Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Ein Sieg mit Spritspar-Nerven, ein Tag voller Blechschaden und ein Rückschlag, der die Playoff-Bubble noch enger macht.
Am Iowa Speedway war am Sonntag von Anfang bis Ende Bewegung im Feld. Ryan Blaney kontrollierte die erste Stage komplett von der Pole aus, doch am Ende war es Joe Gibbs Racing, das die Newton-Piste für sich einnahm. Ty Gibbs setzte sich in einem 350-Runden-Rennen durch, das früh von einem harten Crash geprägt wurde und sich über die Distanz zu einem echten Spritspar-Duell entwickelte. Christopher Bell komplettierte den Doppelsieg für sein Team, Blaney musste sich mit Platz drei begnügen.
Blaney führt, aber die Gibbs-Boys lauern

Ryan Blaney machte von der Pole aus genau das, was ein Favorit an einem kurzen Oval tun muss. Er führte alle 70 Runden der ersten Stage und sicherte sich den Stage-Sieg ungefährdet, mit Joey Logano und Kyle Larson im Schlepptau. Auf dem 0,875-Meilen-Oval von Iowa ist der Vorteil an der Spitze riesig, weil der Verkehr im Pack schnell eng wird, und Blaney nutzte das konsequent aus.
Doch schon in Stage 2 drehte sich das Blatt. Christopher Bell übernahm auf Runde 144 die Führung und zog dem Feld einfach davon. Bis zum Ende der mittleren Stage liess er nichts mehr anbrennen und holte sich den zweiten Stage-Sieg des Tages, vor Logano, Ross Chastain und seinem Teamkollegen Ty Gibbs, der sich im Hintergrund bereits in Lauerposition brachte.
Harter Crash auf Runde 4 kostet Reddick und Jones das Rennen
Die grösste Erschütterung des Tages kam schon früh. Auf Runde 4, beim Kampf um Platz acht in Turn eins, verlor Tyler Reddick sein Auto an der unteren Linie, rutschte hoch durch die Bahn und krachte mit voller Wucht in die Aussenwand. Dabei kollidierte er mit Erik Jones, der ebenfalls hart in die Mauer geschoben wurde. Beide Toyotas waren nicht mehr reparierbar, Reddick beendete den Tag auf Platz 36, Jones direkt davor auf 35.
Für Jones war es ein besonders bitterer Nachmittag. Er war vor dem Rennen 18. in der Meisterschaft und brauchte dringend Punkte, um an der Playoff-Cutline dranzubleiben. Ein DNF auf Runde 4 ist bei einem 350-Runden-Rennen der schlimmstmögliche Start, und die Lücke zur Postseason wird damit fast uneinholbar.
Die restliche Stage 2 blieb turbulent. Shane van Gisbergen drehte sich auf Runde 91 durch die Kurven drei und vier, blieb aber ohne Wandkontakt auf der Führungsrunde. Kurz danach traf es Ricky Stenhouse Jr., der nach Kontakt von Michael McDowell ebenfalls herumgeschleudert wurde. Carson Hocevar kämpfte mit technischen Problemen und drehte sich auf Runde 141 in Turn vier. Und in einem Vierer-Duell um die Führung schickte ein Restart-Push von John Hunter Nemechek gegen Kyle Larson ein ganzes Quartett, Larson, Alex Bowman, Ryan Preece und Riley Herbst, in eine enge Situation durch die Kurven drei und vier. Bowman kassierte dabei so schweren Nasenschaden, dass sein Team ihn in die Garage schicken musste, ein 34. Platz war die Folge.
Spritspar-Poker entscheidet die Schlussphase
In der finalen 140-Runden-Stage lief bei Joe Gibbs Racing einfach alles zusammen. Ty Gibbs navigierte sich geduldig durch den Verkehr, spielte die Spritspar-Karte zum richtigen Zeitpunkt und zog am Ende an der Konkurrenz vorbei, um seinen Sieg in Iowa zu holen. Christopher Bell blieb dran, mit gerade einmal 0,253 Sekunden Rückstand im Ziel, und machte den Doppelsieg für sein Team perfekt. Blaney, der Stage 1 dominiert hatte, rettete Platz drei, vor Josh Berry und Denny Hamlin.
Für Joe Gibbs Racing war es ein Tag, der die Stärke des Teams über die komplette Renndistanz zeigte, von der Stage-2-Dominanz bis zum cleveren Fuel-Management im Finish. Für Erik Jones und Tyler Reddick dagegen war Iowa ein weiterer Rückschlag in einem Sommer, der für beide zunehmend zäh wird, gerade mit Blick auf die enger werdende Playoff-Bubble in den letzten Regular-Season-Rennen.





