Klaus Weber · DTM-Korrespondent
Fünf Fahrer aus vier verschiedenen Teams trennten am Ende nur 3,245 Sekunden an der Spitze, während gleich fünf Autos die Distanz nicht beendeten.
Ben Dörr hat am Sonntag, 13. September 2026, das zweite DTM-Rennen am Sachsenring gewonnen. Der Dörr-Motorsport-Pilot ging von Startplatz vier ins Rennen und setzte sich nach 1:01:10.777 Stunden mit 1,219 Sekunden Vorsprung auf Thomas Preining (Manthey EMA) durch. Ricardo Feller komplettierte im zweiten Manthey-Fahrzeug das Podium, nur 0,802 Sekunden hinter Preining. Über die gesamte Distanz blieb das Feld eng beieinander, Rang 17 lag am Ende weniger als acht Sekunden hinter dem Sieger.
Pole für Engel, Sieg für Dörr
Maro Engel hatte sich das Qualifying 2 mit 1:26.307 gesichert, deutlich vor Ricardo Feller und Jules Gounon. Im Rennen reichte die Pole jedoch nicht für den Sieg: Engel kam als Fünfter mit 3,245 Sekunden Rückstand ins Ziel, überholt von drei Fahrern, die aus schlechterer Startposition kamen. Dörr selbst startete nur von Rang vier, Preining von Rang sechs und Feller von Rang zwei im Qualifying, konnte diese Ausgangslage im Rennen aber nicht in den Sieg ummünzen.
Dass sich die Reihenfolge zwischen Qualifying und Rennen derart verschob, spricht für ein Renntrimm, das sich deutlich vom Qualifying-Trimm unterschied. Bei einer Distanz von gut einer Stunde und einem Feld, das am Ende auf weniger als acht Sekunden zusammenrückte, entschieden vermutlich Reifenabbau und die Fähigkeit, das Auto über die volle Distanz konstant zu bewegen, mehr als die reine Ein-Runden-Pace vom Samstagvormittag.
Fünf Ausfälle prägen das Mittelfeld
Kelvin van der Linde, Jules Gounon, Nicki Thiim, Tom Kalender und Nicolas Baert kamen nicht ins Ziel. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Gounon, der noch im ersten Rennen als Zweiter hinter Marco Wittmann gestanden hatte und mit Startplatz drei im Qualifying 2 zu den Favoriten auf ein weiteres Spitzenresultat zählte. Auch van der Linde, der Schubert-Pilot, fiel aus einer soliden Startposition heraus.
Für die Meisterschaft bedeutet diese Ausfallserie eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Feld. Fünf von 22 Fahrzeugen kamen nicht ins Ziel, genauso viele wie tags zuvor in Rennen 1, als ein Zwischenfall im Hinterfeld um Mapelli, Engstler, Glock und Buus zu einer Safety-Car-Phase geführt hatte. Marco Wittmann, der Sieger von Rennen 1, kam diesmal nur auf Rang sieben, was seinen Punktevorsprung in der Gesamtwertung schmälern dürfte.
Maximilian Paul beendet erstmals wieder die volle Distanz
Maximilian Paul, der nach seinem schweren Unfall beim Norisring-Lauf im Juli mit Brüchen an Schien- und Wadenbein sowie am ersten Lendenwirbel monatelang pausieren musste, fuhr am Sachsenring sein Comeback-Wochenende. Nach dem Ausfall in Rennen 1 beendete er Rennen 2 auf Rang elf und komplettierte damit erstmals seit seiner Verletzung wieder die volle Renndistanz.
Ein Ergebnis im Mittelfeld mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken, für Paul und sein Team GRT Grasser Racing Team dürfte es angesichts der Vorgeschichte dennoch als wichtiges Signal gelten, dass die körperliche Belastbarkeit über eine komplette Renndistanz wiederhergestellt ist.
Blick auf die Gesamtwertung
Mit dem Sieg von Ben Dörr und dem Ausfall von Jules Gounon dürfte sich das Bild an der Spitze der Meisterschaft spürbar verschieben. Wittmann bleibt nach beiden Rennen des Wochenendes zwar weiter vorne, sein Vorsprung dürfte durch den siebten Platz in Rennen 2 jedoch kleiner ausfallen als nach dem Sieg in Rennen 1.
Preining, der bereits in Rennen 1 als Dritter aufs Podium gefahren war, bestätigte mit Rang zwei in Rennen 2 seine Konstanz. Feller steigerte sich von Rang 13 in Rennen 1 auf Rang drei in Rennen 2, ein Sprung, der zeigt, dass Manthey EMA am zweiten Renntag deutlich besser getroffen hatte als am ersten.
Für die kommenden Wochenenden bleibt vor allem die Frage interessant, ob sich die enge Feldstärke vom Sachsenring fortsetzt. Bei einem Rückstand von unter acht Sekunden auf Rang 17 dürfte jedes Detail in der Boxenstopp-Strategie und im Reifenmanagement über die nächsten Podestplätze entscheiden.





