Ross Chastain sichert sich die Pole für den Coke Zero Sugar 400

DAYTONA BEACH, FL - JULY 01: Ricky Stenhouse Jr., driver of the #17 Fifth Thrid Bank Ford, takes the checkered flag to win the Monster Energy NASCAR Cup Series 59th Annual Coke Zero 400 Powered By Coca-Cola at Daytona International Speedway on July 1, 2017 in Daytona Beach, Florida. (Photo by Matt Sullivan/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Am Freitagabend vor dem Saison-Finale der regulären NASCAR Cup Series holte sich Ross Chastain in Daytona seine dritte Karriere-Pole, während ein Ampelfehler in der Quali für den kuriosesten Moment des Abends sorgte.

Ross Chastain (Trackhouse Racing) fuhr am Freitag im Einzelzeitfahren in Daytona die schnellste Runde des Feldes und sicherte sich damit die Pole für den Coke Zero Sugar 400. Das Rennen am Samstag ist nicht nur der Abschluss der regulären Saison 2026, es entscheidet auch endgültig über das 16-köpfige Playoff-Feld der NASCAR Cup Series. Entsprechend hoch war die Anspannung schon in der Quali, bei der jede Position auf der Startaufstellung mit Blick auf die Cutline zählt.

Chastain vorn, Buescher hauchdünn dahinter

Chastain drehte im Nummer-1-Chevrolet von Trackhouse Racing eine Runde in 48,808 Sekunden, umgerechnet 184,396 mph, und schnappte sich damit seine erste Pole der Saison 2026 und die dritte seiner Karriere. Dahinter reihte sich Chris Buescher (RFK Racing) ein, gerade einmal 0,051 Sekunden langsamer, das engste Duell an der Spitze des gesamten Feldes.

Für Trackhouse Racing war es ein starker Abend über die ganze Bandbreite: Neben Chastain auf P1 qualifizierten sich Shane van Gisbergen auf P6 und Connor Zilisch auf P7, alle drei Wagen also in den Top 7. Dahinter komplettierten Austin Hill (Richard Childress Racing, P3), Ryan Preece (RFK Racing, P4) und Riley Herbst (23XI Racing, P5) die vordere Reihe vor Austin Cindric und Joey Logano im Penske-Duo sowie Kyle Larson, der als Zehnter noch die Top 10 sicherte.

Fehlalarm bei Gibbs sorgt für Mulligan

Der ungewöhnlichste Moment der Session betraf Ty Gibbs (Joe Gibbs Racing). Als er aus Kurve 2 auf seine Zeitfahrrunde ging, schaltete die NASCAR-Rennleitung in den Kurven 3 und 4 versehentlich die Caution-Lichter ein, obwohl die Strecke frei war. Gibbs beendete seine Runde trotzdem und funkte hörbar aufgebracht ins Team: "Dude! The caution lights were on in three and four. What the (expletive)! That's bull. That's complete bull."

NASCAR räumte den Fehler in der Rennleitung ein und gewährte Gibbs, was im Cup-Zeitfahren nur selten vorkommt: einen zweiten Versuch. Mit der ersten Runde wäre er lediglich 21. geworden, im zweiten Anlauf steigerte er sich auf den 14. Startplatz. Der seltene Mulligan sorgte in der Fahrerlager-Runde noch länger für Gesprächsstoff, als es das eigentliche Ergebnis wohl getan hätte.

Playoff-Bubble und neues Speedway-Paket im Blick

Die Startaufstellung ist an diesem Wochenende mehr als nur eine Momentaufnahme, sie ist die letzte Gelegenheit vor dem Playoff-Cut. 13 Fahrer haben ihren Platz im 16er-Feld bereits sicher, darunter die Punkte-Spitzenreiter der regulären Saison, Denny Hamlin, Ryan Blaney und Tyler Reddick. Auf der Bubble sitzen dagegen Austin Cindric (+44 Punkte über der Cutline) und Shane van Gisbergen (+31), während Ryan Preece (-31) und Brad Keselowski (-66) von aussen auf die Playoff-Plätze schielen müssen. Auf einer Superspeedway wie Daytona reicht bekanntlich ein einziger Sieg eines aktuell nicht qualifizierten Fahrers, um das ganze Playoff-Bild noch einmal durcheinanderzuwirbeln.

Von den 41 gemeldeten Autos verpasste einzig Gray Gaulding (Garage 66) das 40-Wagen-Feld, während die offenen Teams um Corey Heim (P11), Casey Mears, Daniel Dye und Joey Gase alle einen Startplatz sicherten. Bemerkenswert dabei: Heim reihte sich mit P11 sogar vor mehrere gecharterte Teams ein.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt das neue Superspeedway-Paket, das an diesem Wochenende erstmals zum Einsatz kommt. Reduzierte Leistung von rund 465 statt bisher 510 PS und ein von sieben auf vier Zoll gekürzter Spoiler sollen für weniger Abtrieb und Luftwiderstand sorgen. Da vor der Quali kein Training stattfand, gingen die Fahrer ohne jede Draft-Erfahrung mit dem neuen Paket an den Start. Mehrere Piloten rechneten deshalb mit einem deutlich unberechenbareren Pack-Racing als gewohnt, was dem ohnehin schon playoff-entscheidenden Rennen am Samstagabend eine zusätzliche Portion Unwägbarkeit verleihen dürfte.