Madrid hebt den Vorhang: Die Formel 1 kehrt nach 40 Jahren nach Spanien zurück

MADRID, SPAIN - SEPTEMBER 09: A general view of the circuit, including Pirelli branding, during previews ahead of the F1 Grand Prix of Spain at Madring on September 09, 2026 in Madrid, Spain. (Photo by Simon Galloway/LAT Images)
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Mit dem Grossen Preis von Spanien auf dem neuen Madring-Kurs schreibt die Formel 1 am 13. September ein neues Kapitel, während sich an der Spitze der Fahrerwertung ein enges Mercedes-internes Duell zuspitzt.

Am 13. September 2026 macht die Formel-1-Weltmeisterschaft beim 14. Lauf der Saison Station in Madrid, wo mit dem Madring erstmals ein völlig neuer Grand-Prix-Kurs auf dem Programm steht. Für Spanien ist es das erste Formel-1-Wochenende in der Hauptstadt seit rund vierzig Jahren, als die Königsklasse zuletzt auf dem Kurs von Jarama fuhr. In der Fahrerwertung führt Kimi Antonelli mit 267 Punkten die Tabelle an, verfolgt von seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell mit 66 Punkten Rückstand und von Lewis Hamilton, der mit 191 Punkten Dritter ist.

Ein Kurs ohne Geschichte

Der Madring ist für das gesamte Fahrerlager Neuland. Keine Simulationsdaten aus früheren Jahren, keine Erfahrungswerte aus vergangenen Rennen, kein Team, das auf altbewährte Set-up-Notizen zurückgreifen könnte. Jede Ingenieursabteilung beginnt an diesem Wochenende faktisch bei null, was die Startaufstellung zu einer offeneren Frage macht als an den meisten anderen Stationen der Saison.

Dass die Formel 1 überhaupt wieder in Madrid Halt macht, ist historisch bemerkenswert. Jarama war in den achtziger Jahren die letzte spanische Rennstrecke abseits von Barcelona-Catalunya, die einen Grand Prix austrug, ehe die Königsklasse dem Land für Jahrzehnte nur noch über den Kurs in Montmeló verbunden blieb. Mit dem Madring bekommt Spanien nun einen zweiten Austragungsort und damit auch ein zweites Zuhause für den heimischen Motorsport.

Mercedes gegen sich selbst

Formula One - Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, 2026 Italian GP. Kimi Antonelli, George Russell
Formula One – Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, 2026 Italian GP. Kimi Antonelli, George Russell

Der eigentliche Fokus des Wochenendes liegt jedoch nicht auf dem Asphalt allein, sondern auf der Tabelle. Kimi Antonelli reist mit 267 Punkten als Gesamtführender nach Madrid, ein Vorsprung, der sich in dieser Saison als bemerkenswert konstant erwiesen hat. Sein Verfolger heisst jedoch nicht ein Fahrer eines rivalisierenden Rennstalls, sondern der eigene Teamkollege: George Russell liegt 66 Punkte zurück und damit näher an der Spitze als jeder andere Konkurrent ausserhalb von Mercedes.

Lewis Hamilton komplettiert mit 191 Punkten das vorderste Trio und sorgt dafür, dass der Titelkampf in dieser Phase der Saison vor allem eine Geschichte über Formkurven innerhalb eines einzigen Rennstalls ist. Für Mercedes dürfte das eine komfortable Ausgangslage in der Konstrukteurswertung bedeuten, bringt zugleich aber auch eine heikle interne Balance mit sich: Wie viel Rücksicht ein Team auf den Markenführer nimmt, wenn der Teamkollege gleichzeitig der gefährlichste Verfolger ist, dürfte in den kommenden Wochen zu einer der spannenderen Fragen der Saison werden.

Zwei Grand Prix, ein Land

Madrid ist in dieser Saison nicht der einzige spanische Termin im Kalender. Bereits vom 12. bis 14. Juni war die Formel 1 beim siebten Saisonlauf in Barcelona-Catalunya zu Gast, jenem Kurs, der über Jahrzehnte hinweg als das spanische Stammrennen galt. Dass beide Austragungsorte im selben Jahr im Kalender stehen, unterstreicht, wie sehr sich der spanische Motorsportmarkt derzeit im Umbruch befindet, zwischen der etablierten Strecke in Montmeló und dem ambitionierten Neubau in der Hauptstadt.

Für die Fahrer und Teams bedeutet das Wochenende in Madrid vor allem eines: ein unbeschriebenes Blatt, das sich erst im ersten freien Training zu füllen beginnt. Wer sich auf dem neuen Kurs am schnellsten zurechtfindet, wird sich erst zeigen, wenn die Reifen zum ersten Mal über den frischen Asphalt rollen, und genau darin liegt der eigentliche Reiz dieses Grand Prix, jenseits der bereits geschriebenen Geschichte in der Meisterschaftstabelle.

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