Gounon setzt die Bestzeit, neun Autos in 0,24 Sekunden: Qualifying 2 am Nürburgring

DTM, 11. + 12. Rennen Nürburgring 2026 #48 Mercedes-AMG GT3 EVO, Winward Racing: Jules Gounon - picture by Gruppe C Photography
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Klaus Weber · DTM-Korrespondent

Jules Gounon holt sich die Pole für Rennen 2, doch der eigentliche Massstab für die Feldstärke ist der Abstand zwischen Platz eins und Platz neun.

1:25.062 stand am Ende für Jules Gounon in den Papieren, 0,113 Sekunden vor Ben Dörr und 0,140 vor Matteo Cairoli. Damit ist die Reihenfolge für Rennen 2 klar, die eigentliche Aussage des Qualifyings liegt aber in der Streuung: Die ersten neun Fahrer lagen innerhalb von 0,24 Sekunden, ein Wert, der die enge Balance of Performance im aktuellen Feld unterstreicht. Wer im ersten Qualifying am Vortag noch vorne stand, musste sich in Session zwei neu einsortieren.

Vorne alles anders als im ersten Qualifying

Matteo Cairoli hatte Qualifying 1 mit 1:25.345 für sich entschieden und ging als Favorit in die zweite Session. In Q2 fuhr er 1:25.202, eine Verbesserung um 0,143 Sekunden, reichte damit aber nur noch zu Platz drei. Der Grund liegt nicht in einem Nachlassen von Emil Frey Racing, sondern darin, dass die Konkurrenz stärker zulegte.

Jules Gounon war in Q1 noch auf Position sieben gelandet, 1:25.561. In Q2 drehte er 1:25.062 und verbesserte sich damit um 0,499 Sekunden, fast eine halbe Sekunde. Ben Dörr steigerte sich von 1:25.524 (Q1, Platz fünf) auf 1:25.175 (Q2, Platz zwei), ein Sprung von 0,349 Sekunden. Insgesamt fiel die Pole-Zeit in Q2 um 0,283 Sekunden gegenüber Q1, ein Hinweis darauf, dass sich die Bahn über das Wochenende insgesamt weiter angenähert hat als nur an der Spitze.

Reparierte Autos schlagen zurück

DTM, 11. + 12. Rennen Nürburgring 2026 #3 BMW M4 GT3 Evo, Schubert Motorsport: Kelvin van der Linde - picture by Gruppe C Photography
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Kelvin van der Linde war in Rennen 1 wegen eines technischen Defekts ausgeschieden. In Q2 stand sein Schubert-BMW dennoch wieder auf Platz neun, 1:25.302, nur 0,240 Sekunden hinter der Pole. Tom Kalender, der nach einer Kollision mit Nicki Thiim in der NGK-Schikane sein Rennen vorzeitig beenden musste, kam ebenfalls zurück und fuhr in Q2 die elftschnellste Zeit im Feld, 1:25.439 auf Platz elf. Beide Fälle zeigen, dass die Boxencrews über Nacht reparaturfähige Schäden aus dem ersten Renntag beheben konnten, ohne dass die Wettbewerbsfähigkeit der Autos darunter litt.

Thiim selbst legte den grössten Sprung im Vorderfeld hin: Von Platz elf in Q1 (1:25.663) auf Platz vier in Q2 (1:25.220), eine Verbesserung um 0,443 Sekunden. Christian Engelhart dagegen fehlte in der Zeitenliste komplett. Sein Lamborghini hatte nach dem Unfall mit Thierry Vermeulen in Rennen 1 so schwere Frontschäden davongetragen, dass eine Reparatur bis zum Qualifying nicht mehr möglich war. Vermeulen selbst war wieder im Feld, sein Ferrari rechtzeitig instand gesetzt, und reihte sich mit 1:25.641 auf Platz siebzehn ein.

HRT Ford Performance schliesst die Lücke fast vollständig

Der auffälligste Rückstand aus Q1 betraf HRT Ford Performance. Arjun Maini war dort mit 2:07.997 auf dem letzten Platz gelandet, 42,652 Sekunden hinter der Pole, Finn Wiebelhaus mit 1:37.465 deutlich besser platziert, aber mit 12,120 Sekunden Rückstand ebenfalls weit abgeschlagen. In Q2 fuhren beide wieder im normalen Renntempo mit: Maini kam auf 1:25.438 und Platz zehn, nur noch 0,376 Sekunden hinter Gounon. Wiebelhaus folgte auf Platz fünfzehn mit 1:25.560, ein Rückstand von 0,498 Sekunden. Bei Maini bedeutete das einen Rückgang des Rückstands von über 40 Sekunden auf weniger als eine halbe Sekunde, ein Sprung, der im GT3-Umfeld ungewöhnlich gross ist und zeigt, dass das Problem, das beide Fahrer in Q1 ausgebremst hatte, zwischen den Sessions behoben wurde.

Für Rennen 2 ergibt sich daraus eine Startaufstellung, die den Punktestand kaum vorwegnimmt. Cairoli führt nach seinem Sieg in Rennen 1 die Meisterschaft an, startet nun aber von Platz drei, während Gounon und Dörr aus der ersten Reihe ins Rennen gehen. Bei einer Feldstärke, in der neun Autos innerhalb von 0,24 Sekunden liegen, dürfte das Boxenstopp-Fenster über den Ausgang mitentscheiden, mehr noch als die reine Ausgangsposition.