Christopher Bells bitteres Déjà-vu: Achter zweiter Platz der Saison nach Fotofinish in Charlotte

CONCORD, NORTH CAROLINA - OCTOBER 11: Chase Briscoe, driver of the #19 Freebird Spring Water Toyota, crosses the finish line ahead of Christopher Bell, driver of the #20 DeWalt Toyota, to win the NASCAR Cup Series Bank of America 400 at Charlotte Motor Speedway on October 11, 2026 in Concord, North Carolina. (Photo by Jared C. Tilton/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Um 0,029 Sekunden verpasste Christopher Bell beim Bank of America 400 den Sieg gegen seinen eigenen Teamkollegen, und reihte sich damit zum achten Mal in dieser Saison auf Platz zwei ein.

Christopher Bell hat beim Bank of America 400 auf dem Oval des Charlotte Motor Speedway seinen Joe Gibbs Racing-Teamkollegen Chase Briscoe in einem historischen Zielfoto nur um 0,029 Sekunden verfehlt. Für den Fahrer der Nummer 20 bedeutete das bereits den achten zweiten Platz der NASCAR Cup Series-Saison 2026. Mit einem Sieg wäre er im Chase auf Rang zwei vorgerückt, so bleibt er Dritter, 51 Punkte hinter Kyle Larson, vier Rennen vor Schluss.

Das Fotofinish von Charlotte

Knapper geht es im Oval-Racing kaum. Briscoe führte die letzten 61 Runden an. Als er im Überrundungsverkehr mit nachlassendem Grip kämpfte, schloss Bell in den letzten fünf Runden auf, tauchte aus Kurve 4 innen neben ihm auf, und im Tri-Oval berührten sich die beiden Autos. Am Ende reichte es nicht, die Nummer 20 verpasste den Überholsieg um eine Nasenlänge, 0,029 Sekunden trennten die beiden Gibbs-Autos.

“Ich bin viel näher herangekommen, als ich gedacht hatte”, sagte Bell nach dem Rennen. “Es war ein grossartiger Tag, aber einer, der uns nicht viel gebracht hat.” Die Enttäuschung war dem Fahrer anzumerken, der sich ein weiteres Mal so nah am Sieg sah wie selten ein Fahrer in dieser Saison, nur um am Ende doch leer auszugehen.

Eine Saison der knappen Niederlagen

Charlotte reiht sich in ein Muster, das Bell durch die gesamte Saison 2026 begleitet. Schon vor dem Start des Chase stellte er mit sieben zweiten Plätzen in der regulären Saison einen historischen Bestwert ein, ohne dass der erste Saisonsieg dabei war. Erst beim Cook Out Southern 500 in Darlington konnte Bell diese Durststrecke beenden und seinen einzigen Erfolg des Jahres einfahren.

Mit dem Ergebnis von Charlotte folgt nun bereits der achte Runner-up-Platz der laufenden Saison. Die Konstanz, mit der Bell ans Podium fährt, ist im Fahrerfeld kaum zu übertreffen, doch genau diese Serie an zweiten Plätzen wirft inzwischen die Frage auf, wie oft ein Fahrer den Sieg verpassen kann, ohne dass es im Titelkampf teuer wird.

Warum der zweite Platz im Titelkampf schmerzt

NASCAR Cup Series
  1. 1. Kyle Larson 2367 Pkt.
  2. 2. Denny Hamlin 2318 Pkt.
  3. 3. Christopher Bell 2316 Pkt.
  4. 4. Chase Briscoe 2302 Pkt.
  5. 5. Ryan Blaney 2282 Pkt.

Im überarbeiteten Punktesystem der Saison 2026 belohnt NASCAR den Rennsieger deutlich stärker als zuvor: Ein Sieg bringt seit 2026 55 statt 40 Punkte. Für Bell bedeutet das: Stage-Punkte und Podestplätze sichern solide Zähler, der Abstand zur Tabellenspitze dürfte aber wachsen, wenn direkte Konkurrenten in den verbleibenden Rennen die Siege selbst einfahren.

Für die Chase-Phase heisst das vor allem eines: Die Nummer 20 zeigt 2026 verlässlich die Pace für die Spitze (in Charlotte führte Bell 93 Runden an und gewann die zweite Stage), doch solange die knappen Duelle in den Schlussrunden nicht zu seinen Gunsten ausgehen, bleibt der Titeltraum von genau jenem Quäntchen Glück abhängig, das ihm in Charlotte um Haaresbreite fehlte.