Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Nach fast 40 Jahren in Toronto zieht der kanadische Strassenkurs um, während Alex Palou seiner vierten Astor-Cup-Krone in Folge entgegenfährt.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Serie biegt die NTT INDYCAR SERIES nicht in Downtown Toronto ab, sondern in die Strassen von Markham, Ontario. Der Ontario Honda Dealers Indy at Markham ist Runde 14 von 18 im Kalender 2026, und weil der FIFA World Cup 2026 die alte Strecke bei Exhibition Place beansprucht, hat die Serie einen komplett neuen 3,52 Kilometer langen Kurs mit zwölf Kurven und einer zweiseitigen Pit Lane aus dem Boden gestampft. Für alle Fahrer im Feld heisst das: keine Referenzdaten, keine alten Setup-Notizen, nur Simulator-Arbeit und das freie Training am Freitag, um sich ein erstes Bild zu machen.
Ein Wochenende bei null
Freitag, 14. August, ist Fan Friday mit freiem Eintritt gegen eine freiwillige Spende an Make-A-Wish Canada, und zwischen 10 und 11.30 Uhr Ortszeit dreht das Feld die ersten Runden überhaupt auf diesem Asphalt. Um 12.30 Uhr folgt eine Autogrammstunde im Markham Pan Am Centre, dann ist erstmal Pause zum Auswerten.
Samstag geht es weiter mit dem zweiten Training von 10.30 bis 11.30 Uhr, bevor am Nachmittag zwischen 14.30 und 16 Uhr das Qualifying samt Firestone Fast 6 um den NTT P1 Award den Grid für Sonntag festlegt. Am Sonntagmorgen steht von 9 bis 9.30 Uhr noch ein Warm-Up an, ehe um 12 beziehungsweise 12.22 Uhr Ortszeit die grüne Flagge fällt, live auf FOX in den USA und TSN in Kanada. Über 90 Runden und 197,1 Meilen wird sich zeigen, wer aus dem Simulator-Papier die schnellste Realität macht. Support-Programm liefern die NASCAR Canada Series und die USF Pro 2000 dazu.
Palou auf Kurs zur Geschichte, dahinter volle Kampfzone

In der Meisterschaft ist die Ausgangslage so klar wie selten. Alex Palou kommt mit 510 Punkten und sechs Saisonsiegen nach Markham, frisch vom Erfolg in Portland, und steuert auf seinen vierten Astor-Cup-Titel in Folge zu, seinen fünften insgesamt, erneut im Cockpit von Chip Ganassi Racing. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt satte 110 Punkte, eine Grössenordnung, bei der ein einzelnes Wochenende die Gesamtlage kaum noch kippen kann.
Spannender ist der Kampf dahinter. Kyle Kirkwood von Andretti Global hält mit 400 Punkten Rang zwei, aber David Malukas im Team-Penske-Chevrolet liegt nur acht Zähler dahinter auf Platz drei, und Christian Lundgaard im Arrow-McLaren-Wagen ist mit 375 Punkten ebenfalls in Schlagdistanz. Drei Fahrer, drei Teams, ein Kampf um die Vizemeisterschaft, der auf einer Strecke, die niemand kennt, durchaus neu gemischt werden kann. Dahinter lauern Pato O’Ward, Felix Rosenqvist und Josef Newgarden, alle noch mit realistischen Chancen auf einen Sprung nach vorn, wenn vorne jemand patzt.
Honda zu Hause, Rookies im Vergleich
Für Honda ist Markham mehr als nur ein Rennen unter vielen. Das Event trägt den Namen der Honda-Händler, die Strecke liegt in der Nähe von Honda Canadas nationalem Hauptsitz, und der Hersteller kommt nach einem 1-2-3-Podium in Portland mit ordentlichem Vorsprung in der Herstellerwertung gegenüber Chevrolet an. Ein starkes Wochenende vor eigenem Publikum wäre die passende Fortsetzung dieser Form.

Im Rookie of the Year Rennen führt Dennis Hauger vor Caio Collet und Mick Schumacher, ein Trio, das sich auf einer für alle unbekannten Strecke unter vergleichbaren Bedingungen messen kann, ganz ohne den Vorteil früherer Ortskenntnis. Wie sich die neue Strecke in Markham am Ende ins Bild der Saison einfügt, welche Setups sich durchsetzen und ob der Vorsprung von Palou an der Spitze bereits am Sonntag weiter wächst oder ob sich das Feld dahinter neu sortiert, das wird sich erst zeigen, wenn am Sonntagmittag tatsächlich die grüne Flagge fällt.





