Marco Rossi · F1-Korrespondent
Ferrari und Mercedes bestimmten am Freitagnachmittag auf dem Circuit of the Americas das Tempo, während sich im Mittelfeld schon die Duelle für das Qualifying am Samstag ankündigten.
Charles Leclerc hat das zweite freie Training zum Grand Prix der USA am Freitagnachmittag Ortszeit auf dem Circuit of the Americas in Austin mit 1:35.291 Minuten für sich entschieden und damit seine Bestzeit aus der ersten Session nochmals um über sieben Zehntel unterboten. Hinter ihm reihte sich mit Andrea Kimi Antonelli, nur 0,042 Sekunden zurück, der junge Mercedes-Pilot ein, Max Verstappen komplettierte als Dritter die Spitzengruppe.
Leclerc dreht nach dem Update-Paket auf
Schon im ersten Training hatte sich angedeutet, dass Ferrari in Austin mit einem gewissen Selbstvertrauen antritt. Die Scuderia war laut Crash.net vor dem Wochenende mit einem umfangreichen Aero-Update angereist, Boden, Seitenkästen und Diffusor wurden überarbeitet, und die ersten Resultate fielen vielversprechend aus. Im zweiten Training unterstrich Leclerc diesen Eindruck: Mit 1:35.291 Minuten fuhr er die schnellste Zeit des gesamten Freitags, aufgestellt im Qualifying-Simulationslauf auf weichen Reifen.
Teamkollege Lewis Hamilton belegte Rang vier, mit 0,615 Sekunden Rückstand auf Leclerc lag er allerdings bereits deutlicher zurück als der Monegasse zu seinem engsten Verfolger. Auf eine Runde war Ferrari am Freitag das Mass der Dinge, auf den Longruns lagen laut The Race jedoch Red Bull und Mercedes vorn, was mit Blick auf Sonntag die eigentlich interessantere Nachricht ist.
Antonelli kämpft sich trotz Sitzproblem nach vorne
Dass Andrea Kimi Antonelli am Ende nur 0,042 Sekunden hinter Leclerc landete, wiegt umso schwerer, als der Mercedes-Pilot in der Box zuvor wertvolle Zeit verloren hatte. Sein Sitz hatte sich im Cockpit deutlich gelockert, was eine Unterbrechung in der Garage nötig machte, bevor er überhaupt wieder auf die Strecke konnte. Dass er trotzdem die zweitschnellste Zeit der Session stehen liess, spricht für das grundsätzliche Tempo des Mercedes-Autos an diesem Freitag.
Max Verstappen reihte sich mit 0,189 Sekunden Rückstand auf Platz drei ein und blieb damit näher an der Spitze als George Russell, der im Mercedes-Schwesterwagen mit 0,744 Sekunden auf Rang fünf landete, 0,702 Sekunden hinter Antonelli. Bei Red Bull war das Bild zweigeteilt: Isack Hadjar fand sich im zweiten Auto erst auf Platz neun wieder, fast eine Sekunde hinter seinem Teamkollegen. Zudem untersuchten die Rennkommissare eine Szene in Kurve 18: Leclerc wollte dort an Russell vorbei, der Mercedes zog nach links, und der Ferrari musste neben die Strecke ausweichen. Weil beide auf Vorbereitungsrunden waren und die Kommissare nichts Gefährliches erkannten, blieb es für Russell bei der Verwarnung mit der schwarz-weissen Flagge.
McLaren hinkt hinterher, Unmut über die Strecke wächst
Für McLaren fiel die zweite Session deutlich schwächer aus als die erste. Lando Norris kam nicht über Rang sieben mit 1,082 Sekunden Rückstand hinaus. Seine Qualifying-Simulation endete nach einem Verbremser in Kurve 15 neben der Strecke, die Zeit für Rang sieben stammte noch von den harten Reifen. Oscar Piastri folgte auf Platz acht, nur 0,014 Sekunden hinter seinem Teamkollegen. Das Team hatte im ersten Training mit Norris und Piastri noch die Plätze drei und sieben belegt, am Nachmittag fiel der Rückstand auf die Spitze deutlich grösser aus.
Im Mittelfeld sorgte Liam Lawson mit Rang sechs für ein starkes Ergebnis, 0,628 Sekunden vor Teamkollege Arvid Lindblad. Oliver Bearman rundete mit Platz zehn für Haas die Top Ten ab. Schon am Medientag hatten Verstappen und Norris die Bodenwellen des Circuit of the Americas kritisiert, Verstappen nannte sie “inakzeptabel”, Norris erzählte, dass er vor manchen Sessions Kopfschmerztabletten nimmt, weil sein Kopf gegen die Kopfstütze schlägt. Mit Blick auf den Rest des Wochenendes wird sich am Samstag im Qualifying zeigen, ob Ferraris Tempovorteil auch über eine Runde Bestand hat oder ob Mercedes und Red Bull im entscheidenden Moment zurückschlagen können.





