Ohne Lynn nach Fuji: Cadillac Jota vertraut in Japan auf ein Duo statt eines Trios

Avatar von Henri Dubois
2–3 Minuten

Henri Dubois · Endurance-Korrespondent

Nach einer Nackenverletzung und der folgenden Operation muss Alex Lynn das WEC-Wochenende in Fuji erneut auslassen, Cadillac Jota tritt mit Norman Nato und Will Stevens allein an.

Alex Lynn wird beim Langstreckenrennen der FIA WEC auf dem Fuji Speedway nicht im Cockpit des Cadillac V-Series.R mit der Startnummer 12 sitzen. Grund ist eine seit Jahresbeginn anhaltende Nackenverletzung, die den Briten bereits einen Grossteil der laufenden Saison gekostet hat. Anders als bei den bisherigen Ausfällen verzichtet Cadillac Jota in Japan auf einen dritten Fahrer als Ersatz und setzt stattdessen auf ein reines Duo.

Eine Verletzung, die sich über Monate zieht

Lynns Probleme sind kein plötzliches Ereignis, sondern eine Belastung, die sich seit dem Winter aufgebaut hat. Nach einer Operation am Nacken verpasste er den Grossteil der bisherigen WEC-Saison, ein Zustand, der in einer Disziplin, in der ein Fahrer über Doppelstints von teilweise mehr als zwei Stunden am Stück im engen Cockpit sitzt, kaum zu kompensieren ist. Eine unausgeheilte Nackenverletzung verzeiht die Belastung durch hohe Querkräfte in schnellen Kurvenkombinationen nicht, wie sie im WEC-Kalender an mehreren Strecken auftreten.

Cadillac Jota hat diese Ausfallzeit bislang mit wechselnden Lösungen überbrückt, was zeigt, wie sehr ein Langstreckenprogramm auf eine verlässliche Personaldecke angewiesen ist, wenn ein Stammfahrer über mehrere Rennwochenenden hinweg fehlt.

Nato und Stevens allein in Fuji

Für das Rennen in Japan setzt das Team auf Norman Nato und Will Stevens als Fahrer-Duo, ohne einen dritten Ersatzmann einzuplanen. Das unterscheidet sich von den vorherigen Vertretungslösungen und dürfte auch mit dem Streckencharakter zusammenhängen: Fuji zählt nicht zu den 24-Stunden-Läufen des Kalenders, die Renndistanz erlaubt es beiden Piloten, sich die Stints ohne dritten Mann sinnvoll aufzuteilen, ohne dass die einzelnen Fahrzeiten unverhältnismässig lang würden.

Für Nato und Stevens bedeutet das mehr Verantwortung im Cockpit und in der Abstimmung mit der Boxencrew, gerade bei einem Wochenende, an dem es für Cadillac als Hersteller auch um Punkte in der Herstellerwertung der Hypercar-Klasse geht, seit die separate Teammeisterschaft in dieser Klasse zur Saison 2026 abgeschafft wurde.

Von Le Mans bis COTA: eine Reihe von Vertretungen

Der Ausfall in Fuji ist nicht der erste dieser Saison. In Spa-Francorchamps und bei den 24 Stunden von Le Mans sprang Louis Delétraz für Lynn ein, beim Lauf auf dem Circuit of The Americas übernahm der IMSA-Fahrer Ricky Taylor das Cockpit. Diese Abfolge unterschiedlicher Vertretungen zeigt, wie Cadillac Jota über die Saison hinweg auf ein breites Netzwerk verfügbarer Fahrer zurückgreifen musste, statt eine feste zweite Lösung zu etablieren.

Dass nun ausgerechnet in Fuji auf eine dritte Kraft verzichtet wird, dürfte auch eine Frage der Verfügbarkeit gewesen sein.

Rückkehr in Europa in Sicht

Für Lynn selbst zeichnet sich unterdessen ein Zeitplan für die Rückkehr ab. Nach abgeschlossener Rehabilitation hat er grünes Licht für ein Comeback bei den beiden abschliessenden europäischen Saisonläufen erhalten, den 6 Stunden von Barcelona und den 6 Stunden von Monza. Bis dahin bleibt es an Nato und Stevens, den Cadillac V-Series.R Nummer 12 durch das Fuji-Wochenende zu bringen, und an Cadillac Jota, die Konstanz zu wahren, die ein Langstreckenprogramm über eine ganze Saison braucht, auch wenn die Stammbesetzung immer wieder unterbrochen wird.

Weitere Berichte