Ryan Preece siegt im Chaos von Daytona und wirft Shane van Gisbergen aus den Playoffs

DAYTONA BEACH, FLORIDA - AUGUST 29: Ryan Preece, driver of the #60 Kroger/OIKOS Ford, celebrates in victory lane after winning the NASCAR Cup Series Coke Zero Sugar 400 at Daytona International Speedway on August 29, 2026 in Daytona Beach, Florida. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
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Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent

Beim Coke Zero Sugar 400 in Daytona entschied die Verlängerung über den letzten Playoff-Platz, und Ryan Preece nutzte das Chaos der letzten Runde für seinen ersten Cup-Sieg.

Ryan Preece hat am 29. August das Coke Zero Sugar 400 in Daytona gewonnen, das 26. und letzte Rennen der regulären NASCAR-Cup-Saison 2026. Nach 160 geplanten Runden musste das Feld in die Verlängerung, und Preece kam nach einem Massencrash in der letzten Kurve als Erster über die Ziellinie, gerade einmal 0,024 Sekunden vor Daniel Suárez. Es war sein erster Sieg in der Cup Series überhaupt, und er kam genau dann, als Preece ihn am dringendsten brauchte: Der Erfolg sicherte ihm den 16. und letzten Startplatz in den Playoffs.

Die Verlängerung wird zur Fahrt durchs Trümmerfeld

DAYTONA BEACH, FLORIDA - AUGUST 29: A general view of racing during the NASCAR Cup Series Coke Zero Sugar 400 at Daytona International Speedway on August 29, 2026 in Daytona Beach, Florida. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)
DAYTONA BEACH, FLORIDA – AUGUST 29: A general view of racing during the NASCAR Cup Series Coke Zero Sugar 400 at Daytona International Speedway on August 29, 2026 in Daytona Beach, Florida. (Photo by Chris Graythen/Getty Images)

Fünf Runden vor dem geplanten Ende sorgte Carson Hocevar für die dritte Caution des Abends. Der Fahrer der Nummer 77 verlor beim Kampf um Platz zwei gegen Preece in Kurve drei den Grip, rutschte über die Apron-Zone und schlug in der 31-Grad-Steilkurve zurück in die SAFER-Barriere, direkt vor Erik Jones, der keine Chance mehr hatte auszuweichen und Hocevar frontal traf. Beide fielen aus, und das Rennen ging in die Overtime.

Was danach kam, war reinstes Restart-Chaos. Zane Smith führte auf der letzten Runde der Verlängerung, als Tyler Reddick ihn am Ausgang von Kurve zwei touchierte. Smith drehte sich quer, und auf dem Backstretch entstand ein Mehrfachcrash, der Ryan Blaney, Ty Gibbs und Cody Ware mit hineinzog. Preece fädelte sich durch das Trümmerfeld, überholte die sich drehenden Spitzenreiter und wurde vor Suárez gewertet, als die gelbe Flagge das Rennen beendete.

Für Smith, der zuvor lange die Führung gehalten hatte, endete der Abend mit einem 32. Platz und dem Status DNF wegen Unfallschaden. Auch Blaney, der zuvor Stage 2 mit einem Last-Lap-Move gegen Chase Elliott gewonnen hatte, und Ty Gibbs, der bereits als Playoff-Teilnehmer feststand, kamen nicht mehr ins Ziel.

SVG verliert den letzten Playoff-Platz an Preece

Für Shane van Gisbergen hatte der Abend eine andere Dimension. Er ging mit dem letzten Transferplatz für die Playoffs ins Rennen, wurde aber in die späten Zwischenfälle hineingezogen und kam am Ende nur auf Platz 28. Berichten zufolge fehlten ihm durch Preeces Sieg am Ende genau 17 Punkte auf den letzten Playoff-Platz.

‘Es ist gerade noch frisch. Eine Nacht fasst nicht unser ganzes Jahr zusammen. Ich schätze, wir waren nicht gut genug, aber es war schön, so nah dran gewesen zu sein. Schade, dass wir nicht drin sind’, sagte van Gisbergen nach dem Rennen.

Preece dagegen war laut Berichten schon vor Daytona mit früheren Punktabzügen aus der laufenden Saison belastet und brauchte praktisch zwingend einen Sieg, um überhaupt eine Chance auf die Playoffs zu haben. Mit dem ersten Cup-Erfolg seiner Karriere wischte er diese Hypothek komplett weg und zog als 16. und letzter gesetzter Fahrer ins Playoff-Feld ein, ein Ergebnis, das seine Saison im Rückblick dürfte in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.

Stage-Kampf und ein neues Aero-Paket als Vorgeschichte

Schon Stage 1 hatte gezeigt, wie eng gepackt das Feld auf dem neuen Superspeedway-Aeropaket mit weniger Luftwiderstand unterwegs war. Gegen Ende der Stage geriet Chris Buescher nach Kontakt von Kyle Larson in die Aussenwand, der Dreher zog auch Larson und Preece mit ins Gras. Preece fing sein Auto wieder ein, während van Gisbergen die Stage für sich entschied, ein Erfolg, der seinen späten Absturz aus den Playoffs im Rückblick umso bitterer erscheinen lassen dürfte.

Ross Chastain war es, der sich das Feld mit seiner dritten Pole-Position im 285. Cup-Start vorlegte, konnte diese Ausgangsposition aber nicht in ein Ergebnis vorne ummünzen und kam am Ende nur auf Platz 24. Es war ein Rennen, in dem Qualifying-Tempo und Restart-Geschick zwei völlig verschiedene Dinge waren, wie es bei einem Superspeedway-Saisonfinale mit Pack-Racing und Draft-Ketten eben oft der Fall ist.

Mit dem Abschluss der regulären Saison steht das Playoff-Feld nun fest, und die Geschichte dieses Coke Zero Sugar 400 dürfte die Erzählung der Postseason mitprägen: Ryan Preece, der sich mit einem Last-Lap-Wunder gerade noch hineinschlängelte, gegen ein Feld etablierter Namen, die den ganzen Sommer über konstant waren. Wie viel dieser Daytona-Glücksmoment für die nächsten Wochen trägt, wird sich schon in der ersten Playoff-Runde zeigen.