Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Vom 11. bis 13. September steht die DTM auf einem Kurs, der wenig Raum für Fehler lässt.
Vom 11. bis 13. September 2026 gastiert die DTM am Sachsenring, einem der schmalsten und technisch anspruchsvollsten Kurse der Saison. Auf den Trainingstag folgen an den beiden Renntagen jeweils ein eigenes Qualifying und ein Rennen: Qualifying 1 und Rennen 1 am 12. September, Qualifying 2 und Rennen 2 erst am 13. September. Das Wochenende folgt damit dem gewohnten Doppelrennen-Format, in dem sich die Feldstärke über kurze Distanzen entscheidet statt über lange Reifenzyklen.
Zeitplan mit zwei Qualifyings, zwei Rennen
Der Ablaufplan sieht zunächst zwei freie Trainings vor, in denen Teams das Set-up an die spezifischen Anforderungen des Kurses anpassen. Danach folgt für jedes der beiden Rennen ein eigenes Qualifying, was bedeutet, dass Startplatzvorteile aus dem ersten Rennen nicht automatisch in das zweite übertragen werden.
Diese Struktur begünstigt Teams, die ihr Auto sowohl im Qualifying-Trimm als auch im Renntrimm sauber abstimmen können. Wer im ersten Qualifying auf eine Runde optimiert und im Rennen dann Probleme mit dem Reifenabbau bekommt, verliert das im zweiten Qualifying nicht automatisch wieder gut, weil der Rhythmus des Wochenendes keine grosse Lernkurve zwischen den Sessions zulässt.
Enges Layout verschärft das Boxenstopp-Fenster

Der Sachsenring gilt im Motorsport traditionell als einer der schmalsten und kurvenreichsten Kurse überhaupt, mit wenig Auslauffläche und Höhenunterschieden, die das Bremsverhalten beeinflussen. Für die DTM bedeutet das: Überholmanöver sind rar, und Positionen werden häufiger über die Boxenstopp-Strategie entschieden als über reine Rundenzeit.
Ein eng getaktetes Boxenstopp-Fenster kann auf einem solchen Kurs den Unterschied zwischen einem Top-5- und einem Ergebnis ausserhalb der Punkte ausmachen, weil das Nachholen von Positionen auf der Strecke selbst kaum möglich ist. Teams, die ihre Stopps auch nur um eine halbe Sekunde effizienter timen, verschaffen sich hier einen Vorteil, der sich sonst nur über mehrere Kurven erarbeiten liesse.
Was auf dem Spiel steht
Ganz oben in der Tabelle steht ebenfalls viel auf dem Spiel: Thomas Preining liegt vor dem vorletzten Saisonstopp nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Maro Engel, nachdem er sich beim Heimrennen von Manthey zurück in den Titelkampf gefahren hat. Bei dieser Marge kann am Sachsenring bereits eine kleine Differenz im Boxenstopp-Timing oder auf der Strecke über die Tabellenführung entscheiden.
Für das Mittelfeld ist ein Wochenende mit doppeltem Qualifying und doppeltem Rennen eine Gelegenheit, verlorenen Boden gutzumachen, weil zwei separate Ergebnisse zwei separate Chancen bedeuten, sich strategisch abzusetzen. Ein schwaches erstes Rennen muss nicht das ganze Wochenende prägen, wenn das Set-up für den zweiten Lauf angepasst wird.
Wie sich die Balance of Performance und die Ballast-Regelung über das Wochenende auswirken, wird sich erst in den Trainingssessions zeigen. Am Sachsenring, wo technische Details wegen der geringen Streckenbreite unmittelbar in Rundenzeit übersetzt werden, dürfte das der entscheidende Faktor sein, wenn die Teams am Freitag ihre ersten Longruns fahren.





