Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Im einzigen freien Training vor dem Freeway Insurance 500 behielt Ryan Blaney im Penske-internen Duell die Oberhand, während Chase-Spitzenreiter Kyle Larson nur die 13. Zeit fand.
Ryan Blaney hat im einzigen freien Training vor dem Freeway Insurance 500 am Samstagnachmittag auf dem Phoenix Raceway die schnellste Rundenzeit gesetzt. Der Team-Penske-Pilot drehte in 26,969 Sekunden die Bestzeit der Session und verwies Carson Hocevar von Spire Motorsports sowie seinen Teamkollegen Joey Logano auf die Plätze zwei und drei. Das Training war die einzige freie Session vor dem siebten von zehn Rennen des Chase auf dem 1-Meilen-Oval in Avondale, wo am Sonntag über 312 Runden um wichtige Punkte im Titelkampf gefahren wird. Im anschliessenden Qualifying legte Blaney nach und sicherte sich in 26,250 Sekunden die Pole-Position vor Logano.
Penske vorn, Joe Gibbs Racing dicht dahinter
Blaneys Bestzeit stand am Ende mit 0,029 Sekunden Vorsprung auf Hocevar und 0,046 Sekunden auf Logano fest, wobei Logano selbst nur 0,017 Sekunden hinter Hocevar blieb. Über die Distanz zeigte sich ein anderes Bild: Im Schnitt über zehn Runden war Christopher Bell der Schnellste, vor Hocevar, Blaney, Josh Berry und Logano.
Dahinter ballte sich das Feld von Joe Gibbs Racing: Denny Hamlin kam auf Platz vier, 0,117 Sekunden hinter Blaney und 0,071 Sekunden hinter Logano. Christopher Bell reihte sich mit nur 0,014 Sekunden Rückstand auf Hamlin auf Platz fünf ein, gefolgt von Daniel Suárez (Spire Motorsports) auf Platz sechs und Ty Gibbs auf Platz sieben, der lediglich 0,004 Sekunden hinter Suárez lag. Chase Briscoe komplettierte als Achter mit 0,204 Sekunden Rückstand auf Blaney die Gruppe der schnellen JGR-Autos.
Chase-Spitze zeigt gemischte Form
Wer die Namen in den vorderen Trainingsplätzen mit der Chase-Wertung vor dem siebten von zehn Rennen abgleicht, findet dort gleich vier der sechs Spitzenreiter wieder: Blaney auf Platz eins, Logano auf Platz drei, Hamlin auf Platz vier und Bell auf Platz fünf. Auch Briscoe, der mit viel Schwung nach Phoenix reiste, nachdem er die beiden vorangegangenen Chase-Rennen in Las Vegas und Charlotte gewonnen hatte, drehte mit der achtschnellsten Runde eine solide Zeit.
Deutlich zurückhaltender wirkte dagegen ausgerechnet der Mann an der Tabellenspitze: Kyle Larson, der die Gesamtwertung nach dem vor dem Rennen veröffentlichten Punktestand mit 2.367 Punkten anführt, kam im Training nicht über Platz 13 hinaus und lag damit ausserhalb der schnellsten zehn. Auch im Schnitt über zehn Runden kam er nur auf Rang zwölf. Innerhalb des Hendrick-Lagers reichte es für ihn immerhin zu 0,023 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege William Byron. Fürs Rennen selbst sagt eine Trainingszeit naturgemäss wenig aus, doch als Signal vor einem engen Chase-Wochenende dürfte die Diskrepanz zwischen Tabellenführung und Longrun-Pace bei Larsons Team durchaus registriert worden sein. Im Qualifying setzte sich das fort: Larson geht am Sonntag nur von Startplatz 22 ins Rennen.
Ruhe nach dem Zwischenfall von Charlotte
Für zusätzliches Gesprächsthema abseits der Rundenzeiten sorgte ein Nachspiel aus dem vorherigen Rennen: Ricky Stenhouse Jr. und Michael McDowell, die im Training die Plätze 28 und 19 belegten, waren nach dem Zieleinlauf in Charlotte aneinandergeraten. Am Samstagmorgen wurden beide Fahrer vor dem Training direkt am Phoenix Raceway in den NASCAR-Hauler zitiert. Bereits am Dienstag hatte Mike Forde, Vizepräsident für Rennkommunikation bei NASCAR, im Podcast „Hauler Talk“ erklärt, der Vorfall sei „probably the closest it's gotten to being a penalty without it being a penalty“ gewesen. Eine Strafe gab es nicht, weil kein Auto in die Mauer geschlagen oder ein anderes Fahrzeug beschädigt worden war. Beide Fahrer gaben nach dem Gespräch Entwarnung, die Sache sei geklärt.
Nach Training und Qualifying richtet sich der Blick nun auf den Sonntag, wenn über 312 Runden auf dem Phoenix-Oval entschieden wird, wer im Titelkampf einen Schritt nach vorn macht und wer, wie Larson trotz Tabellenführung, erst noch Tempo finden muss.





