisonsieg und der zweite in Folge, für Buemi zugleich ein Sieg bei seinem 100. Start. De Vries hatte die Nummer 7 vom neunten Startplatz aus nach vorn gebracht.

Ferrari auf dem Podium, BMW ohne Punkte

Auf Rang drei fuhr die Nummer 50 von Ferrari AF Corse mit Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen, gestartet von Platz acht und im Ziel rund 39 Sekunden hinter den Siegern. Platz vier ging an die Nummer 38 von Cadillac Hertz Team Jota. Das Team zögerte den letzten Stopp bis in die letzten 20 Minuten hinaus, Jack Aitken hielt danach Robert Kubica im Ferrari von AF Corse mit der Nummer 83 hinter sich. Der zweite Jota-Cadillac mit der Nummer 12 wurde Sechster, der BMW mit der Nummer 15 Siebter.

Bitter verlief der Tag für die Nummer 20 von BMW M Team WRT. Das Auto blieb bei der ersten Neutralisation draussen, René Rast wurde später wegen zu niedrigen Reifendrucks mit der schwarz-orangen Flagge an die Box geholt und erhielt zusätzlich eine 20-Sekunden-Strafe. Mit zwei Runden Rückstand auf Platz 14 sind die Titelhoffnungen von Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde erloschen. Auch Ferrari kann den Titel nicht mehr holen.

Der Werks-Ferrari mit der Nummer 51 kam nach Problemen mit dem Geschwindigkeitsbegrenzer und einem Ausflug ins Kies mit drei Runden Rückstand als Fünfzehnter ins Ziel. Der Aston Martin Valkyrie mit der Nummer 007 wurde nach 115 Runden nicht gewertet.

LMGT3: Der Manthey-Porsche führt fast von Beginn an

Porsche 911 GT3 R, The Bend Manthey (#92), Yasser Shahin (AUS), Riccardo Pera (ITA), Richard Lietz (AUT)
Porsche 911 GT3 R, The Bend Manthey (#92), Yasser Shahin (AUS), Riccardo Pera (ITA), Richard Lietz (AUT)

In der LMGT3 gab es an der Spitze früh eine klare Ordnung. Die Nummer 92 von The Bend Manthey mit Yasser Shahin, Riccardo Pera und Richard Lietz übernahm noch in der ersten Stunde die Führung und gab sie kaum mehr ab. Am Ende lagen 4,750 Sekunden zwischen dem Porsche und dem Zweitplatzierten. Es ist der erste LMGT3-Sieg von Porsche in dieser Saison und zugleich der siebte unterschiedliche Klassensieger im siebten Rennen.

Offen blieb der Kampf um Platz zwei bis in die Schlussminuten. Garage 59 war mit der Nummer 10 von der Pole Position gestartet, verlor im Nassen aber an Boden und musste zudem einen Reifenschaden verkraften. Marvin Kirchhöfer arbeitete sich zurück und ging in den letzten Minuten in Kurve 1 an Daniel Harper im BMW M4 von Team WRT vorbei. Harper, Anthony McIntosh und Parker Thompson wurden mit der Nummer 69 Dritte. Dahinter folgten die Corvette von Racing Team Turkey by TF mit der Nummer 34, der Ferrari von Vista AF Corse mit der Nummer 21 und der Mercedes-AMG von Iron Lynx mit der Nummer 61.

Meisterschaftsleader Jonny Edgar kam mit der Corvette von TF Sport mit der Nummer 33 nach einem verspäteten Wechsel auf Trockenreifen und einer Strafe nur auf Rang sieben. Sein Vorsprung auf das Siegertrio der Nummer 92 ist auf 18 Punkte geschrumpft.

Zwei offene Titel für Monza

Damit reist die WEC mit zwei offenen Fragen zum Finale nach Monza. Bei den Hypercar-Fahrern bleibt es ein reines Toyota-Duell: Die Nummer 8 führt mit 17 Punkten Vorsprung auf die Le-Mans-Sieger der Nummer 7. In der LMGT3 muss Edgar 18 Punkte Vorsprung auf das Manthey-Trio über die letzten sechs Stunden der Saison bringen.