Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Ryan Blaney gewinnt die Dollar Tree 301 zum zweiten Mal in Folge in New Hampshire, während sich das Feld dahinter in wilde Aufsteiger und schwere Rückschläge aufteilt.
Ryan Blaney hat am Sonntag die Dollar Tree 301 auf dem New Hampshire Motor Speedway gewonnen, seinen dritten Saisonsieg und den zweiten in Folge an der Magic Mile. Der Fahrer der Nummer 12 von Team Penske führte 115 der 301 Runden an, überstand einen langsamen Pit-Stopp, der ihn zwischenzeitlich bis auf Platz 17 zurückwarf, und setzte sich dank eines mutigen Zwei-Reifen-Stopps beim letzten Pit-Zyklus wieder an die Spitze. Am Ende reichte es um 0,586 Sekunden vor Bubba Wallace, der von Startplatz 23 aus einen der eindrucksvollsten Aufholjagden des Wochenendes hinlegte.
Vom Training zur Pole: Jones’ starke Form verpufft
Schon im ersten Training deutete sich an, dass Loudon dieses Wochenende keine ausgemachte Sache werden würde. Erik Jones setzte im Legacy Motor Club die schnellste Runde, knapp vor Ty Gibbs und Bubba Wallace, während die Penske-Autos von Logano und Cindric ebenfalls vorne mitmischten. Im Qualifying übernahm dann Tyler Reddick das Kommando und holte sich die Pole vor Josh Berry und William Byron, drei Fahrer, die im Training noch nicht ganz vorne gestanden hatten und sich am Samstag deutlich steigerten.
Jones dagegen konnte seine starke Trainingspace nicht in ein Topresultat im Qualifying ummünzen und reihte sich nur auf Platz 11 ein. Im Rennen wurde daraus dann ein noch bittereres Bild: Ein Transaxle-Defekt zwang ihn zur vorzeitigen Aufgabe, nach 251 von 301 Runden war für ihn Schluss, Platz 33 am Ende. Ein Wochenende, das mit der schnellsten Rundenzeit begann und mit einem Ausfall endete, zeigt, wie wenig Trainingsform am Ende zählt, wenn die Technik nicht mitspielt.
Wallace von 23 aufs Podium, Blaney nutzt den Zwei-Reifen-Call

Die grösste Bewegung zwischen Startplatz und Zielflagge lieferte an diesem Sonntag Bubba Wallace. Von Position 23 gestartet, arbeitete sich der 23XI-Pilot über das gesamte Rennen nach vorne und war in der Schlussphase mit frischen vier Reifen der einzige echte Gegner für Blaney. In den letzten 15 Runden baute Wallace enormen Druck auf, verlor dann aber fünf Runden vor Schluss mit einer Reifenblockade an der Vorderachse den nötigen Speed für den letzten Angriff. Ein Aufstieg um 21 Positionen und ein zweiter Platz, der Wallace praktisch seinen Platz im 16-köpfigen Playoff-Feld sichern dürfte, ist trotzdem ein starkes Statement.
Blaney selbst startete von Position acht und musste sich seinen Sieg nach dem verlangsamten Pit-Stopp erst zurückerarbeiten. Der Zwei-Reifen-Stopp in Runde 228 brachte ihn wieder an die Spitze, danach verwaltete er seinen Reifenvorsprung über 74 grüne Runden bis ins Ziel. Josh Berry rundete das Podium ab und bestätigte damit seine starke Qualifying-Leistung auf Platz zwei mit Rang drei im Rennen, eine der konstantesten Vorstellungen des Wochenendes.
Chaos im Hinterfeld und ein schwerer Fall für Byron

Während vorne um Positionen gekämpft wurde, spielte sich im Mittel- und Hinterfeld ein eigenes Drama ab. Schon vor dem Grünlicht sorgte Carson Hocevar mit einem Dreher während der Pace Laps für Aufsehen, inklusive einer scharfen Funkreaktion von Joey Logano, der direkt hinter ihm herfuhr. Ross Chastain erwischte es in Stage 1 richtig hart: Rauch aus seinem Auto und ein anschliessender Kontakt mit der Mauer beendeten sein Rennen frühzeitig, Platz 36 und ein herber Rückschlag für seine Playoff-Ambitionen zwei Rennen vor Ende der regulären Saison.
Auf Runde 225 sorgte dann eine Kettenreaktion für zwei weitere Ausfälle. Riley Herbst geriet beim Duell mit Michael McDowell in die Aussenmauer und blieb quer auf der Strecke stehen. Rookie Connor Zilisch, dem die Sicht durch das Auto von Austin Dillon verdeckt war, konnte nicht mehr ausweichen und krachte in Herbsts stehendes Auto. Beide schieden aus, Herbst als 34., Zilisch als 35. Auch William Byron erlebte einen Absturz historischen Ausmasses: Von Startplatz drei ging es für den Hendrick-Piloten am Ende fünf Runden zurück auf Platz 30, ein Einbruch, der im Kontrast zu seiner starken Trainings- und Qualifying-Form umso mehr auffällt.

Für die Meisterschaft bringt dieses Wochenende klare Konturen. Denny Hamlin sicherte sich mit seinem siebten Platz vorzeitig den ersten Gesamtrang vor dem Beginn der zehnteiligen Chase-Phase, während Wallace mit seinem starken zweiten Platz seinen Startplatz im Playoff-Feld so gut wie fixierte. Für Fahrer wie Chastain bleibt vor dem letzten Rennen der regulären Saison nur noch wenig Spielraum, das Kapitel Loudon dürfte in der Rückschau als Wendepunkt für mehrere Playoff-Schicksale gelten.





