Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Vor dem drittletzten Rennen der Saison sichert sich der Dritte der Chase-Wertung die Spitzenposition, während mehrere Titelkandidaten von weit hinten losfahren müssen.
Chase Briscoe hat am Samstag das Qualifying zur YellaWood 500 in Talladega für sich entschieden und startet damit am Sonntag von der Pole. Mit 51,466 Sekunden liess der Fahrer von Joe Gibbs Racing Austin Hill von Richard Childress Racing nur 0,032 Sekunden hinter sich. Das Qualifying bildet den Auftakt zum drittletzten Rennen der Saison und zu einer der entscheidenden Stationen im Chase, der Titelentscheidung der Cup Series.
Briscoe vor Hill, Trackhouse-Duo in Reihe zwei
Briscoe und Hill bilden am Sonntag die erste Startreihe, das Feld dahinter liegt extrem eng beieinander. Connor Zilisch und Shane van Gisbergen von Trackhouse Racing sicherten sich die Plätze drei und vier, nur 0,047 Sekunden trennen die beiden Teamkollegen voneinander. Zilisch verlor auf die Pole lediglich 0,052 Sekunden, van Gisbergen 0,099 Sekunden.
Die Top 10 komplettierten Chris Buescher, Christopher Bell, Alex Bowman, Ty Gibbs, Denny Hamlin und Kyle Larson, wobei der Rückstand des Zehntplatzierten Larson auf die Pole nur 0,346 Sekunden betrug. Joe Gibbs Racing brachte alle vier Autos in die Top 10, Briscoe lag 0,143 Sekunden vor seinem Teamkollegen Bell, bei Hendrick Motorsports hatte Bowman gegenüber Larson einen Vorsprung von 0,191 Sekunden.
Chase-Feld tief gestaffelt
Für die Titelkandidaten lief das Qualifying unterschiedlich. Zehn der 16 Chase-Fahrer starten ausserhalb der Top 10, darunter Namen mit grossem Gewicht in der Meisterschaft. Joey Logano wird von Platz 16 ins Rennen gehen, William Byron von Platz 17, Chase Elliott von Platz 18. Ryan Blaney, eigentlich Fünfter der laufenden Punktewertung, muss von Startplatz 27 aus arbeiten, sein Teamkollege Austin Cindric reiht sich direkt dahinter auf Platz 28 ein.
Am auffälligsten ist die Ausgangslage von Tyler Reddick, der das vorangegangene Rennen in Phoenix gewann. In Talladega erwischte er ein schwieriges Qualifying und startet nur von Platz 33, weit abgeschlagen von den vorderen Chase-Konkurrenten. Laut offizieller Wertung führt Kyle Larson (2370 Punkte) die Meisterschaft vor Christopher Bell (5 zurück) und Briscoe selbst (24 zurück) an, Reddick liegt als Siebter der Wertung bereits 56 Punkte zurück. Ein schwacher Startplatz allein entscheidet in Talladega aber nicht über den Rennausgang, dafür sorgt die Natur der Strecke.
Talladega gleicht Chancen wieder aus
Talladega gehört zu den wenigen echten Superspeedways im Cup-Kalender, auf denen Pack-Racing den Rennverlauf prägt. Anders als auf den Kurz- und Meilen-Ovalen der Serie fahren die Autos hier im Windschatten dicht gebündelt in grossen Gruppen, und Positionen können sich binnen weniger Runden drastisch verschieben. Das bedeutet für Fahrer wie Reddick, Blaney oder Elliott, dass ein schlechter Startplatz noch lange keine verlorene Ausgangslage ist, solange sie sich sauber durch den Draft nach vorn arbeiten.
Für Briscoe, Hill und das starke Trackhouse-Duo an der Spitze ist die Pole dennoch mehr als nur eine Momentaufnahme. Wer am Sonntag die Restarts nach den unvermeidlichen Cautions kontrolliert und sich im richtigen Moment aus dem Pack löst, dürfte am Ende vorn liegen. Mit Larson, Bell, Briscoe und Hamlin nah beieinander in der Gesamtwertung verspricht die YellaWood 500 damit nicht nur ein Rennen um den Tagessieg, sondern auch einen weiteren wichtigen Baustein im Titelkampf, der nach dem Finale in Homestead allein nach Punkten entschieden wird.





