Marco Rossi · F1-Korrespondent
Andrea Kimi Antonelli holte mit 1:44.361 die Pole Position in Spa – doch für gleich vier Fahrer aus den Top Ten hat das Ergebnis wegen bestätigter Startplatzstrafen kaum noch Bedeutung für Sonntag.
Was sich in den drei freien Trainings bereits angedeutet hatte, bestätigte sich im Qualifying: Andrea Kimi Antonelli war im entscheidenden Moment erneut der Schnellste. Seine Rundenzeit von 1:44.361 reichte zur Pole Position vor Max Verstappen, der 0,317 Sekunden fehlten. Die eigentliche Geschichte des Nachmittags liegt aber nicht allein im Zeitenblatt, sondern in der Zahl der bereits bestätigten Startplatzstrafen, die die Aufstellung für das Rennen deutlich durcheinanderwirbeln werden.
Mercedes vorn, Norris’ drittbeste Zeit ohne Wert
Hinter Antonelli und Verstappen fuhr Lando Norris im McLaren mit 0,440 Sekunden Rückstand die drittschnellste Zeit – für die Startaufstellung ist das allerdings bedeutungslos. Der Brite muss wegen einer neuen Antriebselektronik-Einheit jenseits seines Kontingents zehn Plätze zurück an den Start. George Russell rundete im zweiten Mercedes mit Platz vier (0,508 Sekunden) ein starkes Bild für das Team ab, das damit sowohl die schnellste Zeit als auch nach Abzug der Strafen die vorderste Startreihe stellen dürfte.
Ferrari improvisiert nach Hamiltons Trainingscrash
Charles Leclerc sicherte sich mit 0,532 Sekunden Rückstand Startplatz fünf, knapp vor Teamkollege Lewis Hamilton (0,534 Sekunden). Dass die beiden Ferrari nur zwei Tausendstel trennten, ist angesichts des Vormittags bemerkenswert: Nach einem schweren Unfall im dritten freien Training hatte die Mannschaft Hamiltons Auto in der knappen Zeit bis zum Qualifying erst wieder einsatzbereit machen müssen. Oscar Piastri komplettierte im McLaren mit Platz sieben (0,655 Sekunden) die Gruppe der Fahrer, deren Ergebnis tatsächlich der Startaufstellung entspricht.
Hadjar, Alonso und Stroll schon vor dem Rennen ganz hinten
Arvid Lindblad (Platz acht) und Gabriel Bortoleto (Platz neun) rundeten die Top Ten ab, ehe mit Isack Hadjar auf Rang zehn – ohne notierte Rundenzeit in Q2 – der nächste Sonderfall folgt: Auch er startet wegen eines Antriebseinheiten-Wechsels über sein Kontingent hinaus von hinten, ebenso wie die beiden bereits in Q1 ausgeschiedenen Aston-Martin-Piloten Fernando Alonso (21., 4,137 Sekunden Rückstand) und Lance Stroll (22., 4,312 Sekunden). Zusammen mit Norris’ Strafe bedeutet das: Von den zehn schnellsten Fahrern des Nachmittags werden am Sonntag nur neun tatsächlich von vorne losfahren – wer sich die Position dahinter erkämpft, dürfte das eigentliche Duell des Grand Prix von Belgien werden.





