Kyle Larson beendet 51-Rennen-Durststrecke mit Doppel-Overtime-Krimi in Gateway

MADISON, ILLINOIS - SEPTEMBER 13: Kyle Larson, driver of the #5 HendrickCars.com Chevrolet, celebrates with his crew after winning the NASCAR Cup Series Enjoy Illinois 300 at WWT Raceway on September 13, 2026 in Madison, Illinois. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Nach 18 Cautions, zwei roten Flaggen und zwei zusätzlichen Green-White-Checkered-Versuchen stand am Ende ein Name ganz oben, den die Konkurrenz seit über einem Jahr nicht mehr an dieser Stelle gesehen hatte.

Kyle Larson hat am Sonntag den Enjoy Illinois 300 auf dem World Wide Technology Raceway gewonnen und damit eine 51 Rennen andauernde Durststrecke beendet. Der Hendrick-Pilot im No. 5 Chevrolet fuhr 80 der 248 gefahrenen Runden an der Spitze, darunter die entscheidenden letzten 13, und setzte sich im zweiten Overtime-Restart mit 0,333 Sekunden Vorsprung gegen seinen Teamkollegen Alex Bowman durch. Das Rennen wurde von den regulären 240 auf 248 Runden verlängert und ging als das an Cautions reichste in der Geschichte der Strecke in die Annalen ein: 18 Gelbphasen für 87 Runden sowie zwei rote Flaggen für Streckenreinigungen prägten den Nachmittag in Madison, Illinois.

Logano diktiert das Tempo, Larson übernimmt bei den Pit-Stopps

MADISON, ILLINOIS - SEPTEMBER 13: Joey Logano, driver of the #22 Shell Pennzoil Ford, and Brad Keselowski, driver of the #6 Castrol Ford, race during the NASCAR Cup Series Enjoy Illinois 300 at WWT Raceway on September 13, 2026 in Madison, Illinois. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
Joey Logano, driver of the #22 Shell Pennzoil Ford, and Brad Keselowski, driver of the #6 Castrol Ford, race during the NASCAR Cup Series Enjoy Illinois 300 at WWT Raceway on September 13, 2026 in Madison, Illinois. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)

Polesitter Joey Logano liess in seinem No. 22 Team-Penske-Ford früh keinen Zweifel daran, wer den Ton angeben wollte. Von der Pole aus zog er sofort davon, gewann Stage 1 souverän und markierte dabei die schnellste Rennrunde des Tages. Bis weit in Stage 2 hinein blieb Logano das Mass der Dinge und fuhr am Ende mit 96 geführten Runden den Bestwert des Feldes ein.

Die Wende kam über die Boxengasse, nicht auf der Strecke selbst. Larson und sein No. 5 Team nutzten einen Caution-Zyklus für einen schnellen Stopp und einen sauberen Restart, übernahmen so die Führung und verteidigten sie gegen den nachdrängenden Rest des Feldes bis zum Ende von Stage 2. Für Larson, der die Saison bislang ohne Sieg bestritten hatte, war das der erste Hinweis darauf, dass an diesem Wochenende mehr möglich sein könnte als ein weiterer Top-10-Platz.

Bremsdefekte und ein Big One werfen die Chase-Reihenfolge durcheinander

MADISON, ILLINOIS - SEPTEMBER 13: Ryan Blaney, driver of the #12 Menards/ATLAS Designer Shingles Ford, spins into the wall after an on-track incident during the NASCAR Cup Series Enjoy Illinois 300 at WWT Raceway on September 13, 2026 in Madison, Illinois. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
Ryan Blaney, driver of the #12 Menards/ATLAS Designer Shingles Ford, spins into the wall after an on-track incident during the NASCAR Cup Series Enjoy Illinois 300 at WWT Raceway on September 13, 2026 in Madison, Illinois. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)

Was danach folgte, war eine Schlussphase, die einige Chase-Teilnehmer ihre Meisterschaftshoffnungen teuer bezahlen liess. In Runde 140 sorgte ein aggressives Vierfach-Manöver von Bubba Wallace in Kurve 1 für einen Dreher im Mittelfeld, der Chase Briscoe erwischte und William Byron beschädigte. Deutlich schwerer wog Runde 155: Ryan Blaney, bis dahin unter den ersten sechs unterwegs, erlitt an seinem No. 12 Ford einen kompletten Bremsscheibendefekt auf der Start-Ziel-Geraden und musste den Wagen hinter die Boxenmauer fahren. Der Ausfall bedeutete Platz 35 für Blaney und einen empfindlichen Rückschlag für seine Chase-Wertung.

In Runde 223 folgte dann der Big One des Tages: Wallace geriet beim Verlassen von Kurve 2 in Kontakt mit Josh Berry, riss dabei Christopher Bell und Tyler Reddick mit hinein. Reddicks No. 45 Toyota hob kurzzeitig über Berrys Hinterrad ab, die rote Flagge für die Streckenreinigung war die logische Folge. Auch abseits dieser Szene sammelte sich die Ausfallliste: Chase Elliott (Bremsproblem, Platz 31), Daniel Suárez nach mehreren Kontakten im Laufe des Rennens (Platz 29) und Ty Dillon, der in ein Mittelfeldgedränge um Connor Zilisch und Carson Hocevar geriet und mit beschädigtem Auto aufgeben musste (Platz 30). Angesichts der Fülle an Zwischenfällen sollen sich Ryan Blaney und Erik Jones laut einem Bericht sarkastisch mit dem Kommentar ‘Let’s keep crashing’ geäussert haben, ein Satz, der die Stimmung im Feld an diesem Nachmittag ziemlich genau traf.

Zwei Overtimes, ein Zieleinlauf mit 0,333 Sekunden

Ein späterer mechanischer Defekt bei Chris Buescher, dessen No. 17 nach einem Bremsausfall in der Schlussphase in die Aussenmauer einschlug und das Rennen unter Rot brachte, schickte das Feld in die Verlängerung. Der erste Overtime-Restart hielt keine zehn Sekunden: Denny Hamlin und Carson Hocevar gerieten beim Anfahren von Kurve 1 aneinander, schoben Fahrzeuge in Shane van Gisbergen, der sich drehte und damit den zweiten Overtime-Versuch erzwang.

Beim zweiten Restart machte Larson kurzen Prozess. Er kam explosiv aus der Zone, zog sofort klar nach vorn in Kurve 1 und liess Bowman keine Gelegenheit zum Kontern über die ersten drei Kurven. Bowman warf auf der Weiss-Flaggen-Runde noch einmal alles in die Waagschale und schob sich bis auf 0,333 Sekunden heran, doch Larson verteidigte die hohe Linie durch die Kurven drei und vier und überquerte die Ziellinie als Erster. Es ist Larsons 33. Karrieresieg in der Cup Series und sein erster in dieser Saison, ein Ergebnis, das ihn in der Chase-Gesamtwertung auf Platz zwei nach vorne bringen dürfte und das Titelrennen nach dem verpatzten Wochenende von Blaney noch einmal deutlich enger machen dürfte.

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