Marco Rossi · F1-Korrespondent
Nach Problemen am Freitag fand Mercedes über Nacht die Lösung und schickte Andrea Kimi Antonelli als Schnellsten in die Qualifying-Vorbereitung.
Andrea Kimi Antonelli hat das dritte freie Training zum Grand Prix von Bahrain in Malaysia am Samstag in 1:36.302 Minuten beendet und damit die Bestzeit vor Max Verstappen und Isack Hadjar gesichert, nachdem sein Mercedes-Team laut Berichten in der Nacht zuvor gezielt an den Problemen aus dem zweiten Training gearbeitet hatte. Die Session auf dem Sepang International Circuit wurde zudem kurzzeitig durch eine rote Flagge unterbrochen, nachdem sich ein Karbonteil von Oliver Bearmans Haas gelöst hatte und auf der Ideallinie von Kurve 10 liegen blieb.
Mercedes löst sein Kurvenproblem über Nacht
Am Freitag hatte Mercedes in den langsamen Kurven von Sepang sichtlich zu kämpfen, während Ferrari mit Charles Leclerc das zweite Training anführte. Nach gezielter Arbeit am Simulator über Nacht zeigte sich am Samstagmorgen ein anderes Bild: Antonelli drehte mit 1:36.302 Minuten die schnellste Runde des gesamten Wochenendes und verwies Verstappen um 0,278 Sekunden auf den zweiten Platz.
Dass ausgerechnet das Balance-Problem, das Mercedes am Freitag noch ausbremste, binnen einer Nacht behoben werden konnte, spricht für die Reaktionsfähigkeit der Ingenieure um Antonelli. George Russell reihte sich mit 0,610 Sekunden Rückstand auf Platz vier ein und bestätigte damit, dass die Verbesserung keine Eintagsfliege eines einzelnen Fahrers war, sondern das gesamte Auto betraf.
Red Bull bleibt die konstanteste Grösse

Wo Mercedes zwischen den Sessions schwankte, zeigte sich Red Bull bemerkenswert stabil. Verstappen führte bereits das erste Training an und reihte sich nun mit Platz zwei erneut in die Spitzengruppe ein, während Isack Hadjar mit Rang drei seine starke Form aus FP1 und FP2 bestätigte, in denen er jeweils unter den ersten drei lag. Für den Titelkampf dürfte diese Konstanz schwerer wiegen als eine einzelne Bestzeit, denn sie deutet darauf hin, dass das Red-Bull-Paket über unterschiedliche Streckenbedingungen hinweg funktioniert.
Ferrari dagegen rutschte nach der Führung in FP2 im dritten Training auf die Plätze fünf und sechs ab, Leclerc lag 0,714 Sekunden hinter Antonelli, Lewis Hamilton weitere 0,025 Sekunden dahinter. Das muss für die Qualifikation am Nachmittag noch nichts bedeuten, zeigt aber, wie eng das Feld zwischen Mercedes, Red Bull und Ferrari in diesem Jahr zusammenliegt.
Bearmans Bremsbelüftung sorgt für Unterbrechung, McLaren tastet sich heran
Die Session wurde für mehrere Minuten unterbrochen, nachdem sich ein Karbonstreifen von den vorderen Bremsbelüftungen an Oliver Bearmans Haas gelöst und sich auf der Ideallinie von Kurve 10 abgelegt hatte. Die Rennleitung liess das Trümmerteil bergen, bevor der Verkehr wieder freigegeben wurde, ein Vorfall ohne Folgen für die Zeitenliste, der aber wertvolle Trainingsminuten kostete.
McLaren fand im dritten Training mit Lando Norris auf Platz sieben und Oscar Piastri auf Platz acht eine solidere Form als am Freitagmorgen, als beide noch ausserhalb der Top Ten lagen. Weiter hinten sorgte Franco Colapinto mit Rang neun für die Überraschung der Session und deutete an, dass Alpine auf dem abrasiven Belag von Sepang mehr Potenzial haben könnte, als es die ersten beiden Trainings vermuten liessen. Mit Blick auf das Qualifying am Nachmittag bleibt vor allem offen, ob Mercedes seine neu gefundene Pace über eine einzelne schnelle Runde bestätigen kann oder ob Red Bulls Konstanz am Ende den Unterschied macht.




