Antonelli triumphiert in Austin, der Titel muss noch warten

Formula One - Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, 2026 United States GP. Kimi Antonelli
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Mit seinem neunten Saisonsieg baute Andrea Kimi Antonelli seine Führung in der Fahrerwertung aus, die Krönung zum jüngsten Weltmeister der Geschichte verschob sich dennoch um mindestens ein weiteres Rennen.

Andrea Kimi Antonelli hat den Grossen Preis der USA auf dem Circuit of the Americas in Austin gewonnen und von der Pole-Position aus seinen neunten Saisonsieg eingefahren. Der Mercedes-Pilot liess dem Feld keine Chance, Charles Leclerc wurde Zweiter, Max Verstappen komplettierte das Podium. Für Antonelli bedeutete der Sonntag einen weiteren grossen Schritt in Richtung seines ersten Weltmeistertitels, die rechnerische Entscheidung fiel in Austin aber noch nicht.

Von der Pole zum souveränen Sieg

Antonelli liess an diesem Nachmittag wenig Raum für Zweifel. Von der Pole-Position gestartet, kontrollierte er das Rennen über die gesamte Distanz und kam mit 13,078 Sekunden Vorsprung auf Leclerc ins Ziel, eine Marge, die in der Formel 1 selten allein durch Tempo entsteht und viel über die Stabilität seines Sonntags aussagt. Eine Ein-Stopp-Strategie brachte ihn unbehelligt durchs Feld, während hinter ihm die eigentlichen Kämpfe um Positionen tobten.

Verstappen beendete das Rennen als Dritter, 4,407 Sekunden hinter Leclerc, nur rund eine Sekunde vor Hamilton auf Rang vier. Lando Norris wurde Fünfter, sein McLaren-Teamkollege Oscar Piastri Siebter, dazwischen landete Isack Hadjar auf Platz sechs. Bei McLaren hatte Piastri in Runde 8 auf Anweisung des Teams Norris vorbeilassen müssen.

Matchball vertan, die Entscheidung wandert nach Mexiko

Austin war für Antonelli der erste echte Matchball der Saison. Um sich vorzeitig zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu krönen, hätte George Russell maximal Neunter und Lewis Hamilton maximal Fünfter werden dürfen. Beide Rechnungen gingen nicht auf: Hamilton wurde Vierter, Russell Achter, zwei Platzierungen, die knapp über den nötigen Schwellenwerten lagen und die Krönung damit verschoben.

Dennoch bleibt die Ausgangslage für Antonelli komfortabel. Mit dem Sieg baute er seine Führung in der Fahrerwertung auf 123 Punkte vor Russell aus, ein Polster, das kaum noch Interpretationsspielraum lässt. Die nächste Gelegenheit, den Titel rechnerisch klarzumachen, bietet sich beim Grossen Preis von Mexiko, wo die Formel 1 die Entscheidung endgültig herbeiführen könnte.

Unruhe im Mittelfeld, zwei Ferraris im Gleichschritt

Während an der Spitze Ordnung herrschte, sorgte das Mittelfeld für die Nebenhandlungen des Tages. Schon in der ersten Runde kollidierten Oliver Bearman und Pierre Gasly, die Rennkommissare sahen Bearman in der Verantwortung und belegten ihn mit einer Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, ehe Folgeschäden den Haas-Piloten später endgültig aus dem Rennen nahmen. Kurz darauf sorgte eine Berührung zwischen Alexander Albon und Fernando Alonso für Trümmerteile in Kurve 12 und ein kurzes Virtual Safety Car in der zweiten Runde. George Russell war bereits in der ersten Runde im selben Bereich von der Strecke abgekommen, hatte sich dabei einen Vorteil verschafft und erhielt eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, die er bei seinem Boxenstopp in Runde 23 absass. Franco Colapinto wurde in Runde 36 von Alpine an die Box beordert und stellte seinen Wagen ab, einen Grund nannte das Team zunächst nicht. Rund fünf Runden vor Schluss kam ein Motorproblem am Cadillac von Valtteri Bottas hinzu: Sein Wagen blieb an einer Notausfahrt liegen und löste eine weitere Virtual-Safety-Car-Phase aus, ehe die Strecke drei Runden vor dem Ende wieder freigegeben wurde.

Inmitten dieses Trubels lieferte Ferrari eine diszipliniert geführte Vorstellung ab. Leclerc und Hamilton brachten ihre Autos am Ende sauber auf die Plätze zwei und vier, mit 5,437 Sekunden Abstand zueinander. Für Ferrari war es ein solider Doppelpunktegewinn, für Antonelli und Mercedes aber vor allem die Bestätigung, dass der Titelkampf in Austin zwar enger an ein Ende gerückt ist, die letzte Formalität jedoch erst in Mexiko folgen dürfte.