Genesis Magma Racing: Juncadellas offene Worte nach dem Fehler in Kurve 5 von Barcelona

THE #19 GMR-001 HYPERCAR AT THE FUJI SPEEDWAY IN JAPAN DURING THE 6 HOURS OF FUJI RACE IN SEPT. 2026
Avatar von Henri Dubois
3–4 Minuten

Henri Dubois · Endurance-Korrespondent

Beim Heimrennen der 6 Stunden von Barcelona übernahm Daniel Juncadella im Genesis GMR-001 schon in Kurve 1 die Führung, ehe ein Fehler in Kurve 5 aus dem Traumstart ein langes Aufholrennen machte.

Daniel Juncadella übernahm beim WEC-Lauf 6 Stunden von Barcelona bereits in der ersten Rennrunde die Führung der Hypercar-Klasse, ehe er wenige Augenblicke später in der berüchtigten Kurve 5 von der Strecke abkam und bis auf Rang 16 zurückfiel. Der Katalane, der den Genesis GMR-001 mit der Startnummer 19 gemeinsam mit Mathieu Jaminet und Paul-Loup Chatin pilotiert, äusserte sich nach dem Rennen ungewöhnlich offen selbstkritisch zu einem Fehler, der Juncadellas Heimrennen für Genesis Magma Racing von einem möglichen Spitzenresultat in ein Zermürbungsrennen um Schadensbegrenzung verwandelte.

Ein Start nach Mass, ein Ende nach wenigen Sekunden

Der Samstag in Barcelona hatte für Genesis Magma Racing kaum besser laufen können. Nachwuchsfahrer Mathys Jaubert sicherte dem Schwesterauto mit der Nummer 17 die erste Hypercar-Pole-Position der noch jungen Markengeschichte, während Juncadella im Schwesterwagen Nummer 19 von Startplatz drei aus ins Rennen ging. Unter feuchten und rutschigen Bedingungen am Sonntag waren die Erwartungen entsprechend hoch.

Juncadella erwischte einen glänzenden Start. Beim Anbremsen der ersten Kurve setzte er sich sowohl gegen den Toyota von Sébastien Buemi als auch gegen seinen eigenen Teamkollegen André Lotterer durch und übernahm die Führung des gesamten Feldes, noch bevor die erste Runde beendet war. Wenige Augenblicke später, beim Anbremsen der für ihre Rutschigkeit bei Nässe berüchtigten Kurve 5, verlor er die Kontrolle über den Boliden und rutschte von der Strecke. Aus der Führung wurde innerhalb von Sekunden Rang 16, nur noch vor der beim Start gedrehten Alpine mit der Nummer 35.

Offene Worte statt Ausreden

GENESIS MAGMA RACING DRIVER DANI JUNCADELLA
GENESIS MAGMA RACING DRIVER DANI JUNCADELLA

Nach dem Rennen verbarg Juncadella seine Enttäuschung nicht und wählte deutliche Worte für die eigene Fehleinschätzung. „Das habe ich verkackt. Tut mir leid für das Team“, räumte er direkt nach dem Rennen in den sozialen Medien ein.

Gegenüber Sportscar365 machte er deutlich, dass es sich nicht um einen unglücklichen Zufall, sondern um eine klare Fehlentscheidung gehandelt habe: „Ich war vor Kurve 5 etwas zu selbstbewusst. Ich weiss, dass es eine der rutschigsten Kurven bei Nässe ist. Ich habe es falsch eingeschätzt und einen hohen Preis dafür bezahlt“, sagte Juncadella. Und weiter: „Das war mental sehr enttäuschend, und das habe ich in meinen ganzen Stint mitgenommen.“ Diese Art der Selbstkritik, ohne Verweis auf Wetter, Material oder Streckenzustand als Ausrede, dürfte innerhalb des Teams Vertrauen schaffen, auch wenn sie den verlorenen Boden am Sonntag nicht zurückbrachte.

Elf statt eins: wie Barcelona am Ende aussah

Dass der Rückstand nach dem Abflug in Kurve 5 nicht noch grösser ausfiel, war der Verdienst des gesamten Fahrer-Trios. Im Nassen kämpfte sich Juncadella noch bis auf Rang 8 nach vorn, doch als die Strecke abtrocknete, fehlte dem GMR-001 die Pace. Juncadella, Jaminet und Chatin kamen am Ende nur bis auf Rang 11, exakt einen Platz ausserhalb der Punkteränge und mit einer Runde Rückstand auf den siegreichen Toyota. Weitere kleinere Rückschläge im Rennverlauf verhinderten zusätzlich, dass aus der Aufholjagd noch Punkte wurden. Damit wartet die Nummer 19 in dieser Saison weiter auf ihre ersten Zähler.

Für Genesis dürfte das verpasste Spitzenresultat beim Heimrennen seines Fahrers schwer wiegen, zumal die Pole-Position des Schwesterautos am Samstag gezeigt hatte, wozu das Paket fähig gewesen wäre. Umsetzen konnte das am Sonntag allerdings keines der beiden Autos: Auch die Nummer 17 kam von der Pole aus mit drei Runden Rückstand nur auf Rang 16 ins Ziel.

Einen Lichtblick gab es für Juncadella persönlich dennoch an diesem Wochenende: Genesis Magma Racing bestätigte ihn offiziell als ersten Fahrer für die WEC-Saison 2027 und unterstrich damit das langfristige Vertrauen in den Routinier als Stütze des Hypercar-Projekts. Wie das Team diesen Rückschlag aus Barcelona aufarbeitet und ob sich die Pace vom Samstag künftig häufiger in ein komplettes Rennwochenende übersetzen lässt, dürfte sich erst ab dem Saisonfinale in Monza zeigen.