Marco Rossi · F1-Korrespondent
Mit einem grösseren Aerodynamik-Paket im Rücken fuhr Charles Leclerc beim Grand Prix der USA die schnellste Zeit der ersten Session heraus, doch das Feld dahinter blieb eng beisammen.
Charles Leclerc hat das erste freie Training zum Grossen Preis der USA am Freitagmittag auf dem Circuit of the Americas in Austin mit der Bestzeit von 1:36.052 Minuten beendet. Ferrari war mit einem neuen Aerodynamik-Paket angereist und zeigte damit sofort Wirkung, Max Verstappen blieb im Red Bull nur 0,084 Sekunden dahinter, Lando Norris komplettierte als Dritter die Spitzengruppe.
Ferrari vorn, Red Bull dicht dran
Dass Leclerc die erste Session anführte, kam nicht von ungefähr. Ferrari brachte an diesem Wochenende ein grösseres aerodynamisches Update an den Start, und die erste Reaktion auf der Strecke fiel positiv aus. Laut Scuderiafans fuhr allerdings nur Leclerc das komplette neue Paket, Teamkollege Lewis Hamilton noch die bisherige Spezifikation. Hamilton kam nur auf Rang sechs und 0,503 Sekunden Rückstand, nachdem er seinen Versuch auf den weichen Reifen nach einem Rutscher in Kurve 1 abbrechen musste.
Verstappen liess trotz des knappen Rückstands von 0,084 Sekunden aufhorchen. Laut Teamfunk meldete er früh in der Session Reibungsprobleme in der Lenkung, ein Umstand, der seine Pace nicht spürbar bremste, aber zeigt, dass Red Bull noch an Details feilen muss, ehe es ans Qualifying geht. Im internen Duell lag Verstappen 1,654 Sekunden vor Isack Hadjar, ein Abstand, der zumindest im ersten Training deutlich ausfällt.
McLaren und Mercedes im engen Rennen um Platz drei

Lando Norris sicherte sich mit 0,245 Sekunden Rückstand den dritten Platz. Teamkollege Oscar Piastri kam als Siebter auf 0,734 Sekunden und damit 0,489 Sekunden hinter Norris ins Ziel der Session, ein Abstand, der im Fahrerlager genau beobachtet werden dürfte, schliesslich geht es um die interne Hackordnung bei McLaren.
Mercedes brachte mit George Russell auf Platz vier und Andrea Kimi Antonelli auf Platz fünf beide Autos in die erweiterte Spitzengruppe, Russell lag dabei 0,155 Sekunden vor seinem jüngeren Teamkollegen. Für Antonelli hat dieses Wochenende freilich eine ganz andere Dimension: Nach dem Grand Prix von Singapur reist der Italiener als WM-Führender mit einem Vorsprung von 102 Punkten auf Russell nach Austin und hat hier erstmals rechnerisch die Chance, sich den Fahrertitel vorzeitig zu sichern. Eine erste Session allein sagt darüber natürlich noch nichts aus, Mercedes ist mit beiden Autos aber in Schlagdistanz zur Spitze.
Verstappens Kritik an der Strecke und Unruhe im Mittelfeld

Schon vor dem ersten Training hatte Max Verstappen für das grösste Gesprächsthema des Wochenendes gesorgt. Die Bodenwellen auf Teilen des Circuit of the Americas seien “inakzeptabel” und “ausser Kontrolle”, sagte der Niederländer bei seiner Ankunft in Austin mit Blick auf vertikale Belastungen für die Fahrer, die phasenweise deutlich über dem Normalmass liegen sollen. Solche Aussagen eines Weltmeisters wiegen im Fahrerlager schwer und dürften in den kommenden Tagen weiter diskutiert werden.
Für mehrere Fahrer stellt sich die Formkurve aus dem ersten Training ohnehin nur bedingt als Ausgangslage fürs Qualifying dar. Gabriel Bortoleto, Arvid Lindblad und Franco Colapinto müssen wegen des Wechsels von Antriebskomponenten über das erlaubte Kontingent hinaus mit Startplatzstrafen ins Rennen gehen, Bortoleto und Lindblad zeigten in der ersten Session mit den Rängen acht und neun dennoch, dass zumindest das reine Speed-Niveau stimmt. Wie sich diese Form über das zweite Training und die Qualifikation am Samstag bestätigt oder revidiert, wird sich erst zeigen, ehe am Sonntag in Austin tatsächlich um Punkte gefahren wird.





