Verstappen holt seine erste Pole in Marina Bay, Russell muss von hinten starten

Pole position qualifier Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing celebrates on arrival in parc ferme during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Singapore at Marina Bay Street Circuit on October 10, 2026 in Singapore, Singapore. (Photo by Sam Bloxham/LAT Images)
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Marco Rossi · F1-Korrespondent

Nach dem Sprintsieg setzte sich Max Verstappen auch im Qualifying durch und schickt sich an, in Singapur das komplette Wochenende zu dominieren.

Max Verstappen hat am Samstag die Pole Position für den Grand Prix von Singapur am Sonntag gesichert, seine erste überhaupt am Marina Bay Street Circuit. Mit 1:31.373 Minuten verwies der Red-Bull-Pilot die beiden Ferrari von Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf die Plätze zwei und drei, nur wenige Stunden nachdem er bereits das von Regen geprägte Sprintrennen für sich entschieden hatte.

Eine Strecke, die ihm lange nicht lag, gehört plötzlich ihm

Marina Bay war für Verstappen lange ein schwieriges Pflaster: Gewonnen hatte er hier vor diesem Wochenende nie, zweimal reichte es zu Platz zwei. Umso bemerkenswerter ist, mit welcher Konstanz Verstappen das Wochenende bislang gestaltet hat: Schon im Sprintqualifying am Freitag war er schnellster, im Sprint selbst gewann er, nachdem er nach Russells Ausfall wieder in Führung gegangen war, und nun krönte er den Tag mit der ersten Pole seiner Karriere an diesem Kurs.

Der Vorsprung auf Leclerc fiel mit 0.054 Sekunden hauchdünn aus, Hamilton folgte als Dritter nur 0.123 Sekunden zurück. Für Ferrari ist das Ergebnis ein Erfolg mit zwei Gesichtern: Leclerc steht dank Platz zwei direkt neben Verstappen in der ersten Startreihe, an einer Strecke, an der Überholen traditionell schwierig ist, und die Nähe zum Red-Bull-Piloten zeigt, dass der Rückstand auf Verstappen alles andere als uneinholbar ist.

Mercedes: Antonelli vorn, Russell ans Ende

Andrea Kimi Antonelli fuhr mit Startplatz vier das beste Mercedes-Ergebnis des Tages heraus und bestätigte damit die gute Form, die er bereits im Sprint mit Rang vier gezeigt hatte.

Komplizierter stellt sich die Lage für George Russell dar. Nach seinem Ausfall im Sprint, als er nach einem Traumstart die Kontrolle über seinen Mercedes am Kurvenausgang der ersten Runde verlor und in die Mauer einschlug, reihte er sich im Qualifying als Sechster ein, immerhin eine solide Antwort auf den Rückschlag. Für das Rennen am Sonntag hilft ihm das allerdings wenig: Wegen vier neuer Elemente an der Antriebseinheit hat die FIA eine Strafe von 40 Startplätzen verhängt, Russell muss vom Ende des Feldes starten, an einer Strecke mit begrenzten Überholmöglichkeiten.

McLaren rappelt sich nach dem Teamkollegen-Crash auf

Dass Lando Norris und Oscar Piastri sich in der letzten Runde des Sprints bei einem Überholversuch in Kurve fünf berührten und Piastri dabei ausschied, hatte im Fahrerlager für Gesprächsstoff gesorgt. Die Rennkommissare sahen von einer Strafe ab und werteten den Zwischenfall als Rennunfall, an dem beide Seiten beteiligt waren.

Im Qualifying zeigte sich das McLaren-Duo bemerkenswert gefasst: Norris fuhr auf Rang fünf, Piastri zwei Ränge dahinter auf Platz sieben, durch Russells Strafe startet er am Sonntag als Sechster. Für die Meisterschaft bedeutet das vor allem eines, beide bleiben im direkten Umfeld von Verstappen und den Ferrari-Fahrern und können am Sonntag auf Punkte im vorderen Mittelfeld hoffen, sofern sie die Fehler vom Samstag nicht wiederholen. Weiter hinten sorgte Gabriel Bortoleto für eine kleine Überraschung, nachdem er sich nach seinem Aus im Sprint noch auf Rang fünfzehn im Qualifying vorarbeitete, während Isack Hadjar ohne gültige Rundenzeit blieb, weil im ersten Qualifying-Abschnitt sein Motor ausging, und das Feld von hinten aufrollen muss. Der Sonntag wird zeigen, ob Verstappen seine Pole in einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ummünzen kann oder ob Ferrari und McLaren in der ersten Kurve für eine Korrektur sorgen.