Hamlin schnappt sich die Pole, Joe Gibbs Racing besetzt in Las Vegas erstmals das komplette erste Startfeld-Quartett

LAS VEGAS, NEVADA - OCTOBER 03: Denny Hamlin, driver of the #11 National Debt Relief Toyota, enters his car during practice for the NASCAR Cup Series South Point 400 at Las Vegas Motor Speedway on October 03, 2026 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Vier Toyota in Serie und ein Fünfer-Block für die Marke: Das Qualifying zum South Point 400 gehörte fast ausschliesslich Joe Gibbs Racing und Toyota.

Denny Hamlin hat sich am Samstag auf dem Las Vegas Motor Speedway die Pole Position für das South Point 400 gesichert, mit einer Rundenzeit von 28,910 Sekunden und damit knapp vor seinem Teamkollegen Ty Gibbs. Zum ersten Mal in der Geschichte von Joe Gibbs Racing stellte das Team gleich alle vier eigenen Fahrer auf den Plätzen eins bis vier, ein Resultat, das dem Playoff-Rennen am Sonntag schon vor dem Start eine klare Richtung gibt.

JGR räumt ab, Toyota dominiert die Top 5

Hinter Hamlin reihten sich Ty Gibbs, Christopher Bell und Chase Briscoe lückenlos ein, drei Toyota im direkten Windschatten der Bestzeit. Die Differenzen waren hauchdünn: Gibbs lag nur 17 Tausendstel zurück, Bell knapp neun Hundertstel, Briscoe gerade einmal einen weiteren Hundertstelbruchteil dahinter. Das ist kein Zufallsprodukt einer einzelnen schnellen Runde, das ist ein Team, das auf diesem 1,5-Meilen-Oval geschlossen auftritt.

Komplettiert wurde die Fünfer-Phalanx von Tyler Reddick auf Platz fünf, womit Toyota die kompletten ersten fünf Startplätze unter sich ausmachte. Für Hamlin ist es bereits die fünfte Pole der Saison, und in Las Vegas peilt er am Sonntag seinen dritten Sieg in Folge an, eine Ausgangslage, die ihm in den Playoffs kaum besser hätte gelingen können.

Byron verliert im Vergleich zum Training deutlich Boden

Im freien Training am Vortag hatte noch William Byron die Bestzeit gesetzt, knapp vor Kyle Larson und Hamlin selbst. Im Qualifying drehte sich das Bild: Byron fiel auf Startplatz acht zurück, während Larson sich als bester Chevrolet-Pilot auf Rang sechs behauptete und Austin Cindric im Team-Penske-Ford auf Platz sieben die beste Zeit aller Ford-Fahrer markierte. Das deutet darauf hin, dass Hendrick Motorsports die Longrun-Pace aus dem Training nicht eins zu eins in eine einzelne schnelle Qualifying-Runde übersetzen konnte, während Joe Gibbs Racing genau das schaffte.

Bubba Wallace und Carson Hocevar rundeten die Top Ten auf den Plätzen neun und zehn ab und sorgten dafür, dass gleich fünf verschiedene Teams unter den ersten zehn Startplätzen vertreten waren, trotz der geschlossenen JGR-Front an der Spitze.

Reifenschäden im Training kosten Berry und Gragson die Qualifikation

Nicht jeder kam überhaupt zu einer gezeiteten Runde. Josh Berry und Noah Gragson erlitten im freien Training Reifenschäden und schlugen jeweils hart in der Aussenmauer ein. Die Schäden an beiden Autos waren so gross, dass weder Berry noch Gragson am Qualifying teilnehmen konnten, beide müssen das Rennen am Sonntag vom Ende des Feldes aus in Angriff nehmen. Tyler Reddick kam mit einem schleichenden Plattfuss im Training zwar ebenfalls in Bedrängnis, rettete den Wagen aber ohne Unfallschaden und fuhr anschliessend ungehindert auf Startplatz fünf.

Für Larson, der Berichten zufolge die Playoff-Meisterschaft anführt, bedeutet Startplatz sechs eine solide, wenn auch nicht ideale Ausgangslage gegen eine geschlossene JGR-Front. Auf dem 1,5-Meilen-Oval von Las Vegas, wo enger Verkehr und saubere Restarts über 267 Runden den Unterschied machen, wird sich am Sonntag zeigen, ob Hamlin und seine drei Teamkollegen ihre Startplatz-Dominanz auch über die volle Distanz und zwei Stage-Breaks hinweg in echte Rennpace ummünzen können.