Palou rollt in Portland zum sechsten Saisonsieg, Lundgaard kämpft sich von ganz hinten nach vorn

OnlyBulls Grand Prix of Portland - Sunday, August 9, 2026
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Der Spanier von Chip Ganassi Racing liess auf dem Roadcourse in Oregon keinen Zweifel an seiner Form, während Christian Lundgaard von Startplatz 25 aus für die Geschichte des Nachmittags sorgte.

Álex Palou hat beim OnlyBulls Grand Prix of Portland genau das gemacht, was er in dieser Saison schon so oft gezeigt hat: sich in Ruhe an die Spitze setzen und dort bleiben. 60 der 110 Runden führte der Chip-Ganassi-Pilot auf dem 1,964-Meilen-Kurs in Portland und fuhr am Ende mehr als vier Sekunden Vorsprung auf Felix Rosenqvist heraus, der von der Pole gestartet war. Es ist der sechste Sieg des Spaniers in dieser Saison, und die Konkurrenz tut sich zunehmend schwer, eine Antwort zu finden.

Rosenqvist führt früh, Palou übernimmt am Pit Cycle

Rosenqvist hatte sich die Pole mit einer starken Runde von 58,4828 Sekunden gesichert und setzte sich beim Start auch zunächst an die Spitze. Die berüchtigte Schikane in Kurve eins, an der in Portland traditionell viel passiert, blieb dieses Mal am vorderen Ende sauber. Rosenqvist und Palou zogen sich früh vom Feld ab, während dahinter die Positionskämpfe losgingen.

Die Wende kam beim ersten Pit-Stop-Zyklus um Runde 38 herum. Palou nutzte die Gelegenheit, übernahm die Führung und liess sie bis zur Zielflagge nicht mehr los. Sein Reifenmanagement in der Schlussphase war der entscheidende Unterschied: Der Vorsprung wuchs in den letzten Runden auf über sechs Sekunden, bevor er sich zum Ziel hin wieder auf 4,1 Sekunden vor Rosenqvist verringerte. Will Power komplettierte für Andretti Global das Podium auf Platz drei, nachdem er sich im Qualifying bereits als drittschnellster Mann gezeigt hatte.

Eine frühe Caution kam in Runde sieben, als Graham Rahal die Streckenbegrenzung traf und den Restart-Rhythmus des Feldes unterbrach. Danach fand das Rennen aber schnell wieder in einen klaren Verlauf, mit Palou und Rosenqvist als klar abgesetztem Duo an der Spitze.

Lundgaard von Platz 25 auf Platz neun

Die eigentliche Geschichte des Nachmittags spielte sich aber weiter hinten im Feld ab. Christian Lundgaard waren nach einer Behinderung im Qualifying seine schnellsten Runden gestrichen worden, und er musste das Rennen von ganz hinten, Startplatz 25, aufnehmen. Was daraus wurde, war eine der eindrücklichsten Aufholjagden der Saison: Der Arrow-McLaren-Pilot arbeitete sich Runde für Runde durch das Feld und lieferte sich in der Schlussphase ein intensives Rad-an-Rad-Duell mit Kyffin Simpson um Platz neun, das er schliesslich für sich entschied.

Am Ende stand Lundgaard mit 25,75 Sekunden Rückstand auf Platz neun, ein Ergebnis, das seinen Speed an diesem Wochenende deutlich unterstreicht und zeigt, wie viel auf einem Roadcourse mit sauberer Reifenverwaltung und cleveren Überholmanövern noch möglich ist, selbst wenn die Startposition eigentlich schon alles verloren zu geben schien. David Malukas, der wie Caio Collet wegen eines nicht genehmigten Motorwechsels nach dem Crash in Nashville mit einer Sechs-Plätze-Strafe ins Rennen ging, kam auf Platz zwölf ins Ziel und zeigte damit ebenfalls, dass die Strafe seine Pace nicht wirklich gebremst hat.

Warmup Lap - OnlyBulls Grand Prix of Portland - By: Travis Hinkle
Penske Entertainment: Travis Hinkle

Erneutes Pech für Armstrong, Blick nach vorn für Palou

Weniger erfreulich verlief der Tag für Marcus Armstrong. Der Meyer-Shank-Pilot, der im zweiten Freien Training noch mit der schnellsten Rundenzeit des Wochenendes auf Alternativreifen überzeugt hatte, musste in Runde 31 mit einem Motorschaden aufgeben. Es ist bereits der dritte Ausfall wegen der Antriebseinheit innerhalb der letzten vier Rennen für den Neuseeländer, nachdem er zuletzt schon in Road America in Führung liegend liegengeblieben war. Für ihn bleibt nach diesem Wochenende vor allem die Frage, wie schnell Meyer Shank das Zuverlässigkeitsproblem in den Griff bekommt, ehe die Saison in die entscheidende Phase geht.

Marcus Ericsson wiederum fing sich früh im Rennen einen Ausritt zwischen den Kurven eins und zwei ein, verlor dabei einiges an Boden, kämpfte sich aber zurück und rettete am Ende Platz sechs für Andretti Global.

Für Palou bedeutet der Sieg vor allem eines: eine weiter wachsende Führung in der Meisterschaft, fünf Rennen vor Saisonende. Nach seinem jüngsten Erfolg in Nashville ist Portland bereits der nächste Beleg dafür, dass der Spanier in dieser Phase der Saison kaum zu stoppen ist, und die Konkurrenz wird sich in den verbleibenden Rennen etwas einfallen lassen müssen, um diesen Vorsprung noch ernsthaft anzugreifen.