Antonelli holt sich die Pole in Austin und steht vor dem ersten WM-Titel

Formula One - Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, 2026 United States GP. Kimi Antonelli
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Mit einer nahezu perfekten Runde sicherte sich der WM-Spitzenreiter die Pole Position für den Grand Prix der USA, während Red Bull mit beiden Autos in den ersten beiden Startreihen auftaucht.

Andrea Kimi Antonelli hat sich am Samstag beim Qualifying zum Grand Prix der USA in Austin die Pole Position gesichert. Mit 1:34.035 Minuten war der Mercedes-Pilot auf dem Circuit of the Americas 0,179 Sekunden schneller als Max Verstappen und reist als WM-Führender, 102 Punkte vor George Russell, mit bestmöglicher Ausgangslage in den Sonntag, an dem er sich rechnerisch bereits seinen ersten Formel-1-Titel sichern könnte. Dafür bräuchte er allerdings einen Sieg, während Russell höchstens Neunter und Lewis Hamilton höchstens Fünfter werden dürften.

Antonelli sichert sich die Pole in der entscheidenden Session

Es war die Runde, auf die es in diesem Moment der Saison ankam. Antonelli liess sich von der Erwartungshaltung, die mit der Rolle als Tabellenführer einhergeht, nicht beirren und setzte in Q3 die schnellste Zeit des gesamten Wochenendes. 1:34.035 Minuten bedeuteten nicht nur Startplatz eins, sondern auch eine psychologische Duftmarke gegenüber seinen Titelkonkurrenten, die ihm allesamt um weniger als eine halbe Sekunde hinterherfuhren.

Mercedes brachte damit über das gesamte Qualifying hinweg Konstanz auf die Strecke, nachdem Antonelli bereits im zweiten freien Training die zweitschnellste Zeit hinter Charles Leclerc markiert hatte. Dass George Russell im selben Auto nur auf Platz sechs kam, 0,441 Sekunden hinter seinem Teamkollegen, zeigt allerdings auch, wie fein die Grenze zwischen perfekter und nur guter Runde an diesem Nachmittag verlief.

Red Bull nah dran, Hadjar überrascht auf Platz drei

Hinter der Pole folgte mit Verstappen und Isack Hadjar ein geschlossenes Red-Bull-Duo, das sich lediglich um 0,036 Sekunden trennte. Für den Rennstall ist das ein deutliches Signal an die bislang souverän auftretenden Mercedes-Piloten, auch wenn beide Autos am Ende noch rund zwei Zehntel auf die Pole einbüssten.

Besonders Hadjars Auftritt verdient Erwähnung. Nach einem unruhigen dritten Training, in dem er sich nach einem abgebrochenen Versuch in Kurve eins über Alexander Albon aufregte und im Boxenfunk deutlich wurde, fand der Red-Bull-Pilot im Qualifying zu seiner Linie zurück und verwies mit Startplatz drei nicht nur Charles Leclerc, sondern auch Lewis Hamilton auf die Plätze. Die Rennkommissare sahen bei Albon kein Fehlverhalten, der Williams-Pilot war laut Entscheid nach aussen ausgewichen. Hadjar selbst erhielt eine Verwarnung, weil er als Reaktion zu Albon hinübergezogen hatte.

Ferrari musste sich mit den Startplätzen vier und fünf zufriedengeben. Leclerc, der beide Freitagstrainings für sich entschieden hatte, kam im Qualifying nicht mehr an die Spitze heran und lag am Ende 0,232 Sekunden hinter Antonelli, nur 0,044 Sekunden vor seinem Teamkollegen Hamilton. Nach einem starken dritten Training, in dem Hamilton selbst die schnellste Zeit gesetzt hatte, bedeutet Startplatz fünf für den Briten einen Dämpfer zum unpassendsten Zeitpunkt.

McLaren abgeschlagen, Strafversetzungen wirbeln das Feld durcheinander

Während sich an der Spitze drei Teams auf engstem Raum duellierten, blieb McLaren an diesem Nachmittag ohne Antwort. Oscar Piastri kam mit 0,768 Sekunden Rückstand auf Platz sieben, Lando Norris fiel mit über einer Sekunde Rückstand sogar noch hinter seinen Teamkollegen zurück, ein Teamduell-Abstand von 0,246 Sekunden, der für die Saisonlage des Rennstalls wenig Gutes verheisst.

Die eigentliche Startaufstellung dürfte am Sonntag aber ohnehin anders aussehen als das reine Qualifying-Ergebnis. Arvid Lindblad, der sich Platz neun erfuhr, muss wegen eines Wechsels an Antriebseinheits-Komponenten fünf Positionen nach hinten, Franco Colapinto trifft es mit einer Zehn-Plätze-Strafe noch härter, und Gabriel Bortoleto startet nach einem Wechsel an seiner Antriebseinheit ganz vom Ende des Feldes aus. Für Fahrer wie Liam Lawson, der es ohne gezeitete Q3-Runde dennoch auf die fünfte Startreihe schaffte, eröffnen sich dadurch unverhoffte Positionen weiter vorne.

Was am Sonntag zählt, ist damit nicht nur die reine Pace, sondern auch, wie die Fahrer mit der neu geordneten Startaufstellung umgehen. Für Antonelli bedeutet die Pole vor allem eins: die Chance, den Titelkampf von vorne zu kontrollieren, statt ihn von hinten aufrollen zu müssen, eine Ausgangslage, die bei 102 Punkten Vorsprung kaum besser sein könnte.