Pato O’Ward gewinnt Snap-on Milwaukee Mile 250 nach entscheidendem Pit-Stopp-Duell

Snap-On Makers and Fixers 250 and Snap-on Milwaukee Mile 250 at the Milwaukee Mile - Sunday, August 30, 2026
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Zwischen Newgardens Crash, Grosjeans zwei Drehern und einer Strafe für Will Power sicherte sich Arrow McLaren mit einem perfekten letzten Pit-Stopp den Sieg in Wisconsin.

Pato O’Ward hat am Sonntag die Snap-on Milwaukee Mile 250 gewonnen und damit seinen elften IndyCar-Sieg in der Karriere eingefahren. Auf dem Meilen-Oval in West Allis setzte sich der Mexikaner im Arrow McLaren nach einem entscheidenden Boxenstopp-Zyklus rund um Runde 196 gegen Scott McLaughlin und Teamkollege Christian Lundgaard durch, während Josef Newgarden mit einem Ausfall in Runde 142 einen Rückschlag erlebte, der seine Titelchancen in der Meisterschaft weiter schmälern dürfte.

Newgardens Ausfall und Grosjeans zweiter Abflug

Josef Newgarden - Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile - By: Joe Skibinski
Josef Newgarden – Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile – By: Joe Skibinski

Josef Newgarden war das schnellste Auto des Wochenendes gewesen, hatte das Freie Training angeführt und früh im Rennen sogar die Führung von Pole-Sitter Álex Palou übernommen. Runde 35 war der Moment, in dem der Penske-Pilot Palou überholte und das Kommando übernahm. Umso härter traf es das Team, als Newgarden in Runde 142 am Ausgang der letzten Kurve die Kontrolle verlor, mit der Nase voraus in die Aussenmauer einschlug und sein Rennen dort sofort beendet war. Für ihn bedeutete das nicht nur null Punkte, sondern schlicht das Ende eines Wochenendes, das er selbst dominiert hatte.

Auch Romain Grosjean erlebte einen bitteren Nachmittag. Der Dale-Coyne-Pilot hatte sich früh bis auf Platz zehn vorgekämpft, drehte sich dann aber in Runde 35 auf alten Reifen am Ausgang von Kurve zwei und löste damit die erste Caution des Tages aus. Bei einem späteren Restart erwischte es ihn in Runde 158 erneut, dieses Mal mit voller Wucht gegen die Mauer. Der Franzose blieb unverletzt, sein Auto aber war für den Rest des Tages Geschichte, und die Caution warf das Feld für den entscheidenden Schlussabschnitt neu zusammen.

Der Pit-Stopp, der alles entschied

Will Power - Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile - By: James Black
Will Power – Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile – By: James Black

Nach den beiden Cautions übernahm zunächst Will Power das Kommando, der in Runde 174 an McLaughlin vorbeizog und lange wie der klare Favorit auf den Sieg aussah. Doch beim letzten Stopp an der Pit-Road wurde ihm eine Geschwindigkeitsstrafe aufgebrummt, die seine Siegchancen praktisch beendete und ihn am Ende auf Platz 14 zurückwarf, eine Runde im Rückstand.

Die eigentliche Entscheidung fiel wenig später, als Arrow McLaren beim finalen Pit-Zyklus um Runde 196 einen blitzsauberen Stopp für O’Ward hinlegte. Der Mexikaner kam vor McLaughlin und seinem Teamkollegen Lundgaard wieder auf die Strecke und verteidigte die Führung über die letzten 54 Runden hinweg, während McLaughlin im Traffic hinter ihm keine Lücke mehr fand. Am Ende stand ein Vorsprung von 0,7916 Sekunden, knapp, aber ungefährdet.

Lundgaards Meilenstein und die offene Meisterschaftsfrage

Christian Lundgaard - Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile - By: Joe Skibinski
Christian Lundgaard – Snap-On Makers and Fixers 250 at the Milwaukee Mile – By: Joe Skibinski

Für Christian Lundgaard war Platz drei mehr als nur ein gutes Resultat. Es war sein erstes Podium auf einem Oval in der IndyCar-Karriere, und es bestätigt, dass Arrow McLaren auf den Meilen-Ovalen inzwischen zu den stärksten Adressen im Feld gehört, nachdem schon O’Ward vorne mitfuhr.

Die grössere Geschichte spielte sich aber im Kampf um die Meisterschaft ab. Álex Palou war mit einem Vorsprung von 91 Punkten auf Kyle Kirkwood nach Milwaukee gereist und hätte mit dem richtigen Ergebnis seinen vierten Titel bereits fixieren können. Nach der frühen Führung und dem Verlust an Newgarden kam der Spanier am Ende nur auf Platz fünf, während Kirkwood sich direkt dahinter auf Platz sechs einreihte. Damit bleibt die Meisterschaft rechnerisch offen, auch wenn Palous Vorsprung komfortabel genug sein dürfte, um die Entscheidung nur zu verschieben und nicht ernsthaft zu gefährden. Für Newgarden dagegen dürfte der Ausfall in Runde 142 die eigenen Titelambitionen endgültig auf ein Wunder in den verbleibenden Rennen reduziert haben, während sich das Feld nun auf die Fortsetzung des verregneten Samstagsrennens und die letzten Stationen der Saison konzentriert.