Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Auf den neuen Strassen der Hauptstadt setzte sich Kyle Kirkwood nach einem frühen Duell mit Alex Palou durch und liess sich den Sieg bis ins Ziel nicht mehr nehmen.
Kyle Kirkwood hat den Freedom 250 Grand Prix of Washington, D.C. gewonnen, den 15. Lauf der NTT IndyCar Series 2026 auf dem neuen 1,7 Meilen (~2,74 km) langen Stadtkurs. US-Präsident Donald J. Trump schwenkte persönlich die grüne Flagge zum Start, dann übernahm Kirkwood im Andretti Global-Auto nach einem frühen Zweikampf mit Pole-Setter Alex Palou die Führung und gab sie praktisch nicht mehr her. Christian Lundgaard (Arrow McLaren) wurde Zweiter, Kirkwoods Teamkollege Will Power komplettierte das Podium für Andretti Global.
Palous Fehler öffnen die Tür

Alex Palou war mit einer Zeit von 56,8993 Sekunden im Firestone Fast Six klar der schnellste Mann im Qualifying gewesen und ging vor Kirkwood in das Rennen. Auf der Strasse hielt dieser Vorsprung aber nicht lange. Nach dem Start durch Präsident Trump lieferten sich die beiden ein frühes Duell um die Führung, in dessen Verlauf Palou drei folgenschwere Fehler unterliefen. Das öffnete Kirkwood die Tür zur Führung, die er ab diesem Punkt konsequent verteidigte.
Für Palou, der als Meisterschaftsführender ins Rennen gegangen war, bedeutet das Ergebnis einen herben Rückschlag. Mit Platz 20, drei Runden hinter dem Feld, verpasste er nicht nur den Sieg, sondern dürfte in der Gesamtwertung deutlich Boden verlieren. Kirkwood dagegen fuhr sein Rennen von vorne nach hinten durch und liess sich auch von den zahlreichen Cautions im weiteren Verlauf nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Chaos in Kurve 7 und beim Restart
Der erste schwere Zwischenfall des Tages ereignete sich in Kurve 7 des neuen Stadtkurses. David Malukas krachte dort heftig in die Aussenmauer, Sting Ray Robb konnte nicht mehr ausweichen und fuhr in ihn hinein. Beide Fahrer schieden aus, Malukas mit 112 Runden Rückstand, Robb mit demselben Defizit. Für Team Penske war das ein besonders bitterer Nachmittag, da mit Scott McLaughlin später ein zweites Auto der Mannschaft im Unfall endete.
Bei einem der folgenden Restarts geriet zudem Rinus VeeKay in einen Massencrash mit mehreren beteiligten Autos. Der Niederländer schied in der Folge aus und kritisierte im Anschluss laut Berichten seinen Fahrerkollegen Christian Rasmussen für dessen Verhalten in der Szene. Rasmussen selbst blieb im Rennen und rettete sein Auto mit einer Runde Rückstand auf Platz 14 über die Ziellinie, für VeeKay endete der Tag dagegen vorzeitig auf Position 23.
Ferruccis verlorener Tag und weitere Ausfälle

Santino Ferrucci hatte schon vor dem Start mit einer Sechs-Positionen-Strafe wegen eines nicht genehmigten Motorenwechsels, seines fünften der Saison, zu kämpfen und musste von ganz hinten aus Position 25 starten. Auf Runde 22 kam für ihn dann ein Elektronik- beziehungsweise Lenkradproblem hinzu, das ihn zu einem langen Reparaturstopp an der Pit-Road zwang und mehr als sieben Runden kostete. Ferrucci kehrte zwar noch einmal auf die Strecke zurück, um Punkte zu retten, sein Rennen endete aber nach 132 von 147 Runden vorzeitig, klassifiziert auf Platz 21.
Auch Scott McLaughlin blieb das Wochenende in schlechter Erinnerung. Der Penske-Pilot schied 19 Runden vor Schluss nach einem Unfall aus und reiht sich damit neben Malukas, Robb und VeeKay in eine lange Liste an DNFs ein, die den Freedom 250 zu einem der turbulenteren Rennen der Saison machten. Für Kirkwood und Andretti Global war es dagegen ein Tag, an dem sich Konstanz und ein sauberes Rennen ohne grosse Fehler ausgezahlt haben, während sich an der Spitze der Meisterschaft nach Palous Ausrutscher die Lage im weiteren Saisonverlauf spürbar verschieben dürfte.





