Marco Rossi · F1-Korrespondent
Mit seinem 300. Grand Prix reiht sich Sergio Pérez in einen der kleinsten Klubs der Formel-1-Geschichte ein, und das ausgerechnet vor heimischem Publikum in Mexiko-Stadt.
Sergio Pérez bestreitet beim Grossen Preis von Mexiko 2026 auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt sein 300. Formel-1-Rennen. Für den mexikanischen Piloten ist es ein Meilenstein, den vor ihm erst sechs andere Fahrer erreicht haben, und er fällt in jenes Jahr, in dem Pérez nach einem Sabbatjahr mit einem komplett neuen Rennstall in die Königsklasse zurückgekehrt ist.
Ein Klub mit sieben Mitgliedern
Pérez debütierte 2011 beim Grossen Preis von Australien für Sauber und durchlief seither Stationen bei McLaren, Force India, Racing Point und Red Bull Racing, ehe er 2026 bei Cadillac landete. Mit sechs Siegen, 39 Podestplätzen, drei Pole-Positions und dem Vizetitel 2023 ist er der erfolgreichste mexikanische Fahrer der Geschichte, und mit seinem 300. Grand Prix zählt er nun zu einem noch exklusiveren Kreis: Vor ihm schafften diese Marke nur Fernando Alonso, Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen, Rubens Barrichello, Michael Schumacher und Jenson Button.
Wie zäh Pérez sein kann, zeigte sich bereits 2020 beim Grand Prix von Sakhir: Nach einer Kollision in der Startrunde fiel er dort bis ans Ende des Feldes zurück, ehe er sich bis zum Sieg nach vorne arbeitete. Danach feierte er bei Red Bull Racing noch fünf weitere Grand-Prix-Siege. Solche Comebacks sind über die Jahre zu einem Markenzeichen seiner Karriere geworden und erklären, warum sein 300. Rennen für viele Beobachter mehr ist als nur eine runde Zahl.
Comeback nach einem Jahr Pause
Nach der Trennung von Red Bull Ende 2024 legte Pérez ein Sabbatjahr ein, ehe er 2026 mit einem völlig neuen Rennstall zurückkehrte: Cadillac F1, dem neuen US-Team von General Motors, das in dieser Saison mit Ferrari-Motoren sein Debüt in der Formel 1 gibt. An der Seite von Valtteri Bottas übernimmt Pérez dort eine Rolle, die weit über das reine Fahren hinausgeht, nämlich die eines erfahrenen Aushängeschilds für ein Projekt ohne eigene Geschichte in der Königsklasse.
Der Neustart bei einem Team ohne Vorbelastung dürfte für Pérez auch eine Art zweite Chance bedeuten, nach Jahren, in denen er bei Red Bull im Schatten eines dominanten Teamkollegen stand. Dass ausgerechnet dieses neue Kapitel mit seinem 300. Grand Prix zusammenfällt, verleiht dem Jubiläum eine zusätzliche Note.
Ein Fest für Mexiko-Stadt
Zum Auftakt der Jubiläumswoche setzte Cadillac für Mittwoch, 28. Oktober, einen Show-Run mit Pérez auf dem Paseo de la Reforma an, dem zentralen Boulevard von Mexiko-Stadt. Es ist der erste öffentliche Auftritt des Teams in Mexiko. Bereits am Dienstag stellte Pérez seinen Sonderhelm für das 300. Rennen vor: weiss, mit vorspanischen Motiven, dem Cadillac-Logo auf der Oberseite und der Zahl 300 an den Seiten.
Pérez betonte im Vorfeld, wie emotional es für ihn sei, dieses Jubiläum nach all den Höhen und Tiefen seiner Karriere ausgerechnet vor heimischem Publikum zu feiern. Seine Rückkehr begründete Pérez auch mit der Verantwortung gegenüber den Fans: Der Sport sei in Mexiko so stark gewachsen, dass es nicht nur um ihn gegangen sei. Für einen Fahrer, dessen Karriere immer wieder totgesagt und dann doch fortgeschrieben wurde, ist dieses Heimspiel damit mehr als eine Zahl auf dem Papier, es ist die vorläufige Krönung einer Geschichte, die nun in seiner Heimat Mexiko ihr nächstes Kapitel schreibt.




