Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Im ersten, neu auf 50 Minuten verkürzten Training in New Hampshire setzte sich der Legacy-Pilot vor der starken Joe-Gibbs-Racing-Fraktion durch, während einige Playoff-Kandidaten mit Aufholbedarf ins Wochenende starten.
Erik Jones hat im ersten Training zum Dollar Tree 301 die schnellste Runde gedreht. Der Legacy-Motor-Club-Fahrer umrundete die 1,058 Meilen lange Magic Mile in 29,242 Sekunden und markierte damit die Bestzeit der Session, noch dazu mit einem Session Record. Die Einheit am Samstag vor dem Rennen war zugleich die erste Cup-Series-Trainingseinheit im neuen, auf 50 Minuten konsolidierten Format, das NASCAR ab diesem Wochenende in New Hampshire einführt.
Legacy Motor Club vorn, Gibbs Racing dicht dahinter
Jones liess in der Session keinen Zweifel daran, wer auf der Magic Mile aktuell das schnellste Auto hatte. Direkt dahinter reihte sich mit Ty Gibbs, Bubba Wallace und Joey Logano ein enges Feld von Verfolgern ein, das nur um wenige Hundertstel auseinanderlag. Logano, der erst vergangene Woche in Richmond gewonnen hat, bestätigte mit Platz vier, dass er mit Schwung nach Loudon gereist ist.
Bemerkenswert war vor allem die Doppelspitze für Legacy Motor Club. Neben Jones auf P1 fuhr auch John Hunter Nemechek auf Platz sieben eine solide Runde, sein Toyota trug an diesem Wochenende ausnahmsweise die Startnummer 40 statt der gewohnten 42, eine Ehrung zum 40. Jubiläum des Titelsponsors Dollar Tree. Für ein kleineres Team wie Legacy ist ein derart starkes Trainings-Ergebnis ein deutliches Zeichen, dass man auf dem kurzen Oval mithalten kann.
Blaney und Hamlin mit Nachholbedarf vor entscheidender Phase
Für einige der Fahrer, die in dieser Saisonphase am meisten auf dem Spiel stehen haben, lief das erste Training weniger nach Wunsch. Ryan Blaney, der Titelverteidiger von New Hampshire, der im Vorjahr 116 Runden angeführt hatte, kam über Platz 16 nicht hinaus. Auch Denny Hamlin, der als Punkteführer der regulären Saison mit mindestens 37 Punkten am Sonntag den ersten Playoff-Startplatz fix machen könnte, reihte sich nur auf P18 ein.
Enger wird es für die Fahrer, die noch um einen sicheren Playoff-Platz kämpfen. William Byron als Sechster und Chris Buescher als Elfter zeigten im Training passable Pace, während Kyle Larson auf P13 und vor allem Carson Hocevar auf P27 mit deutlich mehr Rückstand auf die Spitze zu kämpfen hatten. Da es sich um das vorletzte Rennen der regulären Saison handelt, dürfte jede Zehntelsekunde am Sonntag über die Zusammensetzung des 16-köpfigen Playoff-Feldes mitentscheiden.
Neues Format, gleicher Rhythmus auf der Magic Mile
Dass die Cup Series erstmals mit einer auf 50 Minuten verkürzten, konsolidierten Trainingseinheit auskommen musste, hat die Reihenfolge an der Spitze nicht sichtbar durcheinandergebracht. Die etablierten Grössen wie Joe Gibbs Racing mit Ty Gibbs und Christopher Bell fanden sich früh in den vorderen zehn Positionen wieder, Christopher Bell als bisheriger Streckensieger und einer der Wett-Favoriten belegte Platz zehn. Teamkollege Chase Briscoe kam dagegen nur auf Platz 23.
Mit Blick auf das Qualifying und das Rennen am Sonntag bleibt die Ausgangslage damit spannend offen. Jones und Legacy Motor Club haben sich früh Respekt verschafft, doch auf einem kurzen Oval wie der Magic Mile, wo Cautions und Restarts über weite Strecken des Rennens für Bewegung sorgen, sagt eine Trainingsbestzeit selten alles über den Sonntag aus. Für Blaney, Hamlin und die Fahrer im Playoff-Grenzbereich zählt jetzt vor allem eines: im entscheidenden vorletzten Rennen der Regular Season keine Punkte mehr liegen zu lassen.





