Larsons Vorsprung schmilzt nach Crash in Phoenix fast komplett dahin

CONCORD, NORTH CAROLINA - OCTOBER 11: Kyle Larson, driver of the #5 HendrickCars.com Chevrolet, drives during the NASCAR Cup Series Bank of America 400 at Charlotte Motor Speedway on October 11, 2026 in Concord, North Carolina. (Photo by David Jensen/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Ein geplatzter Reifen und ein harter Einschlag in die Mauer liessen Kyle Larsons komfortablen Punktepolster beim Freeway Insurance 500 fast vollständig zusammenbrechen.

Kyle Larson ging mit einem Vorsprung von 49 Punkten auf Denny Hamlin in das Freeway Insurance 500 auf dem Phoenix Raceway am 18. Oktober 2026, das 33. von 36 Saisonrennen und das siebte Rennen des Chase. Am Ende stand ein DNF und Platz 34 zu Buche, nachdem der No. 5 Chevrolet von Hendrick Motorsports rund 30 Runden vor Schluss in Turn 1 mit Reifenschaden vorne rechts hart in die Mauer schlug. Den Rennsieg sicherte sich Tyler Reddick, während Larsons Vorsprung dahinschmolz: Neuer Zweiter ist Christopher Bell, nur noch 5 Punkte zurück.

Ein Wochenende ohne Grip

Schon im ersten Training deutete sich an, dass es für Larson kein einfaches Wochenende werden würde. „Unser Auto war weit daneben, wir wissen nicht warum“, sagte Crew Chief Cliff Daniels. Der Meisterschaftsführende qualifizierte sich lediglich auf Rang 22, weit entfernt von der Position, die man vom Tabellenführer erwartet, während seine härtesten Rivalen die ersten fünf Startplätze belegten. Im Rennen selbst kämpfte das Team dann durchgehend mit der Abstimmung des Autos.

In den ersten beiden Stages fand Larson nie den Grip, der nötig gewesen wäre, um vorne mitzufahren. Am Ende von Stage 1 lag er auf Rang 22, in Stage 2 fiel er sogar eine Runde zurück und kam nur über den Wave-around wieder in die Führungsrunde. Stage-Punkte sammelte er keine, ein seltenes Bild für ein Hendrick-Auto in dieser Form.

Der Einschlag in Turn 1

Rund 30 Runden vor dem Ende lag Larson auf Rang 17 hinter Austin Cindric, als der rechte Vorderreifen nachgab. „Ich bin in Turn 1 auf die Bremse gegangen, und der rechte Vorderreifen war platt“, schilderte Larson die Szene. Das Auto schlug hart in die Mauer ein, die Schäden bedeuteten das Aus. Für Larson blieben damit nur drei Punkte aus dem gesamten Wochenende und Endplatz 34.

Reines Pech war das allerdings nicht. Crew Chief Cliff Daniels räumte ein, dass das Team mit zu wenig Luftdruck gefahren war, rund ein Pfund weniger als beim Finale 2025 in Phoenix. „Ich dachte, wir hätten da noch Reserve, und offensichtlich hatten wir die nicht“, sagte Daniels. Für ein Team, das vor Phoenix als Meisterschaftsfavorit galt, war das ein seltener Totalausfall, und er zeigt, wie schnell auf einem Kurzoval aus einem komfortablen Vorsprung eine Krise werden kann.

Das Titelrennen ist wieder offen

Durch den Ausfall ist Larsons Polster von 49 Punkten auf Denny Hamlin auf gerade einmal 5 Punkte auf den neuen Zweiten Christopher Bell geschrumpft. Bell profitierte als Vierter im Ziel, nachdem er in beiden Stages jeweils Dritter geworden war. Reddick holte mit einem Stopp für nur zwei neue Reifen unter der letzten Gelbphase seinen sechsten Saisonsieg. Drei Rennen vor Saisonende liegen die ersten sieben Fahrer in der Chase-Wertung innerhalb von nur 56 Punkten zueinander, ein Feld, das enger kaum sein könnte in dieser Phase der Saison.

Die nächste Station führt am 25. Oktober nach Talladega, einem echten Superspeedway, auf dem Pack-Racing und ein einziger Caution-Moment viel entscheiden können. Für Larson dürfte das eine Mischung aus Risiko und Chance sein: Wer in Talladega den Draft richtig liest und am Ende vorne steht, kann einen schlechten Tag wie Phoenix schnell vergessen machen, wer ins Pack-Racing-Chaos gerät, kann genauso schnell weitere Punkte verlieren. Das Finale steigt am 8. November in Homestead, und nach diesem Wochenende ist klar, dass der Titel 2026 bis dahin offen bleiben dürfte.