Saisonfinale auf dem Corkscrew: Palou reist als Champion nach Monterey

Monterey, CA - 2025 JAVA HOUSE GRAND PRIX OF MONTEREY - Monterey, CA (Photo by Travis Hinkle | IMS Photo)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Der Titel der NTT INDYCAR SERIES 2026 ist bereits vergeben, doch am WeatherTech Raceway Laguna Seca entscheidet sich beim Saisonfinale noch ein enger Dreikampf um die Plätze hinter Álex Palou.

Vom 4. bis 6. September steigt auf dem WeatherTech Raceway Laguna Seca in Monterey, Kalifornien, der INDYCAR Grand Prix of Monterey, das Saisonfinale sowohl der NTT INDYCAR SERIES als auch der INDY NXT. Auf dem Programm stehen zwei freie Trainings, Qualifying, ein Warm-Up und schliesslich das Rennen am Sonntag, alles auf dem 2,238 Meilen langen Roadcourse mit seinen elf Kurven, der insgesamt gut 55 Meter Höhenunterschied überwindet, wobei die berühmte Corkscrew-Kurve als spektakulärster Abschnitt gilt. Die Meisterschaftsfrage selbst ist dabei längst geklärt: Álex Palou sicherte sich seinen fünften Titel bereits am vergangenen Wochenende in Milwaukee, uneinholbar vor dem Rest des Feldes. Was in Monterey damit noch auf dem Spiel steht, ist die Reihenfolge hinter ihm.

Ein Roadcourse zum Saisonabschluss

Laguna Seca ist kein Oval, und das prägt das gesamte Wochenende anders als ein Finale auf einer Highspeed-Strecke es täte. Hier entscheiden Bremspunkte, saubere Linienwahl und der Mut in der Corkscrew über Zehntelsekunden, nicht Windschatten oder Restart-Chaos. Zwei freie Trainings sollen den Teams Gelegenheit geben, sich auf die Höhenwechsel und den wechselnden Grip des Asphalts einzustellen, bevor im Qualifying die Startaufstellung für das entscheidende Rennen feststeht.

Für die Fahrer bedeutet das Layout eine andere Herausforderung als jede Ovalstrecke der Saison. Wer hier vorne stehen will, braucht Konstanz über elf technische Kurven hinweg, nicht die reine Geschwindigkeit im Pulk.

Der Titel ist vergeben, um Platz zwei tobt ein Dreikampf

Christian Lundgaard and Gabriella Gilrowski - Snap-On Makers and Fixers 250 and Snap-on Milwaukee Mile 250 at the Milwaukee Mile - By: James Black
Christian Lundgaard and Gabriella Gilrowski – Snap-On Makers and Fixers 250 and Snap-on Milwaukee Mile 250 at the Milwaukee Mile – By: James Black

Die grosse Geschichte der Saison ist bereits geschrieben. Palou reichte in Rennen eins des Milwaukee-Doubleheaders Platz zehn, um sich rechnerisch seinen fünften Meistertitel zu sichern, den vierten in Folge. Mit 607 Punkten geht er als gekrönter Champion nach Monterey, das Rennen selbst kann daran nichts mehr ändern.

Spannend bleibt trotzdem, was hinter ihm passiert. Christian Lundgaard führt die Verfolgerriege mit 507 Punkten an, doch Kyle Kirkwood liegt mit 505 nur zwei Zähler dahinter, und Pato O’Ward lauert mit 503 Punkten ebenfalls in Schlagdistanz. Vier Punkte trennen damit Platz zwei von Platz vier, ein Vorsprung, der sich an einem einzigen Wochenende auf einem technischen Kurs wie Laguna Seca schnell auflösen kann. Für Arrow McLaren und Andretti Global geht es in Monterey folglich nicht mehr um den Titel, sondern um die Schlussplatzierung in der Fahrerwertung und das Prestige, mit dem die Saison endet.

Ein besonderes Wochenende für Ganassi

Für Chip Ganassi Racing bekommt das Finale eine zusätzliche Bedeutungsebene. Palou tritt in Monterey in einer Retro-Lackierung an, mit der das Team der im Mai verstorbenen Legende Alex Zanardi gedenkt, die Hintergründe dazu haben wir bereits eingeordnet. Gleichzeitig ist Laguna Seca das letzte Rennen von Scott Dixon im Ganassi-Cockpit: Der Neuseeländer trennt sich nach 25 gemeinsamen Jahren von der Organisation und wechselt 2027 zu Arrow McLaren. Das Saisonfinale wird damit für Ganassi gleich zweifach zur Bühne, für einen Tribut an die Vergangenheit und für einen Abschied aus der Gegenwart, ehe der Blick des Teams sich Richtung 2027 dreht.

Was am Sonntag tatsächlich zählt, entscheidet sich trotzdem erst auf der Strecke. Fest steht schon jetzt: Monterey schliesst mit seiner Mischung aus technischem Layout und geschichtsträchtigem Rahmen eine Saison ab, die Palou von Anfang bis Ende dominiert hat, während sich Lundgaard, Kirkwood und O’Ward um die Plätze dahinter noch einen echten Schlagabtausch liefern.