Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Der Himmel über dem Charlotte Motor Speedway machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung, und am Ende entschied eine Formel statt der Stoppuhr über die Startaufstellung.
Anhaltender Regen durch die Reste von Hurrikan Isaias zwang NASCAR am Samstag dazu, sowohl das freie Training als auch das Qualifying zur Bank of America 400 auf dem Charlotte Motor Speedway komplett zu streichen. Die Startaufstellung für das sechste Chase-Rennen der Saison, das am Sonntag auf dem 1,5-Meilen-Oval ausgetragen wird, ergibt sich deshalb aus der offiziellen NASCAR-Metrik, die das Ergebnis des letzten Rennens und die Owner-Wertung kombiniert. Nutzniesser ist, wie NASCAR bestätigte, der in der Fahrerwertung führende Kyle Larson, der die Pole Position ohne eine einzige gefahrene Runde übernimmt.
Regen setzt den Zeitplan ausser Kraft
Das Wochenende in Charlotte sollte eigentlich mit einer regulären Session über die Bühne gehen, doch der Regen liess NASCAR keine andere Wahl, als Training und Qualifying ersatzlos zu streichen. Für die Fahrer bedeutet das: keine Gelegenheit, das Setup auf dem frisch zurückgekehrten 1,5-Meilen-Oval zu testen, bevor es am Sonntag um Punkte geht. Charlotte fährt das Herbstrennen 2026 erstmals seit 2017 wieder auf der klassischen Oval-Konfiguration statt auf dem Roadcourse-Layout, der sogenannten ROVAL-Strecke, und genau dieser Umstand macht die fehlende Session für einige Fahrer besonders bitter.
Die Startaufstellung wird deshalb nach der etablierten NASCAR-Formel gebildet, die das Resultat des vorangegangenen Rennens (70 Prozent) und die Owner-Wertung (30 Prozent) gewichtet. Für die Fahrer, die in Las Vegas vorne lagen, ist das ein Vorteil, der ohne eigenes Zutun auf der Strecke zustande kommt, für alle anderen bedeutet es, dass der Weg nach vorne erst am Sonntag im Rennen selbst beginnt.
Larson und Briscoe in der ersten Reihe
Kyle Larson geht als Gesamtführender der Meisterschaft in die Pole Position, ohne dass eine Zeit auf der Strecke dafür nötig war. Neben ihm in Startreihe eins steht Chase Briscoe, der sich den Platz durch seinen Sieg im vorangegangenen Chase-Rennen in Las Vegas gesichert hat. Für Briscoe ist das eine komfortable Ausgangslage, denn ein Start aus der zweiten Position auf einem Intermediate-Oval wie Charlotte lässt ihm die Linienwahl offen, während hinter ihm die Konkurrenz im dichten Feld zurechtkommen muss.
Komplettiert wird die Top 5 von Tyler Reddick, Ryan Blaney und Austin Cindric, dahinter folgen William Byron, Joey Logano und Bubba Wallace. Für Teams wie Hendrick Motorsports und Team Penske, die gleich mehrfach in den vorderen Reihen vertreten sind, bedeutet das gute Restart-Optionen von Beginn an, auch wenn sich das tatsächliche Tempo erst im Rennverlauf selbst zeigen wird.
Larson und Reddick nach Las Vegas wieder vorn
Larson und Reddick gehen in Charlotte kurz hintereinander ins Rennen, eine Woche nach ihrer gemeinsamen Schrecksekunde in Las Vegas. In der Schlussrunde dort hatte Larson am Ausgang von Kurve 4 die Kontrolle verloren, war in die Mauer eingeschlagen und hatte dabei Reddick mitgerissen. Larson schleppte sich noch als Zweiter ins Ziel, Reddick wurde Dritter. Sportlich ist die Ausgangslage für beide nun gut: Larson verteidigt 40 Punkte Vorsprung auf Denny Hamlin, Reddick startet aus der zweiten Reihe.
Hinzu kommt, dass NASCAR ein Crew-Mitglied der Startnummer 41 von Cole Custer (Haas Factory Team) für das Wochenende ausgeschlossen hat, nachdem das Auto zweimal durch die technische Abnahme gefallen war. Für die Teams an der Spitze der Startaufstellung ändert das wenig am eigenen Plan, zeigt aber, dass auch abseits der Strecke die Chase-Phase keine Ruhepausen kennt. Start ist am Sonntag um 15:00 Uhr Ortszeit, also um 21:00 Uhr MESZ. Mit 267 Runden auf dem 1,5-Meilen-Oval und einem Feld, das ohne eigene Qualifying-Resultate ins Rennen geht, verspricht die Bank of America 400 jedenfalls genug offene Fragen, die erst die grüne Flagge beantworten kann.




