Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Auf dem Indianapolis Motor Speedway hat Álex Palou für Honda einen weiteren Baustein zum künftigen IndyCar-Chassis geliefert.
Álex Palou hat am zweiten Tag des IR-28-Oval-Validierungstests auf dem Indianapolis Motor Speedway sein Programm im Auftrag von Honda erfolgreich abgeschlossen. Der fünffache IndyCar-Meister konnte die komplette Checkliste abarbeiten und beendete den Tag sogar 15 Minuten früher als geplant, ein Signal dafür, wie sauber das Auto durch das Programm lief.
Was auf dem Oval getestet wurde
Im Zentrum des Tests stand das IR-28, das Fahrzeug der nächsten IndyCar-Generation. Auf dem Oval in Indianapolis ging es nicht um Rundenzeiten im Rennmodus, sondern um den Systemcheck: Wie verhält sich das Auto bei hoher Geschwindigkeit im Verkehr mit sich selbst, und wie reagiert es auf die Anforderungen des Ovals in Indianapolis.
Am Ende des Tages stand ein Geschwindigkeitszuwachs von über 2 mph gegenüber früheren Testläufen zu Buche, ein Wert, der für die Honda-Ingenieure zeigt, dass die aerodynamischen Anpassungen in die richtige Richtung gehen. Dazu kam eine verbesserte Cockpit-Kühlung, ein Punkt, der bei Ovaltests mit langen Full-Speed-Phasen direkten Einfluss auf das Fahrerwohl und damit auf die Konstanz der gelieferten Daten hat.
Palous Rolle als Werksfahrer im Hintergrund

Dass ausgerechnet Palou für diesen Job gebucht wird, überrascht niemanden, der die IndyCar Series in den vergangenen Jahren verfolgt hat. Vier Titel in fünf Jahren und der Sieg beim Indy 500 machen ihn bei Chip Ganassi Racing zum Massstab im Fahrerlager, und genau diese Konstanz ist bei einem Validierungstest Gold wert. Wo ein Rookie vielleicht noch mit dem Auto selbst beschäftigt ist, kann Palou sein Feedback direkt auf die Feinheiten der Balance und der Aerodynamik lenken.
Für Honda zählt bei so einem Test vor allem eines: belastbare Daten. Ein Fahrer, der weiss, wie sich ein Auto auf dem Oval unter Race-Bedingungen anfühlen muss, liefert genau die Referenzpunkte, die Ingenieure brauchen, um Simulationswerte gegen die Realität zu prüfen.
Was das für das Fahrzeug der Zukunft bedeutet

Das IR-28 ist noch weit von seinem Renndebüt entfernt, aber jeder abgeschlossene Testtag ohne grössere Probleme spricht dafür, dass das Entwicklungsprogramm im Zeitplan liegt. Die Kombination aus mehr Speed und besserer Cockpit-Kühlung deutet darauf hin, dass Honda und die IndyCar-Ingenieure an den richtigen Stellschrauben drehen, ohne dabei die Sicherheit der Fahrer aus dem Blick zu verlieren.
Weitere Testtage dürften folgen, ehe das neue Chassis auf mehr als nur dem Indianapolis Motor Speedway seine Tauglichkeit unter Beweis stellen muss, schliesslich verlangt der IndyCar-Kalender mit Ovalen, Roadcourses und Street Circuits ein Auto, das auf jedem Terrain funktioniert. Bis dahin bleibt Palou als Werksfahrer einer der wichtigsten Prüfsteine auf dem Weg dorthin.





