Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Vor dem Saisonfinale der DTM in Hockenheim trennen Marco Wittmann nur noch 24 Punkte vom dritten Titel seiner Karriere.
Marco Wittmann reist mit Schubert Motorsport und seinem BMW M4 GT3 EVO als einer von sechs verbliebenen Titelanwärtern zum DTM-Saisonfinale auf den Hockenheimring. Nach Angaben des Hockenheimrings liegt der zweimalige Champion vor dem letzten Wochenende mit 24 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Thomas Preining, hat sich in den vergangenen vier Rennen mit 76 Punkten aber zurück in Schlagdistanz gefahren. Für Wittmann, der 2026 in seine 14. Saison geht und bereits auf mehr als zweihundert Rennstarts zurückblickt, wäre ein dritter Titel die logische Fortsetzung einer Karriere, die noch immer kein Ende in Sicht hat.
Die Zahlen vor dem Finale
24 Punkte sind der Abstand, um den es am Wochenende geht. Das ist in einem eng gestaffelten Feld wie der aktuellen DTM keine Distanz, die sich nur über einen guten Start aufholen lässt, sondern über zwei komplette Rennen mit sauberer Punkteausbeute und wenig Fehlern im Boxenstopp-Fenster. In den vergangenen vier Rennen holte Wittmann 76 Punkte, eine Serie, die ihn von einem Fahrer ausserhalb der ersten Reihe der Meisterschaft zu einem der ernsthaftesten Herausforderer von Preining gemacht hat.
Diese Aufholjagd ist kein Zufallsprodukt einzelner guter Wochenenden. Wer über vier Rennen hinweg konstant vorn punktet, braucht ein Auto, das im Renntrimm ebenso funktioniert wie im Qualifying, und ein Team, das die Balance of Performance-Vorgaben für den BMW M4 GT3 EVO in jedem Setup-Fenster sauber trifft. Genau das ist Schubert Motorsport zuletzt gelungen.
Erfahrung als Kapital in der Schlussphase

Mehr als zweihundert Rennstarts und zwei Meistertitel sind ein Erfahrungsschatz, der sich in der Schlussphase einer Saison anders auszahlt als am Anfang. Wittmann kennt die Nervosität eines Finalwochenendes aus mehreren früheren Kampagnen und weiss, wie sich ein zu aggressiver erster Start oder ein falsch getimtes Reifenwechsel-Fenster auf ein ganzes Rennen auswirken kann. Diese Routine dürfte in Hockenheim wichtiger sein als jedes technische Update am Auto selbst.
Für einen Fahrer in seiner 14. Saison ist ein Titelkampf in dieser Phase der Karriere auch eine Frage des Energiemanagements über ein ganzes Wochenende. Wer weiss, wann er im Qualifying-Trimm ans Limit gehen muss und wann im Rennen der Reifenabbau die Attacke verbietet, verschenkt weniger Zehntelsekunden an den Stellen, die am Ende über die Meisterschaft entscheiden.
Ein Sechskampf um den letzten Titel
Fahrerwertung
DTM- 1. Thomas Preining 197 Pkt.
- 2. Maro Engel 174 Pkt.
- 3. Marco Wittmann 173 Pkt.
- 4. Lucas Auer 152 Pkt.
- 5. Matteo Cairoli 150 Pkt.
- 6. Nicki Thiim 147 Pkt.
Sechs Fahrer gehen mit rechnerischen Titelchancen ins Finale, angeführt von Thomas Preining. Ein Feld dieser Grösse an der Spitze der Meisterschaft bedeutet, dass Wittmann nicht nur auf seine eigene Leistung achten muss, sondern auch darauf, wie sich die Punkte zwischen den übrigen Anwärtern verteilen. Ein Ausrutscher eines direkten Konkurrenten kann für ihn ebenso entscheidend sein wie ein eigener starker Auftritt.
Für Wittmann und Schubert Motorsport dürfte das Wochenende deshalb weniger eine Frage des reinen Speed sein als eine der Fehlerfreiheit über beide Rennen hinweg. Gelingt das, hat der zweimalige Champion beim Saisonfinale in Hockenheim die reale Chance auf seinen dritten Titel.





