Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Drei Zehntelsekunden trennen die Top zehn im ersten Qualifying, während zwei Ford Mustang von HRT Ford Performance über eine Minute hinter der Spitze liegen.
Matteo Cairoli fuhr für Emil Frey Racing die schnellste Runde des ersten Qualifyings am Nürburgring, 1:25.345 Minuten, und verbesserte damit seine eigene Bestzeit aus dem ersten Training um 0,799 Sekunden. Der Unterschied zu Startplatz zehn betrug am Ende nur 0,301 Sekunden, ein Wert, der die Feldstärke der laufenden DTM-Saison unterstreicht. Für Cairoli bedeutete die Bestzeit zugleich drei Punkte für die Meisterschaftswertung, Thomas Preining und Lucas Auer sicherten sich als Zweiter und Dritter zwei respektive einen Punkt.
Spitzenfeld auf drei Zehntel komprimiert
Der Sprung von Training zu Qualifying fiel bei fast allen Fahrern ähnlich aus. Cairoli verbesserte sich um rund acht Zehntel, Preining kam mit 1:25.381 nur 0,036 Sekunden später ins Ziel und bestätigte damit die Form aus dem zweiten Training, in dem er mit 1:25.517 bereits die schnellste Rundenzeit des Tages gefahren war. Auers 1:25.423 auf Rang drei zeigte, dass der Mercedes-AMG Team Landgraf-Pilot im Qualifying-Trimm konstant im vorderen Bereich unterwegs ist, nachdem er bereits im ersten Training Zweiter geworden war.

Marco Wittmann komplettierte mit 1:25.450 auf Rang vier ein Bild, in dem sich die Reihenfolge der beiden Trainingssessions im Qualifying weitgehend auflöste. Kelvin van der Linde, im ersten Training noch Fünfter und im zweiten Dritter, fiel auf Position zehn zurück, 0,301 Sekunden hinter der Pole. Das deutet auf unterschiedliche Prioritäten bei der Reifenwahl und dem Set-up zwischen den freien Trainings und der entscheidenden Session hin, wie es bei eng reglementierten GT3-Feldern mit Balance of Performance häufig zu beobachten ist.
Dörr Motorsport mischt vorne mit
Die auffälligste Verbesserung im Vergleich zu den Trainingssessions gelang Ben Dörr. Im ersten Training noch auf Platz 18, im zweiten auf Rang sieben, fuhr er im Qualifying mit 1:25.524 auf Startplatz fünf, nur 0,179 Sekunden hinter der Pole-Zeit von Cairoli. Für das Kundenteam Dörr Motorsport ist das ein Ergebnis, das im Renntrimm mit vollem Tank und höherem Reifenabbau erst noch bestätigt werden muss, im einrundigen Qualifying-Format aber bereits jetzt einen Wert hat, weil die vorderen Startplätze über freies Racing in der ersten Runde entscheiden.

Sein Teamkollege Timo Glock kam dagegen nicht über Startplatz 18 hinaus, mit 1:25.959 rund 0,4 Sekunden langsamer als Dörr. Die Differenz innerhalb desselben Teams und identischer Fahrzeugtechnik zeigt, wie stark im engen Feld die Qualität einer einzigen fliegenden Runde über das Ergebnis am Ende der Session entscheidet.
HRT Ford Performance weit abgeschlagen
Deutlich schwerer wog der Ausgang des Qualifyings für HRT Ford Performance. Arjun Maini, im ersten Training noch Siebter, kam im Qualifying nur auf 2:07.997 und damit 42,652 Sekunden hinter der Bestzeit, Finn Wiebelhaus blieb mit 1:37.465 um 12,120 Sekunden zurück. Beide Fahrer landeten damit auf den letzten beiden Startplätzen, weit abgeschlagen von einem Feld, das ansonsten binnen weniger Zehntelsekunden zusammenlag.
Für HRT Ford Performance kommt das Ergebnis zu einer Zeit, in der das Team ohnehin unter besonderer Beobachtung steht: Beide Mustang GT3 müssen im Rennen aufgrund eines Verstosses gegen die Testbeschränkungen einen Drive-through-Boxenstopp absolvieren, nach Teamangaben die schwerste derartige Strafe in der DTM-Geschichte. Wie stark sich die Ausgangslage aus dem Qualifying auf das Renngeschehen auswirkt, muss sich am Sonntag zeigen, wenn zusätzlich zu den schlechten Startplätzen auch die Boxenstopp-Strafe eingerechnet werden muss. Für ein Team, das ohnehin von hinten aufholen muss, bleibt bei einer derart engen Feldstärke wenig Spielraum für weitere Fehler im Boxenstopp-Fenster.





