Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Porsche will mit dem DTM-Meister verlängern, Preining auch. Unterschrieben ist noch nichts.
Thomas Preining ist DTM-Meister 2026, und sein Werksvertrag bei Porsche läuft zum Jahresende aus. Am Rande des Finales in Hockenheim sagte Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach in einer Medienrunde: “Wir würden gerne mit ihm weitermachen, klare Aussage.” Preining will ebenfalls bleiben. Was fehlt, ist die Unterschrift.
Beide Seiten wollen dasselbe
Laudenbach legte laut Motorsport-Magazin.com nach: “Wenn ich es mir wünschen darf, möchte ich sehr gerne mit Tommy weiterarbeiten.” Gespräche hat es bereits gegeben. “Wir haben über verschiedene Varianten gesprochen”, sagte er, ohne diese Varianten näher zu benennen. Preining sagte nach dem Titelgewinn gegenüber demselben Medium: “Ich würde natürlich sehr gerne grundsätzlich so weitermachen wie bisher.” Und weiter: “Das scheint ja ganz gut zu funktionieren. Da arbeiten wir dran.”
Der Zeitrahmen ist absehbar. Porsche stellt Kader und Einsatzprogramme seiner Werksfahrer traditionell bei der Night of Champions in Weissach vor. Laut Motorsport-Magazin.com ist sie für den 5. Dezember vorgesehen. Spätestens dann dürfte feststehen, wo Preining 2027 fährt.
Der Sommer am Norisring
Dass sein Vertrag ausläuft, hatte Preining bereits zur Saisonmitte am Norisring selbst öffentlich gemacht. Damals lag er fast 50 Punkte hinter der Tabellenspitze, in beiden Rennen kam er als Neunter ins Ziel. Nach dem Samstagsrennen kritisierte er die Balance of Performance für seinen Porsche 911 GT3 R und sagte: “Ich bin wirklich kurz davor, dass ich sage: Das bringt nichts mehr, ich höre auf.”
Rund einen Monat später ordnete er die Aussage ein. Sie sei “in der Hitze des Gefechtes” gefallen, sagte er laut ran.de, und weiter: “Es ist meine Lieblingsmeisterschaft und ich würde gerne bleiben.” Zugleich machte er klar, dass er über sein Programm nicht allein entscheidet. Gegenüber Motorsport-Total.com sagte er: “Ich werde die Stiefel noch nicht an den Nagel hängen, aber als Werksfahrer liegt es nicht immer komplett nur an mir.”
Vom Rückstand zum zweiten Titel

Sportlich drehte sich das Bild in der zweiten Saisonhälfte. Im letzten Rennen in Hockenheim, das Maro Engel gewann, reichte Preining Platz drei zum Titel. Er beendete die Saison mit 225 Punkten und zwei Siegen, Engel wurde Vizemeister. Sein Team Manthey gewann zusätzlich die Teamwertung.
Es ist Preinings zweiter DTM-Titel nach 2023. Damit ist er der erste Fahrer, der für Porsche zweimal DTM-Meister geworden ist, und einer von nur acht Fahrern mit mindestens zwei DTM-Titeln. Für Manthey-Porsche ist es der dritte Fahrertitel in vier Jahren.
Warum Porsche festhalten will
Die Zahlen erklären Laudenbachs Haltung. Von den drei DTM-Fahrertiteln, die Porsche seit 2023 geholt hat, gehen zwei auf Preining. Dazu kommt, wie der zweite zustande kam: Aus fast 50 Punkten Rückstand zur Saisonmitte wurde ein Titel, in einer Saison, in der Preining die Einstufung seines Autos öffentlich kritisiert hatte. Laudenbach sprach von “Nervenstärke ohne Ende”.
Bis zur Night of Champions bleibt es bei Absichtserklärungen. Beide zeigen in dieselbe Richtung.





