Rochade im Red-Bull-Lager: Lawson vertritt verletzten Hadjar, Tsunoda kehrt bei Racing Bulls zurück

SPA, BELGIUM - JULY 17: Isack Hadjar of France and Oracle Red Bull Racing walks in the Paddock prior to practice ahead of the F1 Grand Prix of Belgium at Circuit de Spa-Francorchamps on July 17, 2026 in Spa, Belgium. (Photo by Rudy Carezzevoli/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Eine Handgelenksverletzung in der Sommerpause stellt beide Red-Bull-Teams vor Zandvoort auf den Kopf.

Isack Hadjar fällt für den Grossen Preis der Niederlande 2026 in Zandvoort aus, weil er sich während der Sommerpause im Training eine Verletzung am Handgelenk zugezogen hat. Statt eines einfachen Fahrertauschs löst Red Bull den Ausfall jedoch mit einer Rochade zwischen den beiden Teams des Rennstalls: Liam Lawson rückt von den Racing Bulls zu Red Bull Racing auf und übernimmt Hadjars Cockpit an der Seite von Max Verstappen, während Test- und Ersatzfahrer Yuki Tsunoda bei den Racing Bulls sein Renn-Comeback gibt.

Ausfall zur Unzeit

Für Hadjar kommt die Verletzung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Franzose hatte sich in seiner laufenden Saison als verlässlicher Punktesammler für Red Bull etabliert und dürfte den Ausfall in Zandvoort vor allem mit Blick auf die Team-Wertung als Rückschlag empfinden. Wie schwer die Verletzung ausfällt und wie lange Hadjar tatsächlich pausieren muss, lässt sich aus den bislang vorliegenden Informationen nicht abschliessend beurteilen.

Dass Red Bull den Ausfall nicht mit einem einfachen Ersatzfahrer im selben Auto löst, sondern gleich beide Teams des Rennstalls neu sortiert, zeigt, wie eng die Fahrerplanung zwischen Red Bull Racing und den Racing Bulls inzwischen verzahnt ist. Die Konstruktion erlaubt es, den erfahrensten verfügbaren Fahrer direkt ins stärkere Auto zu setzen, ohne dass ein kompletter Neuling unter Wettbewerbsdruck ins kalte Wasser geworfen werden muss.

Lawsons zweite Gelegenheit neben Verstappen

Liam Lawson of New Zealand and Visa Cash App Racing Bulls looks on during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Monaco at Circuit de Monaco on June 06, 2026 in Monte-Carlo, Monaco.
Liam Lawson during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Monaco at Circuit de Monaco on June 06, 2026 in Monte-Carlo, Monaco. (Photo by Rudy Carezzevoli/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool

Für Liam Lawson bedeutet der Aufstieg zu Red Bull Racing eine Rückkehr in ein Umfeld, das er bereits kennt. Der Neuseeländer sitzt damit für Zandvoort im Cockpit neben Max Verstappen, in einem Auto, das ungleich höhere Erwartungen mit sich bringt als der Racing-Bulls-Rennstall. Wie sich Lawson unter diesem Druck schlägt, dürfte innerhalb der Fahrerpolitik von Red Bull genau beobachtet werden, zumal das Team in der Vergangenheit selten zögerte, Kandidaten für das zweite Cockpit auszutauschen.

Die kurzfristige Natur des Einsatzes lässt wenig Raum für Vorbereitung im gewohnten Sinn. Lawson muss sich in der knappen Zeit bis zum Rennwochenende auf ein Auto einstellen, dessen Balance und Reifenverhalten sich spürbar von jenem der Racing Bulls unterscheiden dürfte, ein Umstand, der in der Formel 1 selten unterschätzt werden sollte.

Tsunodas Rückkehr in die Startaufstellung

Yuki Tsunoda of Japan and Oracle Red Bull Racing looks on in the garage during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Hungary at Hungaroring on July 25, 2026 in Budapest, Hungary. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)
Yuki Tsunoda in the garage during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Hungary at Hungaroring on July 25, 2026 in Budapest, Hungary. (Photo by Mark Thompson/Getty Images/Red Bull Content Pool)

Durch Lawsons Wechsel wird bei den Racing Bulls ein Cockpit frei, das nun Yuki Tsunoda übernimmt. Der Japaner, der zuletzt als Test- und Ersatzfahrer im Hintergrund agierte, kehrt damit überraschend in die Startaufstellung zurück und bestreitet in Zandvoort sein Renn-Comeback. Für Tsunoda, der über Jahre hinweg fester Bestandteil des Fahrerlagers war, dürfte dieser Einsatz eine willkommene Gelegenheit sein, sich nach der Zeit abseits des Cockpits wieder ins Rampenlicht zu fahren.

Für die Racing Bulls bedeutet die Konstellation eine ungewohnte Ausgangslage: ein Fahrer, der über Wochen kein Renntempo im aktuellen Auto sammeln konnte, muss sich unter Wettbewerbsbedingungen sofort einfinden. Wie tragfähig die kurzfristige Lösung für beide Red-Bull-Teams ist, dürfte sich erst im Verlauf des Wochenendes in Zandvoort zeigen, und auch Hadjars Rückkehr auf die Strecke bleibt vorerst eine offene Frage.