Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Der Alpine-Junior und Formel-2-Titelkandidat zeigte am Barber Motorsports Park, dass er auch mit einem IndyCar sofort zurechtkommt.
Alex Dunne hat am Montag seinen ersten IndyCar-Evaluierungstest für Dale Coyne Racing absolviert, und das Ergebnis war beeindruckend: Der 20-jährige Ire, bislang bekannt aus der Alpine-Academy und als Titelkandidat in der Formel 2, setzte sich am Barber Motorsports Park in Alabama in der Morgensession direkt an die Spitze und beendete den Tag als Zweitschnellster von vier Fahrern.
Starke erste Eindrücke am Steuer der No. 19

Dunne sass am Vormittag im No. 19 Dallara/Honda von Dale Coyne Racing und fuhr auf Anhieb die schnellste Zeit der ersten Session des Tages. In seinen 55 Runden am Vormittag kam er auf eine beste Rundenzeit von 1:07,674 Minuten. Am Ende des Tages bedeutete das Platz zwei, 0,117 Sekunden hinter Hunter McElrea von Ed Carpenter Racing, der seine 1:07,557 erst später am Tag fuhr.
Für einen Fahrer, der zum ersten Mal in einem IndyCar sass, dürfte das eine Ansage sein. Gegenüber Medien beschrieb Dunne das Auto als deutlich stärker in Leistung und Downforce als das, was er bislang gewohnt war, und nannte den Kurs in Barber eine regelrechte Achterbahn. Die Begeisterung war ihm anzumerken, und genau diese Art von Rückmeldung hört ein Team wie Dale Coyne Racing gerne, wenn es einen jungen Fahrer unter die Lupe nimmt.
Geteiltes Cockpit, vier Fahrer auf der Strecke
Am Nachmittag teilte sich Dunne das Fahrzeug mit dem US-Amerikaner Nikita Johnson, dem amtierenden Indy-NXT-Champion, eine übliche Praxis bei solchen Evaluierungstests, bei denen Teams mehrere Kandidaten im selben Auto unter vergleichbaren Bedingungen beobachten wollen. Ausser dem Coyne-Duo waren an diesem Tag nur Conor Daly von Dreyer & Reinbold Racing und der bereits erwähnte Hunter McElrea unterwegs, insgesamt also vier Fahrer. Das Feld war klein, lieferte mit Daly als IndyCar-Routinier aber eine brauchbare Referenz.
Dass Dunne sich in einem Feld mit erfahrenen IndyCar-Fahrern wie Daly sofort einordnen konnte, dürfte für Dale Coyne Racing ein wichtiges Signal sein. Gerade bei einem Roadcourse wie Barber, der technisches Feingefühl und Vertrauen ins Auto verlangt, zählt die Fähigkeit, sich schnell anzupassen, mehr als reine Erfahrung in der Serie.
Freie Cockpits bei Dale Coyne und die US-Option für den Iren
Der Test fällt in eine Phase, in der Dale Coyne Racing aktiv Fahrerkandidaten für die IndyCar-Zukunft evaluiert, unter anderem nachdem Dennis Hauger das Team in Richtung AJ Foyt Racing verlassen hat. Coyne hatte den Rookie des Jahres eigentlich halten wollen und machte später eine gescheiterte Kommunikation für den Abgang verantwortlich. Ein Platz im Cockpit ist also real zu vergeben, und Tests wie dieser sind Teil der Entscheidungsfindung.
Für Dunne selbst dürfte das mehr sein als eine reine Formsache. Der Weg in die Formel 1 ist eng umkämpft, und ein Wechsel in die IndyCar-Serie gilt für den Iren als ernsthafte Option, sollte sich dort kein Platz finden.
Platz zwei, nur gut eine Zehntelsekunde hinter McElrea, bei seinem ersten Auftritt im Auto dürfte diese Option nur noch attraktiver gemacht haben, sowohl für Dunne als auch für Dale Coyne Racing. Ob daraus mehr wird, dürfte sich erst in weiteren Tests und Gesprächen zeigen, aber der Einstieg könnte kaum besser gelaufen sein.




