Suárez schnappt sich die Bestzeit im ersten Training zum Cook Out 400 in Richmond

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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Auf dem kurzen Oval in Virginia liegt das gesamte Feld enger zusammen als eine Yard-Linie am Football-Feld, und ausgerechnet Daniel Suárez setzt die Duftmarke.

Richmond Raceway ist eines dieser Ovale, auf denen eine Zehntelsekunde über zehn Startplätze entscheiden kann, und genau das hat sich im ersten Training zum Cook Out 400 wieder bestätigt. Daniel Suárez brachte seinen Spire-Chevrolet in 22,889 Sekunden um die Dreiviertelmeile und schnappte sich damit die Bestzeit der Session, knapp vor Erik Jones und Austin Cindric. Die Zeiten lagen so dicht beieinander, dass ein einziger schlechter Ausgang aus Kurve vier reichen kann, um im Feld nach hinten durchgereicht zu werden.

Spire Motorsports mit starkem Trio

Für Suárez ist die Bestzeit im ersten Training mehr als nur eine Randnotiz. Sein Spire-Team stellte gleich drei Autos in den Top 13, mit Michael McDowell auf Platz 12 und Carson Hocevar auf Platz 13 direkt dahinter. Auf einem kurzen Oval wie Richmond, wo der Draft kaum eine Rolle spielt und stattdessen Bremspunkte und mechanischer Grip entscheiden, ist das ein Signal, dass Spire an diesem Wochenende mit mehr als nur einem schnellen Auto ankommt.

Erik Jones bestätigte die Form seines Legacy-Motor-Club-Teams mit Platz zwei, nur eine Tausendstelsekunde hinter Suárez. Austin Cindric rundete das Spitzentrio für Team Penske ab und zeigte, dass die Ford-Flotte auf dem kurzen Oval konkurrenzfähig unterwegs ist, auch wenn die beiden Penske-Teamkollegen Joey Logano und Ryan Blaney deutlich weiter hinten landeten.

Enges Feld, grosse Namen weit hinten

Was diese Session besonders macht, ist die Kompaktheit der Zeiten. Zwischen Suárez auf P1 und Josh Berry auf P10 lagen gerade einmal elf Hundertstelsekunden, ein Wert, der auf einem kurzen Oval wie Richmond schnell für Restarts mit dichtem Pack-Racing sorgen kann, sobald am Sonntag die Cautions fallen. Denny Hamlin reihte sich mit Platz sechs solide ein, während Tyler Reddick und Brad Keselowski knapp dahinter folgten.

Ganz anders sah es für einige der grossen Namen der Meisterschaft aus. Chase Elliott kam im ersten Training nicht über Platz 32 hinaus, mit einer Rundenzeit von 23,409 Sekunden, mehr als eine halbe Sekunde langsamer als Suárez an der Spitze. Auch William Byron auf Platz 18 und Kyle Larson auf Platz 15 fanden bei Hendrick Motorsports noch nicht die Balance, die das Team auf kurzen Ovalen sonst gewohnt ist. Christopher Bell, sonst auf Short Tracks eine feste Grösse bei Joe Gibbs Racing, landete gar erst auf Platz 34.

Was das für den Rest des Wochenendes bedeutet

Ein erstes Training sagt auf einem Oval wie Richmond selten das Letzte über das Renntempo, dafür ist die Fahrzeugbalance über einen langen Run zu entscheidend, und genau die lässt sich in einer kurzen Session kaum vollständig abbilden. Trotzdem geben die Zeitenlisten einen ersten Hinweis darauf, wer sich mit dem Setup wohlfühlt und wer noch Arbeit vor sich hat, bevor am Wochenende das Qualifying und schliesslich der Cook Out 400 selbst anstehen.

Für Suárez und sein Spire-Team ist die Bestzeit ein Achtungszeichen an die etablierte Konkurrenz. Für Elliott, Byron, Larson und Bell dagegen heisst es, in der verbleibenden Vorbereitungszeit nachzujustieren, denn auf einem Track, auf dem die Positionskämpfe eng und die Restarts brenzlig ausfallen, kann ein verlorener halber Zehntel am Ende über mehrere Startreihen entscheiden.