Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Auf dem 0,875-Meilen-Oval setzt sich Ryan Blaney im Qualifying knapp gegen Kyle Larson durch, während Brad Keselowski nach einem harten Einschlag in der Praxis für eine der Geschichten des Tages sorgt.
Achtzehn Tausendstel. Mehr trennte am Samstag in Iowa die Pole-Position von Platz zwei nicht. Ryan Blaney sicherte sich im Team-Penske-Ford mit 23,474 Sekunden seine dritte Pole der Saison und die 15. seiner Karriere, doch das Feld dahinter lag so eng beieinander wie selten zuvor auf dem kurzen Oval in Newton.
Ein Front-Row-Fight bis auf die Tausendstel
Kyle Larson brachte seinen Hendrick-Chevrolet auf 23,492 Sekunden und schnappte sich damit den zweiten Startplatz, exakt die gleiche Zeit wie Joey Logano im zweiten Penske-Ford. Der Tiebreaker fiel zugunsten von Larson aus, Logano musste sich mit Startplatz drei begnügen, obwohl die Uhr für beide identisch stehenblieb.
Dahinter reihten sich Brad Keselowski auf Platz vier und Tyler Reddick auf Platz fünf ein, beide nur wenige Hundertstel hinter der Spitze. Für Penske bedeutet das gleich zwei Autos in den Top drei, ein starkes Signal vor einem Rennen, bei dem der Restart-Rhythmus auf dem engen Oval über 350 Runden immer wieder neu gemischt wird.
Die Top zehn komplettierten Ty Gibbs, Austin Dillon, Connor Zilisch, Ross Chastain und Erik Jones, alle innerhalb einer knappen Zehntelsekunde. Auf einer Strecke, wo der Draft kaum eine Rolle spielt und jede Zehntelsekunde am Ende bares Geld auf der Pit-Road wert ist, war das eine der dichtesten Qualifying-Sessions der Saison.
Keselowski fährt nach dem Wandkontakt einfach weiter
Die eigentliche Geschichte des Tages spielte sich schon in der Praxis ab. Keselowski hatte dort mit der viertschnellsten Runde begonnen, ehe er über die Bumps in den Kurven eins und zwei das Heck seines Nummer-6-Fords verlor und hart in die Aussenwand schlug. Der Schaden am Heck war deutlich sichtbar, das RFK-Racing-Team musste in der Garage improvisieren.
Dass Keselowski wenige Stunden später mit Startplatz vier ins Qualifying zurückkam, sagt einiges über die Arbeit der Crew an der Box aus. Auf einem Highspeed-Oval wie Iowa, wo schon kleine aerodynamische Unwuchten am Heck sofort im Handling zu spüren sind, ist das keine Selbstverständlichkeit. Für Sonntag bleibt abzuwarten, wie belastbar das reparierte Chassis über 350 Runden Renndistanz wirklich ist.
Auch Chase Elliott hatte in der Praxis Kontakt mit der Wand, nachdem er ins Schleudern geraten war. Sein Team reparierte den Hendrick-Chevrolet, doch im Qualifying reichte es am Ende nur zu Startplatz 32, weit weg von den Positionen, die man sich bei Hendrick erhofft hatte.
Von der Praxis-Spitze ins Mittelfeld
Wer die Praxis am Vormittag verfolgt hatte, rieb sich beim Blick auf die Qualifying-Ergebnisse die Augen. Erik Jones war mit der schnellsten Einzelrunde aus der ersten Session gegangen, fiel im Zeittraining aber auf Platz zehn zurück. Ty Gibbs, in der Praxis Zweiter, qualifizierte sich als Sechster, und Austin Cindric rutschte von Rang drei in der Praxis bis auf Startplatz zwölf ab.
Auch bei Joe Gibbs Racing gab es Reibungsverluste. Denny Hamlin und Chase Briscoe hatten beide während der Praxis Bremsprobleme gemeldet, und das schlug sich in der Startaufstellung nieder: Briscoe qualifizierte sich als 20., Hamlin fiel bis auf Platz 29 zurück, weit entfernt von seinem Formstand in den vergangenen Wochen.
Für den Sonntag heisst das vor allem eines: Die Startaufstellung sagt auf einem Short-Track wie Iowa nur bedingt etwas über das Rennen aus. Wer in der Praxis über lange Stints stark war, wie Blaney mit seiner Bestmarke im Zehn-Runden-Schnitt, dürfte im Renntrimm noch einmal ein ganz anderes Bild abgeben als im reinen Sprint-Modus des Qualifyings. Bei ausverkauftem Haus zum dritten Jahr in Folge und Dierks Bentley als Vorprogramm verspricht der Iowa Corn 350 damit ein Rennen zu werden, in dem sich das eng gestaffelte Feld über 350 Runden gewaltig neu sortieren kann.





