Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Von der Pole bis zur Ziellinie führend und mit der schnellsten Rennrunde: Matteo Cairoli liess im ersten Rennen am Nürburgring nichts anbrennen, während im Feld dahinter ein Drittel der Startaufstellung die Zielflagge nicht sah.
57 Minuten und 5,857 Sekunden nach dem Start stand fest, dass Matteo Cairoli sein Wochenende am Nürburgring perfekt gemanagt hatte: Pole Position, schnellste Rennrunde und der Sieg im ersten Rennen, mit 9,973 Sekunden Vorsprung auf Thomas Preining. Dahinter zeigte das Ergebnis ein Rennen, das für ein Drittel des Feldes vorzeitig endete. Sieben von 21 Fahrzeugen kamen nicht ins Ziel, darunter mit Kelvin van der Linde und Mirko Bortolotti zwei Fahrer, die vor dem Wochenende in der Meisterschaft eine Rolle spielen wollten.
Cairoli kontrolliert von vorne, Wittmann und Dörr gewinnen je eine Position
Cairoli hatte sich die Ausgangslage in Training 2 und im Qualifying selbst geschaffen: 1:25.345 Minuten in Q1 bedeuteten Pole Position, 0,036 Sekunden vor Preining. Im Rennen reichte das für die klassische Kontrollfahrt von vorne. Der Vorsprung auf Preining wuchs bis zur Zielflagge auf knapp zehn Sekunden, ein Wert, der bei einer Renndistanz von über 57 Minuten für eine konstant saubere Rundenzeit ohne Fehler im Reifenmanagement spricht.
Marco Wittmann und Ben Dörr waren die einzigen Fahrer aus den Top 5 des Qualifyings, die im Rennen eine Position gutmachten. Wittmann kam von Startplatz vier und beendete das Rennen als Dritter, 13,756 Sekunden hinter Cairoli und 3,783 Sekunden hinter Preining. Ben Dörr verbesserte sich von Startplatz fünf auf Platz vier. Lucas Auer dagegen, in Q1 noch Drittschnellster, verlor zwei Ränge und wurde hinter Ben Dörr Fünfter.
Buus und Baert als Gewinner im Mittelfeld
Während sich an der Spitze wenig veränderte, lieferte das Mittelfeld die eigentliche Positionsgeschichte des Rennens. Bastian Buus kam von Startplatz 17 und beendete das Rennen als Zehnter, ein Sprung um sieben Ränge und noch mit einem WM-Punkt belohnt. Nicolas Baert legte von Startplatz 19 ebenfalls sieben Positionen zu und wurde Zwölfter. Beide Fahrer profitierten dabei auch von der hohen Zahl an Ausfällen vor ihnen im Feld, die im Verlauf des Rennens Positionen freiräumte, ohne dass Buus oder Baert dafür riskante Manöver fahren mussten.
Luca Engstler machte von Startplatz zwölf vier Positionen gut und wurde mit Platz acht und vier Punkten belohnt. Ricardo Feller dagegen, in Q1 noch auf Platz acht, fiel im Rennen auf Platz neun zurück, mit einem Rückstand von 37,133 Sekunden auf Cairoli.
Sieben Ausfälle: Eine Quote, die auffällt

Kelvin van der Linde erhielt früh im Rennen eine Strafrunde wegen eines Frühstarts, was ihn im Feld zurückwarf. Nach 22 gefahrenen Runden musste er sein Fahrzeug abstellen, ein Ausfall, der für den WM-Kampf des Schubert-Piloten schwer wiegt. Tom Kalender im zweiten Landgraf-Mercedes kam noch früher nicht mehr ins Ziel, sein Rennen endete bereits nach sieben Runden. Auch Marco Mapelli, Finn Wiebelhaus, Arjun Maini, Mirko Bortolotti und Timo Glock beendeten das Rennen nicht.
Sieben Ausfälle bei 21 Startern sind eine Quote von einem Drittel, ein Wert, der über eine einzelne Renndistanz hinaus Fragen zur Zuverlässigkeit unter Renntrimm-Bedingungen aufwirft, gerade weil sowohl etablierte Frontläufer wie van der Linde als auch Fahrer aus dem hinteren Feld betroffen waren. Für die Meisterschaft bedeutet das Rennen vor allem eines: Cairoli baut mit 25 Punkten und der Zusatzpunktzahl aus der Pole seinen Vorsprung aus, während van der Linde und Bortolotti mit null Punkten in Rennen 1 im Gesamtklassement zurückfallen. Wie sich das Feld nach dieser Ausfallquote in Rennen 2 sortiert und ob die Boxenstopp-Fenster dann anders gespielt werden, wird sich am folgenden Renntag zeigen.





