Russell schnappt sich Sprint-Pole in Zandvoort, vier Autos in einer Zehntelsekunde

George Russell, Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Auf der engen Küstenstrecke entschied am Ende eine Handvoll Hundertstel über die erste Startreihe für den ersten Sprint in der Geschichte von Zandvoort.

George Russell hat sich am Freitagnachmittag die Pole-Position für das Sprintrennen des Grand Prix der Niederlande gesichert und damit die engste Sprint-Qualifikation der bisherigen Saison entschieden. Der Mercedes-Pilot fuhr in 1:11.567 Minuten die Bestzeit und liess Lando Norris im McLaren nur 41 Tausendstel, Charles Leclerc im Ferrari 55 Tausendstel und Oscar Piastri weniger als eine Zehntelsekunde. Drei verschiedene Rennställe auf den ersten vier Plätzen, das ist ein Vorgeschmack darauf, wie umkämpft der erste Sprint überhaupt an dieser Strecke werden dürfte.

Ein Wimpernschlag entscheidet die erste Reihe

Zandvoort mit seinen überhöhten Kurven und der engen Streckenführung verzeiht wenig, und genau das machte die Session zu einem Prüfstein für die Feinabstimmung der Autos. Russell nutzte seinen letzten Versuch offenbar optimal aus und schob sich damit vor Norris, der im ersten Training noch selbst die schnellste Zeit hinter Antonelli gefahren war und nun im entscheidenden Moment nur 41 Tausendstel einbüsste.

Für Leclerc bedeutet Platz drei eine spürbare Verbesserung gegenüber dem ersten Training, in dem Ferrari mit Hamilton und ihm selbst noch hinter beiden Mercedes und Norris lag. Dass Piastri mit nur 0,099 Sekunden Rückstand auf Rang vier landete, unterstreicht, wie eng das Feld an der Spitze inzwischen beisammen liegt. Antonelli, der Führende der Fahrerwertung und Bestzeitfahrer des ersten Trainings, fiel im Vergleich dazu auf Platz fünf zurück, ein Zeichen, dass die Balance seines Mercedes zwischen den Sessions nicht ganz konstant blieb.

Verstappen fängt sich, Hamilton bleibt zurück

Max Verstappen of the Netherlands on track during Sprint Qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Netherlands at Circuit Zandvoort on August 21, 2026 (Photo by Rudy Carezzevoli / Getty Images / Red Bull Content Pool)
Max Verstappen of the Netherlands on track during Sprint Qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Netherlands at Circuit Zandvoort on August 21, 2026 (Photo by Rudy Carezzevoli / Getty Images / Red Bull Content Pool)

Max Verstappen hatte im ersten Training noch mit der Balance seines Red Bull zu kämpfen und war dort nur auf Rang elf gelandet. Im Sprint-Qualifying zeigte sich eine deutliche Reaktion: Der Niederländer fuhr sich vor heimischem Publikum auf Platz sechs, wenn auch mit über einer halben Sekunde Rückstand auf die Pole. Das reicht für die dritte Startreihe im Sprint und ist für Verstappen an seiner Wahlheimatstrecke immerhin ein Ausgangspunkt, von dem aus sich etwas gestalten lässt, auch wenn der Rückstand auf die Führenden zeigt, dass Red Bull an diesem Wochenende nicht die schnellste Paketkombination hat.

Lewis Hamilton kam über Platz sieben nicht hinaus und liegt damit sowohl hinter seinem Teamkollegen Leclerc als auch hinter beiden Mercedes und beiden McLaren. Für den Briten, der in der Fahrerwertung hinter Antonelli auf Rang zwei liegt, ist das ein Dämpfer zu Beginn eines Wochenendes, das nach Angaben der Streckenbetreiber das vorerst letzte Formel-1-Rennen in Zandvoort sein wird, da der laufende Vertrag nach dieser Saison nicht verlängert wird.

44 HAMILTON Lewis (gbr), Scuderia Ferrari SF-26, action during the Formula 1 Dutch Grand Prix 2026, 12th round of the 2026 Formula One World Championship from August 21 to 23, 2026 on the Circuit Zandvoort, in Zandvoort, Netherlands - Photo Antonin Vincent / DPPI
44 HAMILTON Lewis, Scuderia Ferrari SF-26, action during the Formula 1 Dutch Grand Prix 2026, – Photo Antonin Vincent / DPPI

Ein Sprint mit Geschichte, ein Wochenende mit Bedeutung

Dass an diesem Wochenende überhaupt zum ersten Mal ein Formel-1-Sprint auf niederländischem Boden ausgetragen wird, verleiht der engen Qualifikation zusätzliches Gewicht. Die Ausgangslage für Samstag ist damit gelegt: Russell auf Pole, Norris in Reichweite, Leclerc und Piastri als lauernde Gefahr eine Reihe dahinter, Verstappen mit dem Rückenwind der Fans, aber spürbarem Rückstand.

Für die Meisterschaft bleibt Antonellis fünfter Platz im Sprint-Qualifying vor allem eine Randnotiz, doch in einem engen Titelkampf zählt am Ende jede Position, die im Sprint selbst noch in Punkte umgemünzt werden kann. Wie sich diese Ausgangslage in echte Ergebnisse übersetzt, wird sich am Samstag zeigen, wenn aus einer Zehntelsekunde Unterschied im Qualifying plötzlich Sekunden auf der Strecke werden können.