Nürburgring als Wendepunkt: DTM-Titelkampf vor doppeltem Härtetest

DTM, 9. + 10. Rennen Nürburgring 2025 - Foto: Gruppe C Photography
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Klaus Weber · DTM-Korrespondent

Beim Doppelrennen auf dem Grand-Prix-Kurs verteidigt Maro Engel einen Vorsprung von 21 Punkten auf Nicki Thiim, während dahinter vier Fahrer um Platz zwei bis fünf innerhalb von 30 Punkten liegen.

Vom 14. bis 16. August 2026 tragen die Runden 11 und 12 der DTM-Saison am Nürburgring aus, gefahren wird auf dem Grand-Prix-Kurs. Zwei Rennen an einem Wochenende bedeuten zwei Gelegenheiten, Punkte zu sammeln oder zu verlieren, und angesichts der engen Feldstärke im aktuellen Klassement kann das Wochenende die Weichen für die letzten Saisonrunden stellen.

Enges Feld hinter dem Spitzenreiter

Maro Engel (Winward Racing, Mercedes-AMG) führt die Meisterschaft mit 145 Punkten an. Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin) liegt auf Rang zwei, sein Rückstand beträgt 21 Punkte, 124 zu 145. Dahinter folgt Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) mit 123 Punkten, nur einen Punkt hinter Thiim. Diese Konstellation zeigt, wie knapp die Ausgangslage tatsächlich ist: Ein einziges Rennergebnis kann die Reihenfolge auf den Positionen zwei und drei umkehren.

DTM, 9. + 10. Rennen Oschersleben 2026 #91 Porsche 911 GT3 R (992), Manthey: Thomas Preining - picture by Gruppe C Photography
Thomas Preining – picture by Gruppe C Photography | ADAC

Auf Rang vier liegt Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche) mit 117 Punkten, sechs hinter Auer. Der Abstand zur nächsten Gruppe ist deutlich grösser: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari) und Arjun Maini (HRT Ford Performance, Ford) teilen sich mit je 94 Punkten Rang fünf und sechs, 23 Punkte hinter Preining. Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW) komplettiert mit 91 Punkten die Top sieben, nur drei Zähler hinter Cairoli und Maini.

Zwei Rennen, doppeltes Risiko

Das Programm am Nürburgring sieht zwei Trainingseinheiten sowie zwei Rennen vor, verteilt über das Wochenende. Für die Fahrer im engen Mittelfeld der Tabelle bedeutet das: Ein schwacher Samstag lässt sich am Sonntag potenziell noch ausgleichen, ein Fehler in beiden Rennen dagegen nicht. Wie viele Punkte am Ende zwischen den Positionen liegen, hängt auch davon ab, wie die Teams ihr Renntrimm-Setup über das Wochenende anpassen, da unterschiedlicher Reifenabbau je nach Rennlänge und Streckentemperatur typischerweise zu abweichenden Strategien zwischen Rennen eins und Rennen zwei führt.

Für Engel an der Spitze zählt vor allem eines: Schadensbegrenzung. Ein Vorsprung von 21 Punkten auf Thiim ist komfortabel, aber nicht uneinholbar, solange in der Saison noch mehrere Rennwochenenden mit jeweils zwei Läufen anstehen. Jedes einzelne Rennen am Nürburgring trägt damit zur Endabrechnung bei.

Neue Namen in der Spitzengruppe

DTM, 7. + 8. Rennen Norisring 2026 #7 Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO, Comtoyou Racing: Nicki Thiim - picture by Gruppe C Photography
Nicki Thiim – picture by Gruppe C Photography | ADAC

Bemerkenswert an der aktuellen Tabelle ist die Präsenz von Nicki Thiim und Comtoyou Racing auf Aston Martin, die sich mit Rang zwei fest in der Spitzengruppe etabliert haben, traditionell eine Domäne der deutschen Hersteller. Auch Arjun Maini und HRT Ford Performance mit dem Ford Mustang GT3 Evo gehören mittlerweile zu den Teams, die im vorderen Mittelfeld um Punkte kämpfen, mit 94 Zählern gleichauf mit Cairoli auf Ferrari.

Für das Nürburgring-Wochenende bedeutet das eine Feldstärke, die sich nicht mehr allein auf Mercedes-AMG, Porsche und BMW konzentriert. Wie sich diese Verschiebung auf der Strecke niederschlägt, wird sich in den beiden Renntrimm-Sessions und den beiden Rennen zeigen, deren Ausgang die Tabelle vor den folgenden Saisonrunden neu ordnen kann.