Larson dreht das Drehbuch: Von Startplatz zwei zum vierten Sieg in Kansas

KANSAS CITY, KANSAS - SEPTEMBER 27: Kyle Larson, driver of the #5 HendrickCars.com Chevrolet, waves to fans as he walks onstage during driver intros prior to the NASCAR Cup Series Hollywood Casino 400 at Kansas Speedway on September 27, 2026 in Kansas City, Kansas. (Photo by Sean Gardner/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Kyle Larson gewann das Hollywood Casino 400 erst im Schlussdrittel zurück, während sich das restliche Feld zwischen Startplatz und Zielflagge kräftig durchmischte.

Kyle Larson hat am Sonntag das Hollywood Casino 400 auf dem Kansas Speedway gewonnen, das vierte Rennen im diesjährigen Chase. Der Hendrick-Pilot startete von Position zwei, dominierte weite Strecken des 267-Runden-Rennens und musste sich die Führung in den Schlussrunden von Chase Briscoe erst zurückholen, ehe der 34. Cup-Sieg seiner Karriere feststand. Zwischen Qualifying am Samstag und Zielflagge am Sonntag lag jedoch mehr als nur Larsons Erfolg: Das Starterfeld sortierte sich über das gesamte Wochenende spürbar um, mit deutlichen Gewinnern und Verlierern quer durch alle Bereiche der Startaufstellung.

Larsons Wochenende: Tempo von der ersten Session bis zur Ziellinie

Schon im Qualifying deutete sich an, wohin die Reise geht. Larson sicherte sich Startplatz zwei hinter Joey Logano und bestätigte diese Form im Rennen eindrücklich: Er gewann Stage 1 und Stage 2 und führte laut Rennverlauf 235 der 267 Runden, ein Wert, der auf diesem 1,5-Meilen-Oval für echte Überlegenheit spricht. Erst in Runde 238 zog Chase Briscoe an ihm vorbei und übernahm die Spitze.

Kurz vor Schluss geriet Briscoe ins Rutschen und touchierte die Aussenwand, ein Fehler, der ihm die Führung kostete. Sieben Runden vor dem Ende schnappte sich Larson die Position zurück und brachte den Sieg sicher nach Hause, vor Austin Cindric und Denny Hamlin. Für Larson war es der zweite Saisonsieg und der vierte Erfolg überhaupt in Kansas, ein Ergebnis, das seine Position im Chase-Feld deutlich festigen dürfte, da die volle Punktzahl in dieser Phase der Playoffs besonders schwer wiegt.

Pole zu Platz 20: Loganos Rückschlag, Blaneys Sprung nach vorn

KANSAS CITY, KANSAS - SEPTEMBER 27: Joey Logano, driver of the #22 Shell Pennzoil Ford, pits during the NASCAR Cup Series Hollywood Casino 400 at Kansas Speedway on September 27, 2026 in Kansas City, Kansas. (Photo by Jonathan Bachman/Getty Images)
Joey Logano, driver of the #22 Shell Pennzoil Ford, pits during the NASCAR Cup Series Hollywood Casino 400 at Kansas Speedway on September 27, 2026 in Kansas City, Kansas. (Photo by Jonathan Bachman/Getty Images)

Wer nur auf das Podium schaut, verpasst die eigentlichen Geschichten dieses Wochenendes. Joey Logano holte sich die Pole, kam aber nur bis Platz 20 ins Ziel, ein Rückfall von 19 Positionen gegenüber dem Qualifying-Ergebnis. Ein Wochenende, das im Training und Qualifying nach Spitzenrennen aussah, endete für den Penske-Piloten im Rennen deutlich ernüchternder, ein Dämpfer, den er im engen Chase-Klassement kaum gebrauchen kann.

Am anderen Ende der Skala stand Ryan Blaney, der von Startplatz 25 bis auf Rang fünf vorfuhr, der grösste Sprung nach vorn im gesamten Feld. Auch Chase Elliott bestätigte im Rennen deutlich mehr, als das Qualifying vermuten liess: Von Startplatz 18 kam er bis auf Platz acht durch. Beide Fahrten zeigen, wie sehr sich auf einem Meilen-Oval wie Kansas die Reihenfolge über 267 Runden im engen Verkehr und bei den Restarts noch verschieben kann, weit weg von jeder Pack-Racing-Dynamik, wie sie nur auf echten Superspeedways entsteht.

Der Massencrash in Stage 2 und die Folgen fürs Mittelfeld

Die grösste Zäsur des Rennens war der Zwischenfall in Stage 2. Nach einem durch Noah Gragsons Motorschaden ausgelösten Restart geriet Carson Hocevar beim Beschleunigen mit Ty Gibbs aneinander und schleuderte quer über die Strecke, eine Kettenreaktion, in die unter anderem Bubba Wallace, Erik Jones, Josh Berry und Zane Smith gezogen wurden. Kamerawiederholungen zeigten dabei einen Kontakt von Brad Keselowski an Hocevars Heck. Da beide erst drei Wochen zuvor in Darlington aneinandergeraten waren, wurde in sozialen Netzwerken hitzig über Absicht diskutiert. Keselowski selbst sowie Reporter Bob Pockrass ordneten den Kontakt als normales, unabsichtliches Restart-Gedränge ein.

Für Hocevar bedeutete der Crash den Absturz von Startplatz vier auf Rang 33 im Ziel, einer der grössten Einbrüche des Tages und ein herber Rückschlag im Punktekampf. Ty Gibbs, der sich schon am Samstag wegen eines Flaschenwurfs beim vorangegangenen Bristol-Wochenende beim NASCAR-Trailer erklären musste, fiel von Startplatz fünf auf Platz 17 zurück. Bemerkenswert dagegen Erik Jones, der trotz der Verwicklung in den Unfall von Startplatz 30 noch auf Rang 16 vorfuhr, und William Byron, der seine starke Qualifying-Position acht praktisch bestätigte und als Siebter ins Ziel kam, ein Zeichen für Konstanz über das gesamte Wochenende hinweg.

Im Hinterfeld sorgte vor allem Noah Gragson für die früheste Unterbrechung des Tages: In Runde 114 blies der Motor seines Ford, dichter Rauch in den Kurven eins und zwei zwang ihn zur Aufgabe, Startplatz 21 wurde am Ende zu Rang 36 und einem frühen Ausfall. Cody Ware kam von Startplatz 35 auf Rang 34, während sich Ricky Stenhouse Jr., Zane Smith und Ty Dillon mit einer Runde Rückstand durchs Feld quälten. Mit Blick auf den Chase bleibt festzuhalten: Während Larson seine Ausgangsposition weiter ausbaut, müssen Logano und Hocevar nach diesem Kansas-Wochenende bereits mit Rückstand in die nächste Playoff-Runde gehen.