Palou fährt im ersten Training zu Laguna Seca schon wie der Champion, der er längst ist

Mission Foods Grand Prix of Monterey - Friday, September 4, 2026
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Beim Saisonfinale der NTT INDYCAR SERIES setzte der bereits gekrönte Meister im Freien Training 1 die Bestzeit, während sich dahinter die Verfolger um Platz zwei der Meisterschaft in Stellung bringen.

Álex Palou hat im ersten Freien Training zum INDYCAR Grand Prix of Monterey am Freitag auf dem WeatherTech Raceway Laguna Seca die schnellste Runde gedreht. Der Ganassi-Pilot, der sich seinen vierten Titel in Folge und fünften insgesamt bereits beim Rennen in Milwaukee gesichert hat, umrundete den 2,238-Meilen-Kurs in 1:09.899 und lag damit nur 0,091 Sekunden vor Felix Rosenqvist im Meyer-Shank-Auto. Das Ergebnis ist ohne sportliche Konsequenz für die Meisterschaftswertung, liefert aber einen ersten Anhaltspunkt dafür, wer am Sonntag im letzten Rennen der Saison vorn mitfahren kann.

Palou dominiert eine Session ohne Druck, Rosenqvist und O’Ward halten dagegen

Dass Palou trotz bereits entschiedener Meisterschaft die Bestzeit fährt, zeigt, wie wenig der Champion von seinem Tempo einbüsst, wenn es um nichts mehr geht ausser um den Saisonabschluss. Seine Rundenzeit von 1:09.899 war die einzige unter 1:10 Minuten in diesem ersten Training, ein Vorsprung, der auf einem technischen Roadcourse wie Laguna Seca mit seinen elf Kurven und dem berühmten Corkscrew nicht selbstverständlich ist.

Dahinter zeigte Felix Rosenqvist mit Platz zwei, dass er sein letztes Wochenende im Meyer-Shank-Cockpit nicht als reine Auslaufrunde begreift. Der Schwede, der 2027 zu Arrow McLaren wechselt, blieb mit 1:09.991 nur 0,091 Sekunden hinter Palou. Pato O’Ward komplettierte für Arrow McLaren die Top drei mit 1:10.176 und bestätigte damit, dass sein Team auf dem Roadcourse konkurrenzfähig unterwegs ist, ein Signal, das angesichts seiner Rolle im Kampf um Platz zwei der Fahrerwertung Gewicht hat.

Der Kampf um Rang zwei nimmt schon im Training Kontur an

Mit dem Titel für Palou längst vergeben, richtet sich der sportliche Fokus des Wochenendes auf die Frage, wer als bester Verfolger die Saison beschliesst. Christian Lundgaard, Kyle Kirkwood, Pato O’Ward und David Malukas trennen vor dem Finale nur wenige Punkte, und dieses erste Training liefert bereits ein durchwachsenes Bild für zwei von ihnen.

Malukas fuhr für Team Penske mit Rang acht ein solides Zeichen, O’Ward bestätigte mit Platz drei seine Ambitionen. Kirkwood dagegen kam für Andretti Global nur auf die siebzehnte Zeit, mehr als eine Sekunde hinter Palou, und muss im weiteren Wochenendverlauf noch zulegen. Lundgaard selbst landete mit 1:11.023 auf Rang achtzehn, eine Ausgangslage, die durch die für Sonntag verhängte Sechs-Plätze-Startplatzstrafe wegen eines nicht homologierten fünften Motors zusätzlich erschwert wird. Auch der für A.J. Foyt Enterprises fahrende Rookie Caio Collet trifft dieselbe Strafe, ein anderer Fall mit demselben Motorenproblem, aber nicht Lundgaards Teamkollege. Beide Fahrer müssen also am Sonntag von deutlich weiter hinten aus einen Weg nach vorn finden, als es die reine Rundenzeit vermuten liesse.

Ein Wochenende der Abschiede im Ganassi- und Meyer-Shank-Lager

Scott Dixon - Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile - By: Amber Pietz
Scott Dixon – Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile – By: Amber Pietz

Neben der Tabellenlage prägen zwei persönliche Geschichten dieses Finale. Scott Dixon bestreitet in Laguna Seca sein letztes Rennen für Chip Ganassi Racing nach mehr als zwei Jahrzehnten, ehe der sechsfache Champion 2027 zu Arrow McLaren wechselt. Im ersten Training reichte es für den Neuseeländer nur zu Position zwölf, mehr als achteinhalb Zehntel hinter seinem Teamkollegen Palou, doch bei einem Fahrer mit Dixons Erfahrung auf diesem Kurs dürfte das erste Training kaum mehr als eine Standortbestimmung gewesen sein.

Auch Rosenqvist verabschiedet sich mit diesem Wochenende von Meyer Shank Racing, bevor er ebenfalls bei Arrow McLaren andockt, und sein zweiter Platz im ersten Training war ein Statement, dass er diesen letzten Auftritt für sein aktuelles Team ernst nimmt. Für das Qualifying und das Rennen am Sonntag bleibt damit reichlich Spannung übrig, nicht wegen des längst entschiedenen Titels, sondern wegen der offenen Fragen dahinter: Wer sichert sich Platz zwei der Meisterschaft, wie weit kämpfen sich Lundgaard und Collet von ihren Strafplätzen nach vorn, und wie schlagen sich Dixon und Rosenqvist auf ihren letzten Kilometern für die alten Farben.