Mercedes voran, Verkehr im Fokus: Russell schnellster im ersten Training auf dem neuen Madrid-Kurs

MADRID, SPAIN - SEPTEMBER 11: Andrea Kimi Antonelli of Italy driving the (12) Mercedes AMG Petronas F1 Team W17 on track during practice ahead of the F1 Grand Prix of Spain at Madring on September 11, 2026 in Madrid, Spain. (Photo by Andy Hone/LAT Images)
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Auf dem neu erbauten Strassenkurs mitten in Madrid setzte Mercedes von der ersten Session an die Bestmarke, während der dichte Verkehr auf den 22 Kurven für mehr Gesprächsstoff sorgte als die Rundenzeiten selbst.

George Russell fuhr am Freitag im ersten freien Training zum Grand Prix von Spanien die schnellste Zeit, 1:34.077 Minuten auf dem neuen Strassenkurs Madring in Madrid, und stellte damit von Beginn an klar, dass Mercedes mit diesem ungewohnten Layout gut zurechtkommt. Teamkollege Andrea Kimi Antonelli reihte sich mit 0,286 Sekunden Rückstand direkt dahinter ein, noch vor Ferrari und Red Bull. Für das Fahrerlager war die Session aber nicht nur eine Frage der Zeiten, sondern vor allem eine Lektion in Geduld auf einer Strecke, die keinen Platz für Fehler oder Verkehr lässt.

Mercedes mit Doppelführung, Ferrari und Red Bull auf Distanz

Russell und Antonelli demonstrierten auf dem neuen Kurs eine Konstanz, die den restlichen Teams zu diesem frühen Zeitpunkt fehlte. Charles Leclerc brachte Ferrari mit 0,459 Sekunden Rückstand auf Platz drei, Lewis Hamilton folgte als Vierter mit 0,543 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Für Hamilton, der erst wenige Monate zuvor in Barcelona seinen ersten Sieg im Ferrari-Cockpit gefeiert hatte, war es ein Trainingsauftakt ohne grosse Ausrufezeichen, aber auch ohne Alarmzeichen.

Max Verstappen reihte sich mit 0,626 Sekunden Rückstand auf Platz fünf ein, vor Lando Norris, der mit 0,870 Sekunden das Feld der Topteams komplettierte. Auf einer komplett neuen Strecke sagen solche Abstände naturgemäss wenig über das tatsächliche Kräfteverhältnis am Sonntag aus, sie zeigen aber, dass sich vier Rennställe in enger Reichweite bewegen, wenn es am Wochenende um Platzierungen und Punkte geht.

Verkehr statt Unfälle: Lindblad wütend über Hamilton und Antonelli

Anders als vor dem Wochenende befürchtet, blieb die Formel-1-Session frei von Roten Flaggen, was auf einem engen Stadtkurs mit hohen Mauern keineswegs selbstverständlich ist. Das grössere Thema war der dichte Verkehr auf den 22 Kurven der neuen Strecke, der mehrere Fahrer zu deutlichen Funksprüchen veranlasste.

Arvid Lindblad beschwerte sich besonders lautstark über Lewis Hamilton und Andrea Kimi Antonelli, die ihn in der steil ansteigenden Kurve 12, der sogenannten La Monumental, behinderten. „Die gleichen zwei Typen, Mann! Ich weiss nicht, was sie machen, sie sind einfach dumm mitten in der schnellen Kurve. Das ist wirklich sehr gefährlich“, funkte der Racing-Bulls-Pilot an seine Box. Laut Berichten äusserten sich auch Carlos Sainz und Nico Hülkenberg über Fahrzeuge, die ihnen auf der Ideallinie im Weg standen, ein Hinweis darauf, dass die Streckenführung den Teams in den kommenden Sessions noch einiges an Koordination beim Anfahren schneller Runden abverlangen wird.

Schatten des Monza-Zwischenfalls und Blick auf das Wochenende

Lewis Hamilton, Image: Ferrari
SPANISH GRAND PRIX LEWIS: “OUR FOCUS HAS TO BE ON EXECUTING THE WEEKEND AS WELL AS POSSIBLE”

Im Vorfeld des Trainings hatte die Aufarbeitung des Zusammenstosses zwischen den beiden Ferrari-Piloten aus Monza für Gesprächsstoff gesorgt. Berichten zufolge übernahm Charles Leclerc am Medientag in Madrid öffentlich die Verantwortung für den Vorfall, bei dem Hamilton ins Kiesbett gedrängt worden war, und die beiden Fahrer sollen das Thema demnach in einem persönlichen Gespräch geklärt haben. Dass Leclerc und Hamilton nun im ersten Training auf den Plätzen drei und vier lagen, ohne erneuten Kontakt, dürfte intern als kleines Zeichen der Beruhigung gewertet werden, ersetzt aber keine Antwort auf die eigentliche Frage, wie Ferrari gegen die Mercedes-Doppelführung bestehen will.

Noch vor dem ersten F1-Training hatte ein schwerer Unfall in der Formel 2 die Startvorbereitungen überschattet: ART-Pilot Tasanapol Inthraphuvasak verlor in Kurve 19 die Kontrolle, sein Auto fing nach dem Aufprall Feuer, der Fahrer konnte laut Berichten unverletzt aus dem Wrack steigen. Für die Formel 1 blieb es bei einer 24 Minuten langen Unterbrechung im Zeitplan, ein Vorgeschmack darauf, wie unversöhnlich diese neue Strecke mit Fehlern umgeht. Für Mercedes war die erste Bestandsaufnahme jedenfalls ermutigend, für Ferrari, Red Bull und McLaren bleibt bis zum Qualifying am Samstag Zeit, den Rückstand zu erklären oder zu schliessen.

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