Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Nach Chaos in der Anfangsphase setzte sich Marco Wittmann von der Pole bis zum Ziel durch, während gleich fünf Fahrer das Rennen vorzeitig beendeten.
Marco Wittmann hat das erste Rennen der DTM-Saison am Sachsenring am 12. September 2026 gewonnen und damit seine Pole-Position in einen ungefährdeten Sieg umgemünzt. Vor Jules Gounon (+0,450 Sekunden) und Thomas Preining (+3,684 Sekunden, schnellste Rennrunde) blieb der Vorsprung an der Spitze über weite Strecken konstant, während im hinteren Feld eine Kollision in der Startphase das Rennen bereits nach wenigen Kurven prägte.
Chaos im Feld nach dem Start
Kurz nach der Ampelphase in Kurve 1 kam es zu einer Kettenreaktion, die Bastian Buus, Marco Mapelli, Luca Engstler und Timo Glock betraf. Die Berührungen der beiden Abt-Sportsline-Lamborghini von Mapelli und Engstler führten bei beiden Fahrzeugen zu Totalschäden, Glocks McLaren schied ebenfalls aus. Die Rennleitung reagierte mit einer Safety-Car-Phase, was das Boxenstopp-Fenster für das restliche Feld nach vorne verschob.
Buus rutschte durch die Berührung ins Kiesbett und wurde von dort mit Fremdhilfe zurück auf die Strecke gebracht. Er konnte das Rennen zunächst fortsetzen, sah die Zielflagge am Ende aber ebenfalls nicht. Mit Maximilian Paul fiel zusätzlich ein fünfter Fahrer aus, wodurch am Ende 17 der 22 gestarteten Fahrzeuge gewertet wurden, was für DTM-Verhältnisse nach einer ungewöhnlich hohen Ausfallquote für ein einzelnes Rennen aussieht.
Wittmann kontrolliert das Rennen an der Spitze
Nach der Safety-Car-Phase verwaltete Wittmann seinen Vorsprung präzise. Der Rückstand von Gounon pendelte sich bei unter einer Sekunde ein und blieb bis zur Zielflagge nahezu konstant, ein Hinweis darauf, dass beide Fahrzeuge im Renntrimm ähnlich schnell unterwegs waren und die Entscheidung eher im Qualifying als im Rennen selbst gefallen ist. Preining komplettierte das Podium mit 3,684 Sekunden Rückstand, sicherte sich dafür aber den Punkt für die schnellste Rennrunde.
Kelvin van der Linde brachte den zweiten Schubert-Boliden auf Position vier ins Ziel, 14,991 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Wittmann. Zusammen mit dem Sieg bedeutet das für Schubert Motorsport ein Wochenende mit zwei Fahrzeugen in den Top 4, während Maro Engel auf Rang fünf Platz vier nur um 0,274 Sekunden verpasste, der knappste Abstand im gesamten oberen Mittelfeld.
Aufholjagd und Comeback im Mittelfeld
Lucas Auer, der im ersten Qualifying nach einem schweren Unfall in Kurve 8 keine Zeit mehr ins Ziel bringen konnte, startete dadurch von hinten und beendete das Rennen dennoch auf Position elf, nur 0,317 Sekunden hinter Ben Dörr auf Platz zehn. Das deutet darauf hin, dass das Renntempo seines Fahrzeugs deutlich besser war als die Startposition vermuten liess.
Für Maximilian Paul war der Sachsenring nach Berichten sein DTM-Comeback nach einem schweren Unfall beim Norisring im Juli, bei dem er sich Brüche an Schienbein, Wadenbein und einem Lendenwirbel zugezogen hatte. Der Ausfall in seinem Heimatrennen in Sachsen ändert daran wenig, für ihn dürfte allein die Rückkehr ins Cockpit nach rund zwei Monaten der Rehabilitation der eigentliche Erfolg dieses Wochenendes sein. Mit Qualifying 2 und Rennen 2 am Sonntag folgt für das gesamte Feld direkt die Gelegenheit, die Reihenfolge dieses ersten Renntages zu korrigieren.





