Bobby Travis · NASCAR/IndyCar-Korrespondent
Der Champion von 2012 gibt nach fünf Jahren als Teilhaber und Stammfahrer den Cockpitplatz der Nummer 6 auf, seine sportliche Zukunft danach bleibt offen.
Brad Keselowski wird die NASCAR Cup Series nach der Saison 2026 nicht mehr im Ford der Nummer 6 von RFK Racing bestreiten. Der 42-jährige Champion von 2012 verlässt das Team, das er seit fünf Jahren als Mitinhaber und Fahrer mit aufgebaut hat. Wie RFK Racing mitteilte, suchen beide Seiten aktuell gemeinsam nach einer Lösung für seine bisherigen Eigentümeranteile an der Organisation.
Fünf Jahre Aufbauarbeit gehen zu Ende
Keselowski kam nicht als gewöhnlicher Fahrer zum Team. Mit seinem Einstieg 2022 wurde aus dem Traditionsteam Roush Fenway Racing die heutige Organisation RFK Racing (Roush Fenway Keselowski Racing), und Keselowski übernahm gleichzeitig eine Teilhaberschaft daran. Fünf Spielzeiten lang war er damit nicht nur Fahrer der Nummer 6, sondern auch Mitverantwortlicher für die Ausrichtung des Teams selbst.
Genau dieser Doppelstatus macht die jetzige Trennung komplizierter als einen gewöhnlichen Fahrerwechsel. Es geht nicht nur um ein auslaufendes Cockpit, sondern auch um die Frage, was mit seinen Eigentümeranteilen passiert, konkrete Details dazu stehen bislang nicht fest.
Wohin führt der Weg des Champions von 2012

Für einen Fahrer, der seinen Meistertitel bereits vor über einem Jahrzehnt eingefahren hat, ist der Schritt ein ungewöhnlich später Zeitpunkt für einen kompletten Neustart. Mit 42 Jahren zählt Keselowski nicht mehr zu den jüngsten Startern im Feld, dennoch dürfte sein Name in der Fahrer- und Teambesitzer-Szene weiterhin gefragt bleiben, allein schon wegen seiner Erfahrung auf beiden Seiten der Boxenmauer.
Was genau nach 2026 kommt, ist derzeit offen. Weder ein neues Cockpit noch ein möglicher Rückzug ins reine Teambesitzer- oder Managementgeschäft wurde bislang bestätigt. Diese Unsicherheit über die eigene sportliche Zukunft dürfte in den kommenden Monaten für einigen Gesprächsstoff im Cup-Series-Fahrermarkt sorgen, zumal ein Fahrer mit Championship-Pedigree und Team-Insiderwissen für mehrere Organisationen interessant sein dürfte.
Was die Trennung für RFK Racing bedeutet
Für RFK Racing selbst wirft der bevorstehende Abschied Fragen zur künftigen Ausrichtung auf. Keselowski war über fünf Jahre nicht bloss Fahrer, sondern Teil der Führungsstruktur, sein Weggang dürfte deshalb auch strukturelle Veränderungen innerhalb der Organisation nach sich ziehen, sobald die Eigentumsfrage geklärt ist.
Bis zum Saisonende bleibt Keselowski zunächst weiter im Cockpit der Nummer 6 aktiv. Wie es für ihn selbst und für RFK Racing danach weitergeht, dürfte sich erst im Lauf der kommenden Monate klären, wenn sowohl die Eigentümerfrage als auch ein mögliches neues Fahrerprojekt konkretere Formen annehmen.





